Folge 009-Migration ehrlich diskutieren-Warum ist das so schwer?

Shownotes

Migration ist eines der schwierigsten und zugleich wichtigsten Themen unserer Zeit. Sie berührt Fragen von Identität, Sicherheit, Arbeitsmarkt, Integration, Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Doch oft wird die Debatte entweder hysterisch geführt oder aus Angst vor Missverständnissen gar nicht erst ehrlich begonnen. In dieser Folge von Klare Lage sprechen Abdi Afsah und Mike Bertsch über die Frage, warum es so schwer geworden ist, sachlich über Migration zu diskutieren. Abdi berichtet von seiner eigenen Geschichte: 1979 kam er als Kind mit seiner Mutter und seinen Brüdern aus dem Iran nach Deutschland. Er erzählt von einem kleinen Ort in Hessen, von gelungener Aufnahme, aber auch von einer prägenden Erfahrung der Ausgrenzung. Die beiden diskutieren, warum Deutschland Migration braucht – etwa mit Blick auf demografischen Wandel, Fachkräftemangel, Pflege, Medizin, Handwerk und Industrie. Gleichzeitig sprechen sie offen über die Belastungen, die Kommunen, Schulen, Behörden und Wohnungsmarkt spüren. Denn Migration ist weder nur Erfolgsgeschichte noch nur Krisengeschichte. Sie ist beides. Ein wichtiger Punkt der Folge ist die Differenzierung: Migration bedeutet nicht automatisch Asyl. Unter Migration fallen Fachkräfte, Studierende, Familiennachzug, EU-Freizügigkeit, Geflüchtete und Menschen, die längst seit Jahrzehnten Teil dieser Gesellschaft sind. Genau diese Vermischung macht die Debatte oft so schwierig. Abdi und Mike sprechen außerdem über Sprache als Schlüssel zur Integration, über Arbeit als Weg in Zugehörigkeit, über Anerkennung ausländischer Abschlüsse, über bürokratische Hürden und über die Frage, warum Erfolgsgeschichten von Migration medial oft weniger sichtbar sind als Konflikte. Auch sensible Themen wie Kriminalität, Sicherheit und Regelbrüche werden angesprochen – mit dem Versuch, Zahlen einzuordnen und Pauschalisierungen zu vermeiden. Am Ende steht die Frage: Was muss der Staat leisten? Was muss die Gesellschaft leisten? Und was müssen Menschen leisten, die nach Deutschland kommen?

In dieser Folge geht es unter anderem um: • Warum Migration in Deutschland so emotional diskutiert wird • Abdis persönliche Geschichte als Kind aus dem Iran in Deutschland • Fachkräftemangel, Pflege, Medizin und die demografische Entwicklung • Warum Migration nicht gleich Asyl ist • Integration durch Sprache, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe • Bürokratie, Anerkennung von Abschlüssen und strukturelle Hürden • Erfolgreiche Migrationsgeschichten in Medizin, Unternehmertum, Handwerk und Alltag • Wohnraum, Schulen, Behörden und die realen Belastungen der Kommunen • Kriminalitätsdebatten und die Gefahr pauschaler Zuschreibungen • Warum klare Regeln und Menschlichkeit kein Widerspruch sein müssen

Migration lässt sich nicht auf einfache Parolen reduzieren. Sie ist Chance und Herausforderung zugleich. Entscheidend ist, ob wir es schaffen, ehrlich über Probleme zu sprechen, ohne Menschen pauschal abzuwerten – und Erfolge anzuerkennen, ohne Schwierigkeiten zu verharmlosen.

Vielleicht beginnt eine bessere Debatte genau dort: nicht sofort ein Lager verteidigen, sondern die Wirklichkeit anschauen – mit Gefühl, ohne Naivität; mit Klarheit, ohne Menschenfeindlichkeit.

Transkript anzeigen

00:00:07: Klare Lage.

00:00:08: Zwei Perspektiven, ein Gespräch der Podcast mit den Freunden Abdi Afsa

00:00:14: und Mike Berge.

00:00:19: Hallo allerseits hier sind wieder Abdi AFSA

00:00:22: und Mike Bärsch.

00:00:23: Ein Gespräch zwischen zwei Freunden.

00:00:25: Willkommen bei klare Lage.

00:00:29: Ja Mike heute hatten wir uns ja vorgenommen weil wir beim letzten Mal so ein bisschen die Migration angesprochen haben, mal über die Migation zu sprechen.

00:00:41: Wir haben das jetzt mal genannt, Migration ehrlich diskutieren.

00:00:45: Warum ist es so schwer?

00:00:49: Was sagst du dazu?

00:00:52: Ich habe das Gefühl, dass es in Deutschland entweder die eine Seite gibt, die total hysterisch unterwegs ist und die andere Seite, wo gar nicht das Ganze ehrlich angesprochen wird.

00:01:04: Jetzt hab ich natürlich einen hier sitzen der in den Siebzigern hier zugewandert ist, zwar noch als Kind.

00:01:15: Aber was sagst du denn dazu?

00:01:16: Weil du bist ja ein Migrationskind oder deine Eltern oder dein Vater sind nach Deutschland migriert.

00:01:25: also hast Du ja schon mal eine ganz andere Sichtweise.

00:01:28: ich bin nur von Schwabenland nach Hessen migrieren.

00:01:31: Ist auch nicht einfach und ich bringe noch ne kurze Anekdote bevor wir zum ensten Thema kommen.

00:01:37: Mit neunzehn nach Frankfurt gekommen bin aus dem tiefsten Schwarzwald.

00:01:41: Hat mein Chef damals zu mir gesagt, Mike ich verstehe dich nicht aber du wirst wissen was du tust.

00:01:49: Also so viel zu dem Thema.

00:01:51: man kann es natürlich tatsächlich auch allein ist Spaß.

00:01:55: heute ein bisschen ernsteres Thema also erzähl mal bei dir wie das bei dir war.

00:01:59: Wie hast du damals Deutschland gesehen oder empfunden?

00:02:03: Ja gut ich komme ja aus dem Iran und Ich bin zu Beginn der iranischen Revolution mit meiner Mutter und meinen zwei Brüdern nach Deutschland gekommen.

00:02:25: Das war für mich eine aufregende Zeit, wir haben in einem kleinen Ort gewohnt, Grünberg, Ettingshausen heißt der Ort und hatte ehrlich gesagt nie nicht einen Tag das Gefühl außen stehend zu sein.

00:02:57: Das liegt vielleicht auch an meiner persönlichen Art dass ich gerne auf Menschen zugegangen bin Aber ich hatte nie das Gefühl, bei den Vereinen ausgeschlossen zu sein oder andere Möglichkeiten zu haben.

00:03:16: So dass ich tatsächlich glücklicherweise in dieser Situation bin kein typisches Migrationsproblem gehabt zu haben.

00:03:29: Es gab eine einzige Situation die ich seltsamer Weise damals gar nicht wie soll ich sagen, so verortet habe.

00:03:43: Aber als ich dann achtzehn wurde und gemustert werden sollte bin ich zum Kreiswehrersatzamt nach Wetzlar und hab mich dann eben der Musterung unterzogen und hatte ursprünglich vor mein Medizinstudium bei der Bundeswehr zu machen Und hab dann dort gefragt, wie das denn ist ob ich denn mich verpflichten müsse.

00:04:10: Die einzige Situation, in der ich – wenn man so will – eine gewisse Diskriminierung erfahren habe war das damals der Soldat mit dem ich da gesprochen hab und mir gesagt hat ne also einen Schützen Afzahedji können Sie sich in Ihren Reihen nicht vorstellen.

00:04:28: Das

00:04:29: ist aber schon eine deutliche Aussage?

00:04:31: Ja, das

00:04:31: war eine deutliche Aussage, das stimmt.

00:04:34: Interessant war dass damals Und ich habe ja diese Aussage auch meinen Freunden, Bekannten meiner Mutter gesagt.

00:04:45: Diese Aussage wurde damals gar nicht so wahnsinnig als problematisch empfunden.

00:04:53: Das wurde hingenommen und auch ich hab sie hingenomen.

00:04:57: Da ich dann mir im späteren Verlauf gedacht habe Ich werde den Ersatzdienst machen weil ich ja Medizin studieren wollte dachte mir, dass es ganz sinnvoll ist im Krankenhaus zu arbeiten in der Pflege zu arbeiten um zu sehen ob's das Richtige für mich war.

00:05:14: Das dann für mich auch okay.

00:05:16: aber das war die einzige Situation wo ich eben so was erlebt habe vorher als Kind nie tatsächlich nie und darüber bin ich auch sehr froh.

00:05:27: Okay vielen Dank für den Einblick.

00:05:32: jetzt ist ja so dass man in die Einsagen in Deutschland wir brauchen Migration, die anderen sagen das Land ist überfordert.

00:05:40: Also wie siehst du das?

00:05:42: Naja also Die Befürworter von Zuwanderung Verweisen eben darauf hin dass Deutschland Migration braucht.

00:05:53: Heute is in Deutschland jede zweite Person Über Fünfzig und jede fünfte ist älter als sechsundsechzig Und wir werden Voraussichtlich bis zu den Rändenalter haben.

00:06:13: Die Frage nach der Migration ist auch eine Frage, wer künftig in Deutschland arbeiten wird und wer die Leute pflegen wird.

00:06:23: Wer die Steuern zahlen wird.

00:06:26: Bereits heute ist es so dass in der Medizin Pflege Handwerk IT Industrie Fachkräfte fehlen.

00:06:38: Und das sind feste Zahlen.

00:06:39: Also Ende, Ende vierundzwanzig fehlten knapp sechshunderttausend qualifizierte Arbeitskräfte in Deutschland so dass ich sagen muss Migration ist notwendig für Deutschland.

00:06:53: Ja mal eine andere Tese oder was ist ein anderes Tese?

00:06:57: Eine andere Feststellung haben natürlich auch viele sage ich mal Arbeitsplätze zu schaffen die natürlich auch nicht attraktiv bezahlt werden wie Menschen nicht machen möchten.

00:07:11: Man schickt, sag ich mal seine Kinder in der Regel eher ins Studium anstatt einen rund ehrlichen Beruf zu machen.

00:07:21: ist es da vielleicht auch eine Verschiebung dass wir die Menschen in die falsche Richtung vielleicht auch teilweise ausbilden und dadurch auch wieder diesen Fachkräftemangel haben weil's einfach Menschen gibt die es bestimmte Sachen gar nicht erst machen wollen?

00:07:36: Ich glaube schon, dass im Handwerk da sich inzwischen so eine Tendenz eingesetzt hat.

00:07:43: Dass mehr Leute eine Ausbildung machen im Handwerken.

00:07:49: Das ist ein

00:07:51: Gefühl?

00:07:52: Das kann ich nicht belegen.

00:07:53: das ist das Gefühl was ich von durch Gespräche mit mir bekannten Betrieben gewonnen habe es aber tatsächlich nur ein Gefühl und Es ist so Wir tatsächlich in der Pflege zum Beispiel, weil ich ja nun in diesem medizinischen Bereich tätig bin.

00:08:15: In der Pflege werden wir bis zu im Jahr zwei Tausend Fünfzig je nach Szenario dreihunderttausend bis siebenhundert tausend zusätzliche Pflegekräfte brauchen.

00:08:26: Du hast recht!

00:08:28: Das sind Aufgaben die anstrengend sind und die vielleicht auch nicht jeder machen möchte.

00:08:36: Umso mehr gilt es, diese Berufe attraktiver zu machen.

00:08:41: Und was die Länge der Ausbildung und auch was die Kompetenz der Ausbildung vor allen Dingen die Komvetenz, die man dann den Personen gibt im täglichen in der tägliche Arbeit und auch die Bezahlungen natürlich anzupassen

00:09:00: Ja jetzt hast du die Pflegekräfte erwähnt.

00:09:03: Jetzt sind wir in Deutschland ja immer so ein bisschen hinterher.

00:09:08: Ist es ein Thema, wenn man nach China schauen muss die ersten Pflege Roboter gibt?

00:09:18: Gibt es da schlussendlich ein Thema wo wir gerade darüber diskutieren?

00:09:23: Ja Wir brauchen Migration weil wir brauchen Arbeitskräfte.

00:09:28: Aber gleichzeitig wird Robotertechnik massiv aufgebaut und wir wollen, dass in Deutschland auch gar nicht wahrhaben.

00:09:33: Also Deutschland liegt ja was so neue Akzeptanz von neuen Technologien betrifft immer ganz schön deutlich im Hintergrund.

00:09:41: ich glaube im Durchschnitt fünf Jahre.

00:09:42: Führen wir hier eine Diskussion die vielleicht aber in zwei drei Jahren durch andere Technologiken ersetzt wird?

00:09:50: Und das sage ich mal das Fachkräftetheber gar nicht mehr nach alles ausschlagalbende Argumentes?

00:09:57: also

00:09:58: Ich muss dir sagen, ich kann mir das nur sehr schwer vorstellen.

00:10:04: Ein Pflegeroboter kann mich mir vorstellen in bestimmten Bereichen der Pflege.

00:10:12: Das kann ich mir vorstellen also zum Beispiel Essensausgabe oder Reinigung der Räumlichkeiten oder sogar vielleicht Betten machen.

00:10:23: aber die Empathie mit einem kranken Menschen in ein Gespräch zu gehen, seine Sorgen sich anzuhören oder in einem alten Heim zum Beispiel.

00:10:36: Mit einem alten Menschen dazu sitzen und zu hören was er gemacht hat und auf ihn einzugehen Gut, dafür bin ich zu wenig Techniker.

00:10:45: Vielleicht kann man das machen?

00:10:47: Ja aber jetzt hast du ja gerade schon ein paar Punkte gesagt.

00:10:50: Jetzt hast du eine Pflegekraft.

00:10:52: Es geht darum vielleicht Betten zu machen es geht vielleicht darum Toiletten oder Toilettengang.

00:10:58: Ich hatte neulich einen Interview gelesen oder ein Bericht aus China wo ältere Menschen gesagt haben sie finden es eine größere oder Würdelosigkeit, sich den Hindern auf gut Deutsch von einem Menschen abwischen zu lassen anstatt von einem Roboter.

00:11:19: So das heißt ich habe ja in der Pflege wahrscheinlich bis auf diese emotionale Komponente viele Tätigkeiten die doch ein Roboter ersetzen kann und der Mensch kann sich auf den Mensch konzentrieren und nicht auf die anderen Sachen.

00:11:34: Und du hast ja dann vielleicht auch Menschen in der Pflegeeinrichtung, die gar nicht mehr so kommunikativ sind.

00:11:42: Richtig, ja das stimmt!

00:11:46: Das ist sicherlich ein Thema.

00:11:47: wir werden bis Mitte Zwei-Tausendfünfzig ungefähr sieben Millionen Pflegebedürftige hier in Deutschland haben.

00:11:59: Das ist eine Zahl, die vor dem Hintergrund des Defizits, dass ich vorhin gesagt habe ja im Prinzip nicht zu bewältigen ist.

00:12:09: Also wir werden auf alternative Hilfsmittel, sondern ich das jetzt mal zurückgreifen.

00:12:17: Nun bin ich in einer Generation groß geworden und habe ihn eine Generation im Krankenhaus gearbeitet und gelernt.

00:12:25: Ja wie gesagt wo ich mir das schlichtweg nicht vorstellen kann diese menschliche Interaktion sei es nun die Körperpflege oder eben die die Konversation das diene Maschine macht.

00:12:42: Das fällt mir persönlich sehr, sehr schwer mir vorzustellen für für neutrale Aufgaben wie ich es vorhin gesagt habe da kann ich mir das vorstellen aber sogar die Körperhygiene.

00:12:56: also ich kann mir schlichtweg das schwierig vorstellen dass ein Roboter einen zur Dusche begleitet und aufpasst dass man eben nicht ausrutscht und einem den Rücken sauber macht, trocken macht.

00:13:14: Alles das was ich in der Pflege auch gemacht habe kann ich mir schlecht vorstellen.

00:13:18: aber gut dass wird die Zukunft weisen.

00:13:21: ob du ja ob das so wird?

00:13:26: Es wird so davon bin ich überzeugt.

00:13:29: also das glaube

00:13:32: ich wahrscheinlich.

00:13:33: Ich glaube wir wollen uns momentan in unserer Blase einfach viele Sachen nicht eingestehen.

00:13:40: Aber das ist eine Folge wahrscheinlich separat mal für Roboter-Technik und dergleichen... Das wäre interessant!

00:13:47: Aber wenn wir immer von Migration reden, worüber reden wir denn eigentlich?

00:13:51: Also ich persönlich habe immer so das Gefühl dass da sehr viel vermischt wird.

00:13:57: mit Migration man wirklich immer.

00:13:59: nur sag' ich mal denjenigen, der Asyl hier haben will und zuwandern usw.

00:14:05: Aber über was reden wir?

00:14:06: Du

00:14:06: hast völlig recht!

00:14:07: Wenn wir über Migration reden, meinen wir eigentlich den Flüchtlinge aus irgendwelchen Gründen im Land Asyl beantragt.

00:14:20: aber unter Migration fallen eben die Fachkräfte, die hierher kommen der Familiennachzug, der hierher kommt.

00:14:33: Die EU-Freizügigkeit also aus anderen EU-Ländern die herkommen Das wird alles unter dem Begriff der Migration gewertet und so werden auch die Zahlen generiert.

00:14:48: das heißt also wir vermischen tatsächlich diese verschiedenen Gruppen Und das sollte man eigentlich auseinander halten.

00:14:58: Und auch dieses Problem, dass man sagt die Migranten führen zu Problemen.

00:15:06: Nicht jeder Migrant ist pauschal ein Problem für das Land und die Differenzierung ist eben nicht da.

00:15:16: Eine Migration oder einen Migrant der unter Umständen ist sehr wahrscheinlich.

00:15:23: Da gibt es Zahlen für sehr positiv unsere für unsere Gesellschaft?

00:15:31: Ja, das stimmt.

00:15:32: Aber ich finde immer wenn man über das Thema Migration redet da hat man auf der einen Seite die einen höheren Kritik und vermuten sofort Menschenfeindlichkeit Die anderen hören humanitäre Argumenten und vermute sofort naivität.

00:15:48: also es ist ein bisschen schwer zu sagen Wie du es gerade gesagt hast mit der Migration und was vermischen wir, wird zu wenig differenziert tatsächlich gesehen aus meiner Sicht.

00:16:01: Na gut man braucht sich ja einfach nur die Zahlen mal anzugucken.

00:16:05: also wir hören immer nur Negatives oder meistens nur Negatives aber wir haben auch gelungene Fälle.

00:16:13: wir haben ja auch sehr sehr positive Sachen.

00:16:18: Ich meine, es ist doch

00:16:20: vollkommen

00:16:21: unbestritten dass Millionen Menschen, Millionen Migranten in Deutschland arbeiten und so erfolgreich arbeiten.

00:16:27: Steuern zahlen wie jeder andere Mensch auch.

00:16:31: Es gibt eine sehr interessante Studie von der Global Entrepreneurship Monitor der sagt das die Gründungsquote von Einwanderung Personen, also Migranten die Gründer geworden sind liegt bei zwölf und halb Prozent.

00:16:56: Das ist das in Zahlen von zwanzig, dreinzwanzig vierundzwanziger Menschen ohne Migrationshintergrund, also die in Deutschland geboren worden sind und hier aufgewachsen sind haben sieben Prozent.

00:17:10: D. h., Migrantinnen haben einen ungefähr doppelt so häufig Unternehmen gegründet und haben erfolgreich dieses Unternehmen dann auch geführt.

00:17:25: Ja, jetzt komm mir direkt mal durch den Kopf woran liegt das denn?

00:17:32: Also was mir als erstes mal eingefallen ist gerade wo du das gesagt hast is Migration oder wenn jemand sein Land verlässt generell schon ein Risiko.

00:17:42: also ist Migration schon so eine Art erster Schritt unternehmerisch aktiv zu sein, weil auch das ist ja nachher bei einer Gründung.

00:17:51: Du hast ein Risiko und man muss sich durchsetzen, improvisieren, Netzwerke aufbauen und Probleme lösen.

00:17:58: Also ist das vielleicht aus einem Hintergrund?

00:18:02: Einfach aus ihrer Historienerfahrung der Migration, sie dafür besser geeignet ist, das falsche Wort aber dass das der Grund ist warum sie vielleicht mehr an der Sache machen?

00:18:17: Also ich glaube Mike, für mich persönlich gibt es für diese Zahlen also zwölf und halb Prozent und sieben Prozent zwei Gründe.

00:18:30: Der erste Grund ist der du musst mal überlegen warum migriert jemand.

00:18:33: Es migrierte ja keiner weil er sagt Ich habe hier überhaupt nichts zu tun Und ich langweile mich.

00:18:40: Sondern man emigriert aus einem Land Weil's einem schlecht geht Entweder Angst um sein Leben hat, weil Krieg ist oder ... Weil es ...

00:18:54: Dürre, Lebensmittel, Nahrheit.

00:18:55: Alles Mögliche gibt's da?

00:18:56: Genau!

00:18:58: Das ist der erste Grund.

00:18:58: Also das heißt die Leute, die emigrieren und hierher emigrieren, die machen das nicht zum Spaß.

00:19:05: Die haben ein echtes Problem.

00:19:08: Und ich wage zu behaupten dass die so über diese Migranten schimpfen nicht mal die Ahnung haben, was für Probleme sie haben.

00:19:22: Und ich glaube es täte jeden gut sich mal da rein zu versetzen.

00:19:28: das fängt ja schon an wenn einem im Ausland der Flieger plötzlich abhanden kommt weil der Charterflug von Dubai hier nach Frankfurt plötzlich nicht fliegen kann, weil der Flughafen beschossen wird.

00:19:44: Und plötzlich ist man in der Situation, dass man merkt, oh!

00:19:47: Hier will ich aber schnell weg und da sieht man die Situation dann vielleicht doch mit anderen Augen.

00:19:53: Also ich will nur sagen, die Migranten kommen nicht zum Spaß.

00:19:56: Nein, das sage ich ja auch nicht.

00:19:58: Ich würde gerne noch mal, weil es echt spannend finde, weil ich selber auch so in der Start-up-Szene unterwegs bin... ... einfach nochmal für mich auch verstehen wollen, warum ist die Zahl fast doppelt so hoch?

00:20:09: Also...

00:20:10: Ja den zweiten Punkt habe ich ja noch nicht gesagt.

00:20:12: Also okay!

00:20:14: Ich höre dir immer gerne zu.

00:20:17: Aber ich habe jetzt zum Beispiel... Du kommst aus einer anderen Kultur,... ... du hast einen ganz anderen Blickwinkel da drauf.

00:20:23: Also du siehst vielleicht Probleme anders,... ...die du irgendwie lösen möchtest.

00:20:28: und was ich glaube aber auch häufig im Punkt ist.... ist die Aufstiegsmöglichkeit, weil was ich immer wieder höre.

00:20:34: Ist das natürlich auch irgendwelche Zertifikate Schulbildungs Sachen Ausbildungssachen Studien Sachen ja auch nicht anerkannt werden und rauszukommen aus dieser Abhängigkeit ist dann halt sehr häufig wahrscheinlich auch Ich mache mich selbstständig Und ich mach was eigenes an der Stelle.

00:20:51: also schon vielleicht eine vielschichtige Geschichte.

00:20:55: Das könnte ich mir gut vorstellen.

00:20:57: aber es könnte Natürlich auch der Grund sein, muss dir vorstellen wenn jemand eine Flucht hinter sich hat.

00:21:06: Hat er eine ganz andere Sicht glaube ich auf sein zukünftiges Leben und auf die Möglichkeiten die ihm sein Leben gegeben hat jetzt neu?

00:21:20: Und ich glaube dass Migranten durchaus dankbar sind für diese Möglichkeit und diese Möglichkeit auch ergreifen wollen.

00:21:32: Und ich glaube, sie haben auch schlichtweg keine Angst!

00:21:35: Also Sie riskieren gerne mehr weil Sie in Ihrem neuen Leben was erreichen wollen?

00:21:44: Ja das war das, was ich ja vorher gesagt habe.

00:21:46: also die haben mir schon einen ganz anderen Background als sich hierher kommen und eine ganz andere Motivation.

00:21:53: aber wie gesagt auch vielleicht zu sagen Ich will nicht abhängig sein.

00:21:58: Weiß ich nicht.

00:21:59: Zu Recht bin, zu recht aufgenommen wurde und so weiter?

00:22:02: Ja!

00:22:03: Und man muss ja auch sagen also wenn wir in der Gesellschaft die Migration als Chance sehen und nicht als Defizit für unsere Gesellschaft dann täte das glaube ich dem Zusammenleben sehr gut.

00:22:17: Aber ich frage mal anders drum.

00:22:18: Also ich bin dir da auch voll der Meinung aber wo belastet es vielleicht auch trotzdem Deutschland Wenn Kommunen über Wohnraumangel berichten, über forderte Ausländerbehörden fehlende Kita-Plätze usw.

00:22:35: Ist das ein Problem was wir aber in den Siebzigern auch schon hatten?

00:22:41: Also die Probleme die du ansprichtst sind da, das stimmt.

00:22:45: Aber auch da gibt es belastbare Zahlen.

00:22:49: also Die Asylanträge innerhalb Deutschlands sind von bis jetzt deutlich runtergegangen.

00:23:01: Zwei Tausend Fünfzehn hatten wir Vierhundertsebzigtausend Asylanträge, zwei Tausendszweinzwanzig, zweihundertfünfundvierzchtausende, zweieinhalbzwanzige nur noch hundratachtsichtausend und jetzt im laufenden Jahr bis März haben wir dreißigtausender Asyl Anträge gehabt.

00:23:26: das heißt Angenommen, wir würden das jetzt hochrechnen auf bis Dezember XXV.

00:23:31: Ich weiß statistisch gar nicht ob das geht aber angenommen es würde gehen dann hätten wir hundertachtundzwanzigtausend.

00:23:37: Das heißt in den letzten zehn Jahren sind wir von vierhundertsiebzig tausend auf hundert sagen wir mal hundertdreißigtaussend gesunken?

00:23:49: Ja ja da stimmt.

00:23:50: aber ich sage mal Asylantrag ist ja politisch verfolgt.

00:23:55: also es ist ein anderer Thema wieder.

00:23:57: Also wenn wir jetzt von Migrationen reden, wie gesagt haben Fachkräfte und Studierende.

00:24:03: Wir haben aber ja vielleicht nicht nur politisch verfolgt ist sondern wir haben auch Menschen die wie gesagt eine Ernährungsprobleme in Sicherheit.

00:24:13: Wir sind dann Klimawandelregionen wo es einfach nicht mehr lehbar ist.

00:24:17: unterm Strich.

00:24:18: Also das heißt Asyl heißt ja für mich, wir nehmen weniger politisch verfolgte auf.

00:24:24: Aber wie sieht es denn mit der Gesamtzahl dann trotzdem

00:24:26: aus?

00:24:26: Na gut aber wenn du jetzt zum Beispiel von der Migration die wir vorhin angesprochen haben spielst und sagst okay ich zähle jetzt die Fachkräfte und die Studenten dazu oder die innerhalb der EU das Land wechseln Die dürften für das Land keine große Belastung sein, denn die dürfen arbeiten.

00:24:50: Dürfen arbeiten?

00:24:51: Ja

00:24:51: klar

00:24:52: alles machen.

00:24:54: Das Problem sind die Regelungen der Flüchtlings- und Asylpolitik.

00:25:01: Ich kenne selber ein sehr guter Freund von mir, der mit mir studiert hat.

00:25:05: Der kam Mit zwanzig Jahren aus dem Iran hierher Und der musste fünf Jahre Flüchtlingsheim wohnen, durfte nichts machen bis sein Status durch war.

00:25:19: Und er hat mit siebenundzwanzig Jahren angefangen Medizin zu studieren.

00:25:23: Zu der Frage von vorhin was du gesagt hast warum diese Prozentsaal doppelt so hoch ist?

00:25:30: Der hatte mit siebe und zwanzig angefangen.

00:25:32: das würde wahrscheinlich, würde ich jetzt mal behaupten kein deutscher machen aber er wollte es weil er dafür hierher gekommen ist.

00:25:40: Er hat es auch geschafft.

00:25:41: Er ist inzwischen Oberarzt, in der Chirurgie und in Köln im Krankenhaus.

00:25:47: Nee das stimmt!

00:25:49: Ich stelle mir nur die Frage wo kommen die Angst bei den Menschen her?

00:25:52: Also wenn man jetzt guckt seit die letzten zehn Jahre sind neunzehn Millionen Menschen nach Deutschland gekommen.

00:25:59: Jetzt hört sich das her finde ich immer erst mal viel an.

00:26:02: Wow fast zwanzig Millionen weil knapp über achtzig Millionen ist ja schon ein Wort.

00:26:07: Gleichzeitig haben dreizehn Millionen aber Deutschland verlassen.

00:26:12: Und ich glaube, das ist immer was, was in der Debatte nicht.

00:26:15: Das heißt wir haben immer noch einen Nettozuwachs von sechs Millionen Menschen ja?

00:26:19: Aber es ist halt einfach nichts so wie es häufig kommuniziert wird zumindest von denen auch dies kritisch sehen.

00:26:26: also wir müssen ja beide Seiten sehen Zuwanderung, aber auch gleichzeitig Abwanderungen.

00:26:30: Völlig richtig!

00:26:32: Ich sehe das durchaus so dass es auch Probleme gibt.

00:26:39: Wenn du Probleme bei der Migration ansprichst, dann fängt es an mit der Sprache.

00:26:45: Also Sprachdefizite und laut dem Bildungsmonitor von zwanzig-vierundzwanzig ist die Sprache die größte Hürde für den schulischen Erfolg.

00:26:55: Kann man sich auch vorstellen?

00:26:56: Klar wenn du keine Sprache hast kannst du

00:26:59: schulisch

00:27:00: natürlich nicht weiterkommen.

00:27:01: Ich glaube noch nicht nur für den Schulischen, das geht ja um den ganzen Integrationsprozess und ich glaube tatsächlich dass vieles in der Vergangenheit falsch gemacht wurde.

00:27:10: Warum hast du gegeben, falls in vielen Städten diese Communities?

00:27:15: Weil im Prinzip wurde einfach nicht darauf geachtet oder man hat gesagt naja ihr zieht hierhin und dann ist man in seiner Community.

00:27:23: es gibt ja hier Bereiche die Menschen sind seit fünfzig Jahre hier und sprechen kein Deutsch weil sie's nicht müssen weil alles in ihrer Hut alles vorhanden ist Und da glaube ich, haben wir schon auch Fehler gemacht oder weil wir jetzt Woche hatten von Kommunen.

00:27:39: Das ist ja... Es ist zwar glaube ich nicht eingebildet dass die Kommunen teilweise Probleme haben mit Kitaplätzen, mit Wohnraummangel und so weiter aber das ist doch gleichzeitig ein Thema der Unterinvestition.

00:27:54: also man hat doch aus meiner Sicht viel zu lange nichts weiter entwickelt und schiebt es jetzt sage ich mal auf die Migration.

00:28:04: Ja, das kann sein.

00:28:05: Das könnte ich mir vorstellen.

00:28:07: denn wenn man sich die negativen aber auch die positiven Punkte der Migration anschaut dann fällt natürlich schon auf dass und das ist eine Erwerbstätigenquote die wir berechnen können, die wir haben.

00:28:28: Siebzig Prozent der Menschen mit einem Migrationshintergrund arbeiten haben einen ganz regulären Arbeitszahlen steuern.

00:28:38: Wir tun immer so, wenn wir von Migration sprechen, dass Leute den Staat ausnutzen und da müssen wir ein bisschen kritischer werden.

00:28:50: Das stimmt so nicht!

00:28:51: Und ich meine das was du sagst, dass der Staat unter Umständen viele Sachen über Jahrzehnte hat schleifen lassen bin ich absolut bei dir völlig richtig.

00:29:02: Und jetzt ist ja auch die Frage, was bedeutet eigentlich ja Integration?

00:29:06: Sprache Arbeit, Werte und Gefühl.

00:29:08: Also wir haben es ja gerade schon, Sprache ist ja die Basis in der Schule, in der Arbeit Medizin.

00:29:14: du hast mir auch schon erzählt dass so häufig jemanden in der Praxis sitzen hat, die einfach nicht die Sprache verstehen.

00:29:20: Du keine Chance hast sie zu behandeln weil ein Google Translator kann einfach das nicht so übersetzen wie du's hast.

00:29:27: dann haben wir finde ich Arbeit schafft Zugehörigkeit aber ersetzt auch nicht automatisch die Integration, die gesellschaftliche.

00:29:37: Und das Land muss eben auch Zugänge schaffen.

00:29:42: also zugewanderte müssen halt auch die Möglichkeit haben oder ein Programm oder einen Zugang haben um die Integration vernünftig zu machen.

00:29:53: Das war sich vorher meinte.

00:29:54: ich glaube dass halt auch viel in der Vergangenheit auf guter Zecht verpendet wurde.

00:29:59: Ja, ich glaube es ist aber auch ein Stückchen weit eine Mentalitätssache.

00:30:05: Ich kann mich erinnern wir waren vor vielen Jahren in Kanada und haben dort einen Familienurlaub gemacht und das was wir da erlebt haben war wirklich beeindruckend für mich weil wir mit so einer Herzlichkeit aufgenommen wurden.

00:30:27: das was ich vorhin erzählt habe über dieses kleine Dorfettingshausen, wo ich groß geworden bin.

00:30:31: Das war genauso also... Ich hab vorhin gesagt, ich bin auf die Leute zugegangen aber genau so sind die auch auf uns zu gegangen.

00:30:39: Die waren sehr freundlich und offen.

00:30:43: Und das macht es natürlich einfacher!

00:30:46: Wenn ich jetzt aber stelle dir vor du kommst als Migrant hier nach Deutschland hast vielleicht zwei kleine Kinder Du sprichst die Sprache nicht gut oder gar nicht am Anfang und die Erwartungshaltung, die dir entgegen gebracht wird.

00:31:04: Und das merkt man ja als Mensch ist dass du jetzt alles wissen sollst und die Sprache sprechen solltest und das Brauchtum eben kennen solltest.

00:31:16: Du fühlst dich unwohl!

00:31:18: Du fühlsst dich dann so ein bisschen unwillkommen sag ich das jetzt mal Und da fällt es natürlich schwer, dann geht man als Mensch lieber zu seinem Nachbarn oder in dieser Huck wie du vorhin gesagt hast.

00:31:33: Da habe ich also meinen Friseur der die gleiche Sprache spricht und den Lebensmittelhändler usw.

00:31:41: Ich glaube das liegt auch ein bisschen an der Gesellschaft selber

00:31:46: Also an dem Migranten die zuziehen?

00:31:48: Oder...

00:31:48: Nee!

00:31:49: Auch an den Deutschen die die Migrantinnen empfangen.

00:31:55: Ich habe zum Beispiel ein schönes Beispiel.

00:31:58: Ein guter Bekannter, den du auch kennst hat einer Migrantenfamilie eine Wohnung vermietet und die konnten anfangs überhaupt kein Deutsch bekommen aus Pakistan Und besonders die Frau hat sich so um sie gekümmert dass inzwischen ein freundschaftliches Verhältnis entstanden ist Und die haben überhaupt keine Hemmschwelle mit ihr eben in Kontakt zu treten.

00:32:30: Das macht einfach viel aus, wenn du dich willkommen fühlst und dieses Willkommen

00:32:39: fühlen.

00:32:40: das ist manchmal schwierig und gerade in der jetzigen Zeit wo eben dieses Gefühl wir werden über Rand in der Gesellschaft da ist.

00:32:52: Das heißt im Prinzip haben wir ja aber auf beiden Seiten einen gewissen Fehler.

00:32:57: Also die Migranten, die sich aber manchmal auch ein bisschen schwer tun vielleicht wie wir es haben in ihrer Community schnell bleiben.

00:33:04: Aber auf der anderen Seite denke ich mir doch auch häufig jetzt vorher mal kurz so Abschlüsse werden, Abschlüße überhaupt akzeptiert oder dauert viel zu lange oder wie du gesagt hast dass er fünf Jahre irgendwo in einem Auffangheim am Endeffekt verbringen musste.

00:33:21: Das sind ja aber schon auch strukturelle Themen, die dann einfach schief laufen.

00:33:25: Ja absolut!

00:33:26: Da

00:33:28: macht man sich auf beiden Seiten schwer... Also ich habe neulich auf Instagram, da war auch ein dunkelhäutiger Arzt, Deutschland geboren, perfektes Deutsch gesprochen und der hat auch in dem Post gesagt hey das ist unglaublich wenn er behandelt die Leute und denn die Leute so fragen naja wo kommen sie her?

00:33:46: Ich komme aus

00:33:47: Ortso-und-So.

00:33:49: Nein, wo kommen sie wirklich her?

00:33:51: Nein!

00:33:51: Ich

00:33:52: bin hier in Deutschland geboren.

00:33:55: Und das ist ja schon so dieses auch wieder so in der Schublade und er hat eine andere Hautfarbe also muss er ja zugewandert sein obwohl er ja hier geboren ist.

00:34:05: Wobei ich folgendes dazu am besten gehen muss... Also ich glaube Trotzdem der Ton macht die Musik.

00:34:13: Es ist schon so, es gibt einfach auch neugierige Menschen.

00:34:17: also die fragen einfach wo kommen sie her?

00:34:20: Ist mir auch schon passiert!

00:34:21: Also ich muss das ja nicht alles als beleidigend auffassen.

00:34:25: Das was du vorhin gesagt hast mit «Es läuft etwas nicht richtig».

00:34:28: Ich habe ja vorher gesagt ich komme aus dem Iran ursprünglich und im Iran gibt es relativ viele Flüchtlinge die aus Afghanistan in den Iran kommen.

00:34:40: die dürfen sofort arbeiten.

00:34:43: Nun ist es vielleicht ein bisschen einfacher, weil ein Dialekt der Afghanen sehr gut verständlich für die Iraner ist.

00:34:51: Das heißt da fällt diese Sprachbarriere weg oder fast weg.

00:34:57: aber die Afghanen müssen sich auch melden.

00:35:01: sie werden auch in Geheime zusammengelegt damit man sie sozusagen kontrollieren kann, aber sie dürfen vom ersten Tag an arbeiten.

00:35:16: Sie dürfen sich eine Arbeit suchen und dann die haben nur die Verpflichtung abends wieder da zurückzukommen.

00:35:22: Das ist schon eine große Erleichterung.

00:35:26: Mein Freund von dem ich vorhin erzählt habe, der hat fünf Jahre lang ... Da konnte er Deutsch inzwischen.

00:35:33: Der durfte nicht arbeiten!

00:35:36: Und das sind natürlich Sachen.

00:35:38: Und ich glaube auch, dass ein Teil dieses Rückgangs des Asylanträge, die ich vorhin angesprochen habe.

00:35:48: Auch damit zusammenhängen.

00:35:51: Deutschland ist für jemanden der hierher kommt um hier zu bleiben aus einem anderen Land herkommt, um hierzubleiben.

00:35:58: Ein schwieriges Pflaster!

00:36:00: Um überhaupt erst die Genehmigungen zu bekommen und zu arbeiten.

00:36:05: davon abgesehen das die deutsche Sprache nun wirklich schwierig ist.

00:36:08: Du als Schwabe musst das ja wissen.

00:36:09: Ja, ich hab da heute noch ein Problem damit.

00:36:12: also von dem her alles gut.

00:36:15: wenn man jetzt wieder einen Blick auf die Bevölkerung wirft und die Ablehnungshaltung und so weiter kommt natürlich immer auch das Thema Kriminalität und Sicherheit irgendwo auf die Agenda.

00:36:26: Das war's letztes Jahr glaube ich knapp über neunhunderttausend nicht-deutsche Tatverdächtige.

00:36:32: Das entspricht Einenvierzig Komma acht Prozent aller tat Verdächten.

00:36:36: Und Jetzt finde Ich persönlich Deswegen sei es ganz bewusst nicht deutsch.

00:36:42: Das zählen Touristen dazu, EU-Bürger, Geschäftsreisende Studierende

00:36:46: usw.,

00:36:47: also nicht zwingend immer alles Flüchtlinge und Migration an der Stelle.

00:36:51: Hat sich da denn aus deinem Untersehmenssache Gefühl was verändert?

00:36:57: Oder ist das halt wirklich so in der Wahrnehmung der Menschen dass man sagt naja Die Kriminalität wird größer, je größer die Migration wird.

00:37:05: Weil das habe ich so das Gefühl in der öffentlichen Debatte, dass da ein ganz großer Aufhänger ist.

00:37:12: Ich glaube, da wird viel vermischt.

00:37:14: also diese Statistik, die du sagst, diese knapp zweiundvierzig Prozent ausländischer Tatverdächtiger Da wenn man die gegen deutsche Staatsangehörige stellt, dann haben wir dann denkt man, wow das ist ja fast zehn Prozent mehr klar.

00:37:35: Du hast schon angesprochen also es sind eben alle möglichen Menschen, Geschäftsreisende und Asylbewerber auch Personen mit Duldung sind dabei aber eben auch Touristen sind dabei.

00:37:46: Und wenn man aber diese Debatte so ein bisschen auseinander klamüsert und sich mal die Statistik des BKA angeschaut Dann sieht man Das für Geflüchtete und Zuwanderer, also wirklich im engeren Sinn.

00:38:02: Also das was wir vorhin Asylanten genannt haben an allen Tatverdächtigen der Allgemeinkriminalität, also alles Mögliche, ... ... in den gesamten Bevölkerung.

00:38:21: Tötungsdelikte lag bei zwölf Prozent und Sexualdelikte, Rohheizdelikte und Rogendelikte lagen so zwischen acht und zehn Prozent.

00:38:31: Das heißt deutlich weniger als der Durchschnitt!

00:38:36: Das muss man sich mal ein bisschen vor Augen führen... Man darf die nicht alle in einen Top-Werfen und wenn von ausländischen Tatverdächtigen die Rede ist sind damit eben nicht automatisch Flüchtlinge genannt, gemeint.

00:38:54: Aber warum?

00:38:55: Ich habe es als Vorher von dem Arzt erzählt.

00:39:00: Warum erzählen wir selten so gelungene Migrationen?

00:39:04: Also ich für mich habe ja immer wieder die Medien ins Spiel, muss ich fairer Halbe zugeben weil ich halt einfach glaube Erfolgsgeschichten sind einfach nicht so konfliktstark und deswegen weniger medial sichtbar.

00:39:20: So, eine Erfolgsgeschichte macht jeder Haken dran.

00:39:24: Findet ihr auch keine Negativ oder keine große Diskussion?

00:39:27: Keine Kommentare groß statt und so weiter wo sich die Menschen daran scheitern.

00:39:31: Und es ist ja im Gegenzug gibt's ja ganz viele erfolgreiche Migrationsgeschichten Egal ob es Unternehmer sind Ärzte Handwerker Nachbarn Vereinsmitglieder Es ist ja da.

00:39:43: natürlich wird nicht erzählt

00:39:46: Naja das zählt ein bisschen zu dem was du vorhin schon mal gesagt hast.

00:39:50: also Das Negative lässt sich besser erzählen.

00:39:56: Und das Positive wird so ein Stückchen weit erwartet, es wird erwartet...

00:40:00: Ja und ich hab so immer den Eindruck, wenn du natürlich irgendwie Probleme erzählst.

00:40:06: Dann erzeugt der Angst das ist wieder materialinteressant

00:40:08: usw.,

00:40:09: aber wenn du Erfolg erzählt dann wirkt es irgendwie so ein bisschen naiv also nach dem Motto Naja das war ja der Erzähl Aber die realen Probleme will er nicht wahrhaben Und das ist ja irgendwie so alles so weich gespült und soweit vielleicht

00:40:20: ist es ja so

00:40:23: Das

00:40:23: habe ich vorhin gesagt hat, dass in Deutschland im Ärzte haben Migrationshintergrund.

00:40:30: Das ist doch eine Erfolgsgeschichte.

00:40:31: Das kann man auch mal sagen.

00:40:33: Natürlich, absolut!

00:40:34: Man

00:40:34: muss sagen hier Leute das ist doch toll was ihr hier macht oder in deinem Metier wird es das sicherlich auch geben.

00:40:42: Guckt doch mal wie viele Restaurants haben deren Besitzer Migrationshintergrund?

00:40:49: Wieviele Friseure haben Migrations Hintergrund?

00:40:53: In allen Spaten jedes dieser einzelnen Geschichten ist eine Erfolgsgeschichte.

00:41:01: Ich möchte nicht wissen, wie es ist wenn ich jetzt mit Mitte fünftig gezwungen wäre in keine Ahnung nach Pakistan zu emigrieren.

00:41:14: und dann sitze ich da mit Mitte Fünfzig muss die Sprache lernen, muss die Kultur neu lernen.

00:41:23: Beregt mal wie schwierig das ist!

00:41:25: Also, ich finde wir sollten auch ein bisschen mehr tolerant sein.

00:41:30: Auch ein bisschen den Leuten die herkommen, die Möglichkeit geben das eben zu verinnerlichen und auch zu lernen.

00:41:38: Du hast recht du hast vorhin gesagt es ist auch ein Teil hängt natürlich auch an den Migranten.

00:41:44: also man kann nicht nur sagen die Gesellschaft hat Schuld oder die Migranne.

00:41:48: Das

00:41:49: war bei allem

00:41:50: ganz klar absolut.

00:41:51: Aber ich finde es gibt ja dann so ein Kernparadox an der Geschichte, wenn wir unsere deutschen Bevölkerung anschauen.

00:41:59: Die einen sehen irgendwie den Fachkräftemangel und übersehen das Integrationsproblem die anderen zehn Integrations problemen.

00:42:07: uns übersehen eigentlich die Menschen, die längst Teil unserer Gesellschaft sind.

00:42:11: Ja Wenn jemand in diesem Land lebt, ist er Teil der Gesellschaft.

00:42:18: Das ist so Ich finde.

00:42:20: aber Da muss ich, wie soll ich sagen?

00:42:26: Ich fühle mich eigentlich nicht als Migrant.

00:42:28: Ich fühl mich als Deutscher mit iranischen Wurzeln trotzdem sagen manchmal verstehe ich die hiesige Bürokratie nicht.

00:42:44: es gibt durchaus Situationen wo ich das Gefühl habe die deutsche Kultur, die deutschen Ansichten zum Leben gerne gelebt werden sollten.

00:43:00: Das heißt man muss zu dem wie man lebt auch stehen.

00:43:05: Man muss dann auch sagen wir möchten natürlich dass eine deutsche Lebenskultur auch übernommen wird oder zumindest respektiert wird.

00:43:15: da muss ich wirklich sagen da sehe ich manchmal Probleme Wenn seitens der Migranten... Ja, Migrant ist hier der falsche Ausdruck.

00:43:26: Seitens der hier lebenden mit Migrationshintergrund, so muss ich das sagen über die Stränge geschlagen wird?

00:43:35: Ja genau!

00:43:36: Also man kann ja schon sagen dass im Endeffekt ja zu Menschen, die gebraucht werden und sich indikieren wollen.

00:43:42: aber man muss auch ein klares Nein eigentlich zu denen sagen die ständig Regeln brechen mal um das so deutlich dann

00:43:50: stimmt Das stimmt.

00:43:52: Wobei man sagen muss, ich habe es ja vorhin mit der Statistik gesagt, also echte Regeln im Sinne des Bundeskriminalamts werden von ganz wenigen gebrochen.

00:44:06: Na ja und darum geht's ja nicht.

00:44:09: Aber die, die sich nicht an Regeln halten können, muss man halt glaube ich als Staat dann auch mal ein Regel vorschieben uns nicht immer sich akzeptieren können?

00:44:20: Ja,

00:44:20: der Staat ist eine Sache.

00:44:22: Aber auch wir als Person in der Gesellschaft... Ich kann mich erinnern, dass ich als kleiner Junge in diesem Ort der Tingshausen Regeln nicht beachtet habe.

00:44:37: die, die ich schlichtweg nicht wusste muss ich sagen.

00:44:41: und damals kam unser Nachbar, der hat mich an die Hand genommen, hat gesagt haben wir zu So was macht man hier nicht, das ist gefährlich.

00:44:52: Da hat mich zu meiner Mutter gebracht, hat meine Mutter mich in die Hand gegeben und hat gesagt, dass um das hatte er abgemacht.

00:44:59: Und jetzt kommt glaube ich der Unterschied.

00:45:02: Mike Heute würde diese Mutter dem Nachbarn sagen Was fällt ihnen ein?

00:45:09: Die Persönlichkeitsrechte meines Sohnes anzugreifen?

00:45:14: Meine Mutter hat damals mich genommen hat sich bei unserem Nachbarn bedankt und hat mir dann die Leviten gelesen, er hat gesagt, das kannst du hier nicht machen.

00:45:24: So damit war das Thema durch.

00:45:26: ich wusste dann okay hier in Erdingshausen auf dieser Straße darfst du das und dass nicht machen, Punkt!

00:45:32: Das war dann gesetzte Regel für den zehnjährigen Abdi.

00:45:36: Aber diese Kochones haben die Leute nicht mehr privat Verantwortung zu übernehmen zu sagen nehme jetzt Verantwortung auf, mich sage einem jungen Menschen wie es geht.

00:45:54: Warum?

00:45:56: Weil sie vermuten müssen dass Sie überhaupt ins Leere laufen wenn sie mit diesem Jungen zum Beispiel zu den Eltern gehen und das ist falsch!

00:46:05: Das ist nicht richtig aus meiner

00:46:07: Sicht.

00:46:08: Was würdest du denn jetzt sagen nach fünfzig Minuten Gespräch?

00:46:13: Was muss jede Seite leisten, damit Migration gelingt?

00:46:17: Also der Staat die Gesellschaft und die Menschen, die zu uns kommen.

00:46:25: Ich glaube dass die Migration weder eine Erfolgsgeschichte ist oder eine Krisengeschichte.

00:46:33: sie ist beides.

00:46:36: Wir werden in Migration behalten solange wir da sind.

00:46:40: das liegt in der Natur unseres Lebens.

00:46:44: Die eigentliche Frage ist nicht, ob wir darüber reden sondern ob wir es schaffen darüber so zu reden dass am Ende mehr Verständnis entsteht als Spaltung.

00:46:55: Vielleicht zeigt sich die Stärke einer Gesellschaft nicht daran das alle eine Meinung sind sondern daran dass sie auch bei schwierigen Themen eben miteinander im Gespräch bleiben können.

00:47:07: und am ende geht's bei der Migration ja nicht nur um Grenzenzahlen und Politik.

00:47:14: Es geht um die Frage, wie wir zusammenleben wollen.

00:47:17: Und da auf dieser Antwort kann keiner alleine geben, die müssen wir irgendwie

00:47:23: zusammenfinden.".

00:47:23: Ja

00:47:25: und dann so mein letzter Gedanke ist vor allem Wie können wir wieder über Migrationssprechen ohne sofort in Lagervorwürfe und Feindbilder zu rutschen?

00:47:35: Also für mich war es halt immer so.

00:47:38: naja der die Kritik ist dann immer sofort rechts.

00:47:41: der eine sagt alles ist Überforderung Und wir müssen mal irgendwie differenzieren.

00:47:46: Irgendwie über was reden, wie Fachkräfte, Flüchtlinge, Asyl-, Familiennachzug ... Über Menschen die längst seit Jahrzehnten hier leben und voll integriert sind.

00:47:57: aber ich finde genauso ist wichtig Die Probleme müssen eben auch benannt werden dürfen.

00:48:03: Das kann man ja auch nicht unter den Tisch kehren Wenn Schulen überfordert sind weil Sprachen fehlen.

00:48:08: das ist einfach ein Thema.

00:48:11: Da muss auch dann von anderen Seiten Lösungen kommen.

00:48:14: Wenn Behörden nicht hinterherkommen, aber auf der anderen Seite muss man auch anerkennen finde ich wenn was funktioniert.

00:48:22: Thema Erfolgsgeschichte.

00:48:24: Wenn wir es schaffen könnten ohne diese Angst oh Gott!

00:48:30: Ich habe das Thema Migration angesprochen.

00:48:32: Was passiert jetzt?

00:48:33: Bin ich ein Ausländerfeind oder bin ich ein ausländerfreund?

00:48:39: Wenn wir es schaffen könnten, dieses Thema anzusprechen ohne Ressentimentsen.

00:48:45: Dass man so wie du sagst in Schubladen gesteckt wird dann werden wir es auch schaffen denn Es wird immer Migration geben.

00:48:52: ich bin überzeugt davon geht gar nicht anders.

00:48:55: Aber vielleicht ist das eine der Aufgaben wirklich zu sagen nicht sofort ein Lager verteidigen sondern erstmal die Wirklichkeit anschauen mit Gefühl ohne Naivität Vielleicht Klarheit ohne Menschenfeindlichkeit, dann kann man über Migration widersprechen.

00:49:12: Ohne dass aus jedem Gespräch gleich wieder ein Kampf wird!

00:49:16: Das ist das genau richtige Schlusswort zu diesem echt heftigen Thema finde ich.

00:49:22: aber es hat mir großen Spaß gemacht mit dir darüber zu sprechen.

00:49:24: Danke.

00:49:25: gleichfalls

00:49:26: Wir würden ja gerne eure Meinungen wissen und auch hier würden wir gerne eure Meinung wissen.

00:49:32: wenn ihr Wie ihr das seht, wie ihr zu diesem Thema Migrationen steht?

00:49:38: Genau.

00:49:38: Schreibt uns eine E-Mail oder in den Social Media Kanälen irgendwelche Kommentare würde ich uns tatsächlich sehr freuen wenn ihr da

00:49:46: aktiv werdet.

00:49:47: Aktiv

00:49:47: werdet genau.

00:49:48: Das ist eigentlich die richtige Wurde.

00:49:50: Insofern bleibt im Gespräch Bleibt kritisch schafft euch eure eigene klare Lage Ist dahin alles Gute wo immer ihr auch seid.

00:50:01: Euer Abtierafsar

00:50:03: Das ist doch kein Mike-Benz.

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