Folge 005 - Wenn Vertrauen bröckelt – Staat, Medien und die Krise der Glaubwürdigkeit

Shownotes

In dieser Folge wird es politischer und kritischer: Abdi Afsah und Mike Bertsch sprechen darüber, warum viele Menschen das Vertrauen in Staat, Politik und Medien verlieren. Ausgangspunkt ist die Frage, ob das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft steht, langsam bröckelt.

Es geht um Bürokratie, Digitalisierung, marode Infrastruktur, überforderte Behörden und politische Entscheidungen, die für viele Bürger kaum noch nachvollziehbar sind. Gleichzeitig werfen Abdi und Mike einen Blick auf die Rolle der Medien: Wie verändern Algorithmen, Social Media, Fake News und emotionale Zuspitzung unsere Wahrnehmung? Warum verbreiten sich Falschmeldungen schneller als Korrekturen? Und weshalb fühlen sich viele Menschen von klassischer Berichterstattung nicht mehr erreicht?

Eine nachdenkliche Folge über Vertrauen, Verantwortung, Medienkompetenz, Populismus und die Frage, wie wichtig persönliche Gespräche, Vereine, Nachbarschaft und kritisches Denken für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.

Transkript anzeigen

00:00:06: Klare Lage.

00:00:08: Zwei Perspektiven, ein Gespräch!

00:00:10: Der Podcast mit den Freunden Abdi Afsa

00:00:13: und Mike Pärsch.

00:00:20: Ja hallo allerseits hier sind wieder Abdi AFSA

00:00:24: und Mike Perch.

00:00:25: Schön dass ihr dabei seid.

00:00:27: zu unserer nächsten Folge von klare Lage Heute wird es vielleicht einen Tickkontroverser Vielleicht auch ein bisschen unbequemer Aber darum geht es ja im Prinzip.

00:00:42: Wir wollen heute mit euch gemeinsam über unseren Staat und über Medien sprechen.

00:00:53: Mike, ich würde dich gern mal was fragen wenn du hörst das Fundament auf dem wir Leben auch im Staat bröckelt?

00:01:07: Was fällt dir da ein?

00:01:09: Geht ihr da durch den Kopf?

00:01:11: Oh, ganz viel glaube ich tatsächlich.

00:01:13: Also ich habe so den Eindruck zum einen ist es die jüngere Generation, die immer ein größeres Thema hat, so irgendwie bis neunundzwanzig dreißig, die dahin vertrauen verliert und dann sind das aber glaub ich auch Themen.

00:01:27: also fangen wir an Corona, die ganzen Corona-Maßnahmen wo wahnsinnig unstrukturiert glaube ich war.

00:01:35: man kann da einen eigenen Podcast machen.

00:01:39: Aber was ist Sinnhaftigkeit gewesen?

00:01:42: Was war Nichts-Sinnhaftigkeit, was hätte der Staat vielleicht vorher schon auf der Agenda haben müssen?

00:01:48: und so weiter... Das ist aber ein anderes Ding, dann kommt dabei natürlich der Digitalisierungstau.

00:01:55: Wir haben glaube ich eine Industrie inzwischen oder einen Fortschritt wie es noch nie in der Industrialisierung gewesen ist finde ich persönlich eine wahnsinnig langsame Entwicklung, wo der Staat schlichtweg viel zu langsam reagiert um Mechanismen zu schaffen oder auch rechtliche Grundlagen zu schaffen.

00:02:15: Um das Ganze irgendwo den deutschen Unternehmen und den Software-Unternehmen und den Startups Sachen zu machen und den digitalen Ausbau auch voranzutreiben.

00:02:26: Also wir reden in anderen Ländern von autonomen Fahren, und hier habe ich noch nicht mal Empfang vom Handynetz.

00:02:33: also ja was wie soll mein Autoautonom fahren wenn es halt keine Verbindung nachher mehr hat als auch diesen ganzen Digitalausbau dass du immer noch Regionen hast mit irgendwie langsamem DSL usw.

00:02:46: Die Datenmengen werden immer größer.

00:02:51: Ja, Maßnahmen dafür.

00:02:52: Dann haben wir, finde ich die Bürokratisierung.

00:02:55: Jede Partei redet immer davon, wir müssen weniger Bürokratee machen.

00:02:59: Neulich sah sich an der Spree gegenüber vom Bundeskanzleramt in Berlin und habe dann meinen Gesprächspartner gefragt was wird denn hier gebaut so riesig?

00:03:07: Dann sagte er ja das Bundeskantleramt wird erweitert für viertausend neue Beamte.

00:03:13: Okay Glückwunsch!

00:03:16: Heißt das, dass geht alles schneller?

00:03:17: Weil den Eindruck habe ich halt definitiv nicht.

00:03:19: Also man versucht irgendwie mehr Beamte draufzusetzen.

00:03:23: Geschweige denn also gut vielleicht ist der Staat generell ein bisschen hinten dran was Digitalisierung betrifft aber Ist aus meiner Sicht auch der falsche Weg.

00:03:32: dann haben wir schlichtweg was ich vorher gesagt hab Politik für Trossenheit.

00:03:38: Jetzt guckt immer einen aktuellen Kanzler an.

00:03:39: jetzt habe ich sein aktuelles Alter nicht ganz im Kopf.

00:03:42: Aber korrigier mich sitzig oder andere Politikgrößen, die ja den Zugang zur Jugend schon längst verloren haben aus meiner Sicht.

00:03:56: Vielleicht auch zur Gesamtbevölkerung eine abgekapselte Politik machen und ein bisschen weltförmd von dem was das Ganze braucht und dann schlichtweg wahrgenommene Ungleichheit und solche Geschichten.

00:04:12: Wenn Diäten erhöht werden, wenn Renten für Beamte erhöht wird, für Politiker die vier Jahre im Amt sind und Renten bekommen wie jemand der dreißig Jahre gearbeitet hat dann ist da einfach glaube ich die Wahrnehmung und wahrscheinlich sogar die Realität da dass eine Politik Vertrossenheit ist.

00:04:32: Ja also mehr zu siebzig.

00:04:35: Ich glaube er hat sich mit seiner Kanzlerschaft keinen gefallen getan, in dem relativ hohen Alter.

00:04:44: Aber das steht auf einem anderen Blatt.

00:04:47: für die Bundesrepublik ist es im Moment kein Aushängeschild aus meiner Sicht ihn als Repräsentant eines Landes zu haben.

00:04:57: was du sagst mit Politikverdrossenheit ist schon fängt ja im Kleinen an.

00:05:04: also wenn ich erlebe Der Glasfaserausbau, den du heutzutage brauchst um die medialen Möglichkeiten zu haben, die heute möglich sind.

00:05:21: Wenn ich erlebe in welchem Hickhack das in einem kleinen Ortsteil, in dem ich lebe vorangehen beziehungsweise stagniert – es geht ja nicht voran – dann will ich mir gar nicht vorstellen wie es im Größeren ist.

00:05:35: Die Politik vertreten kommt natürlich auch aus der Situation heraus, in der man wenn ich von mir ausgehe früher das Gefühl gehabt hat ein Start funktioniert.

00:05:53: Ein Start ist tatsächlich eine Getriebe vielleicht auch ein großes getriebe auch einen langsam funktionierendes Getrieber aber es funktioniert vielleicht nicht perfekt aber grundsätzlich funktioniert es schon Und diesen Eindruck kriegt man immer weniger.

00:06:13: Man hört eben, dass die Politik sich für den Bürger wenig interessiert.

00:06:21: Dass die Politiker das machen was sie sowieso machen wollen und nicht auf die Wünsche der Bürger eingehen.

00:06:32: Ich glaube das ist das Schlimmste von allem Der Staat und die Repräsentanten, die gewählt sind vom Volk.

00:06:42: Das Ohr nicht mehr dort haben wo sie es haben sollten nämlich eben am Volk.

00:06:48: Und das ist glaube ich das Gefühl was sich breit macht im Land.

00:06:51: und dieses Gefühl führt dazu dass die Menschen keine Lust mehr auf Politik oder Politiker haben kein Vertrauen mehr in Politiker und das lässt einen Staat eben aus meiner Sicht bröckeln oder das Fundament jedenfalls, auf dem man steht zumindest bröckelig werden.

00:07:15: Ja absolut.

00:07:15: und dann stellt sich auch immer die Frage oder ich glaube das stellt sich ja generell die Bürger des Landes wie werden solche Entscheidungen gefällt?

00:07:25: Also wir haben vorher vom Digitalisierungsstau.

00:07:28: Deutschland liegt in der EU weit auf Platz drei von siebenundzwanzig Ländern.

00:07:34: Das ist peinlich.

00:07:35: Für die drittgrößte Wirtschaftsnat der Nation, der Welt sage ich mal müsste man glaube ich definitiv umschiften und zu sagen wo geht die Reise hin?

00:07:45: aber auch Infrastruktur.

00:07:47: also es gibt glaube ich in Deutschland viertausend Brücken sozusagen an Sanierungsfall sind oder in so schlechtem Zustand dass man Gefahr läuft sie nicht mehr nutzen zu können und der Schulgebäude sind schlichtweg sanierungsbedürftig.

00:08:06: Man fragt sich ja, wo geht das Geld von der drittgrößten Wirtschaftsnation im Prinzip eigentlich hin?

00:08:14: Bildung ist klar und unsere Fundamente unter dem Strich aber Infrastruktur brauchen wir halt genauso.

00:08:22: was ist so mit den Geldern passiert?

00:08:26: Das glaube ich ist das Problem warum die Bürger so ein bisschen auch das Vertrauen in die tagtägliche Politik verloren haben?

00:08:37: Ja, dieses Gefühl des Ungleichgewichts.

00:08:41: Das ist etwas was für die Menschen immer einen Punkt bringt wo

00:08:47: sie

00:08:48: unzufrieden werden, wo das Gefühl... reicht nicht mehr aus, damit ich eben gut lebe.

00:08:57: und auf der anderen Seite wird dann eben jetzt wie letztens zu hören war die Diätenerhöhung zum Beispiel diskutiert und diskutiert.

00:09:07: Wie ich letzte Woche gelesen habe in der Zeitung ist die Zeit bis zum ersten Juli so knapp dass es wahrscheinlich dazu kommt das eben die Diätenerhöhungen durchgeführt wird weil bis dahin keine Entscheidung getroffen

00:09:24: wird.

00:09:26: Und ist ja auch nichts Schlimmes, weil sie erhöhen sich ja die Gehälter selber?

00:09:31: Ja!

00:09:31: Also deswegen... Die haben ja keinen Nachteil da durch.

00:09:35: Ja genau, die haben kein Nachteile dadurch, das finde ich völlig recht.

00:09:38: aber der Punkt ist natürlich für die Leute es ist schwer zu vermitteln.

00:09:44: Genau, das

00:09:45: ist ein anderes Thema.

00:09:46: also für den Bürger ist es schwer zu gehen dort Gehaltserhöhungen und selber konnte man vielleicht nicht über die Runden.

00:09:53: Es ist, wir leben in einer Situation in Deutschland, in der eben so wie ich es vorhin gesagt habe das es viele Probleme gibt.

00:10:04: Wir haben die Bürokratie.

00:10:06: an jeder Ecke hört man Bürokrafti soll abgebaut werden.

00:10:10: jetzt sagst du in Berlin wird Platz für viertausend neue Beamte gemacht.

00:10:15: Die langsame Digitalisierung hast Du schon angesprochen die überforderten Behörden.

00:10:21: Das ist eine Sache, wo man sich dann fragt ja wie ich habe eine Bürokratie, die unendlich erscheint aber unsere Behörde sind überfordert.

00:10:31: was machen sie denn?

00:10:33: Probleme der Migration, die nach außen kommuniziert wird und über die wir vielleicht in einem der nächsten Podcasts auch noch mal sprechen sollten Die Bildung, die Infrastruktur das sind Sachen Probleme sind, die eben gelöst werden müssen?

00:10:51: Absolut.

00:10:52: Ich habe noch ein ganz schönes Beispiel, da dachte ich, das war letzte Woche, ruft mich einen Mitarbeiter einer Behörde an und hat eine Frage zu einem Förderantrag den wir gestellt haben.

00:11:05: Es geht darum dass Personen in dem Fall eine Frau eigentlich untypischen Beruf erlernt der nicht so typisch ist und da kann man als Unternehmen Fördergelder beantragen.

00:11:17: Ich habe es erst gar nicht verstanden, hab mit dem da lange rum geredet und diskutiert weil ich gar nicht wusste um welchen Förderantrag geht.

00:11:24: Es hat sich rausgestellt.

00:11:25: dieser Förder Antrag ist drei Jahre alt.

00:11:28: diese Dame hat ihre Ausbildung schon längst abgeschlossen Und jetzt meldet sich einer von dem anderen möchte über diesen Förder-Antrag von vor drei Jahren reden.

00:11:38: Ja aber das passt ins Bild!

00:11:39: Da dachte ich ich höre nicht richtig

00:11:41: genau

00:11:42: wo leben wir denn?

00:11:45: Also das passt ins Bild, dass wir selber uns im Weg stehen in dieser Bürokratie.

00:11:52: Vielleicht eine ganz kurze Schwänk in die medizinische Bürokratei wie du weißt?

00:11:58: Ich bin Mediziner und wir haben mit verschiedenen Versicherungen Verträge und können dort eine sehr spezielle Schmerztherapie machen.

00:12:12: Eine sogenannte CT-Gesteuerte Schmerztherapie.

00:12:16: Dabei können wir Millimeter genau Nadeln an die Viertelsäule führen und dort eben unsere Medikamente spitzen.

00:12:25: Es gibt aber auch Versicherungen, mit denen wir keine Verträge haben.

00:12:31: und nun würde jeder Patient der mir gegenüber sitzt dem ich dann sage ja Wir können das nicht bei ihnen machen.

00:12:39: Wir müssen sie weiter schicken Dann würde der Patienten denken Na gut!

00:12:42: Da hat jetzt eine Überweisung.

00:12:46: Ich gehe jetzt in eine radiologische Praxis und kann dort diese Behandlung durchführen lassen, ist aber nicht so.

00:12:57: Wir müssen den Patienten erst zu einem Schmerztherapeuten schicken.

00:13:04: Der Schmerztherapeut muss dann seinerseits den Patienten aufnehmen Und die Schmerztherapeuten haben, was die Patienten angeht.

00:13:13: Bestimmte Kriterien müssen das eben aufnehmen.

00:13:16: Das ist wirklich sehr, sehr bürokratisch und der Patient, der nun jetzt akute Schmerzen hat geht jetzt zum Schmerzerapeuten wird dort ein Termin irgendwann bekommen dann kommt er dahin muss diese Zettel ausfüllen und dann kriegt der Patient vom Schmerztherapeuten eine Überweisung zu einem Radiologen und der Radiologe kann dann endlich diese Spitze machen.

00:13:43: Und auf die vollkommen verständliche Frage, ja wieso ist das denn so?

00:13:48: sage ich Ja wir dürfen das nicht!

00:13:50: Wir dürfen nicht zum Radiologen direkt überweisen weil wir keine Schmerzappäuden sind aber die Spritzen selber dürfen wir geben.

00:13:58: Das ist total paradox.

00:14:00: Es ist vollkommen unverständlich Ein Blick in die Bürokratie eines Berufsstandes und ich bin mir sicher, dass es noch ganz viele andere Punkte gibt.

00:14:12: Und das sind Punkte, die für die Menschen einfach nicht nachvollziehbar sind.

00:14:18: Erinnere dich an Corona wie das damals mit Corona war?

00:14:21: Ich habe als Bürger den Eindruck gehabt früher, der Staat in einem solchen Fall weiß wir vorzugehen hat.

00:14:35: Aber je länger die Krise andauerte, desto mehr hat man das Gefühl gehabt.

00:14:39: Hier weiß die rechte Hand nicht was die Linke tut und wie wir jetzt auch sehen tatsächlich einfach falsche Entscheidungen getroffen worden sind, die bestimmt aus bürokratischen Zwängen heraus geführt worden sind.

00:14:57: Ja absolut ich habe neulich gelesen glaube nur noch jungen Menschen bis dreißig vertrauen der bundesregierung.

00:15:07: Ja, das

00:15:08: ist ja schon nicht viel.

00:15:09: Erlegt

00:15:10: mal ein Drittel.

00:15:11: Nein, ein Viertel.

00:15:13: Ach, vierundzwanzig?

00:15:14: Entschuldigung!

00:15:14: Ja, nicht schlimm ich helfe ja beim Rechten.

00:15:17: Das ist gut.

00:15:18: Ich bin sehr froh dass du da bist.

00:15:21: Also nevierund zwanzig Prozent ist er wirklich nicht viel.

00:15:23: jetzt werfen wir mal vielleicht einen Blick so ein bisschen in den historischen Kontext.

00:15:27: also Das Vertrauens-Tief, was wir jetzt haben ist ja kein Naturzustand.

00:15:33: Wir haben die Fünfziger bis Achtziger gehabt.

00:15:36: Das war sozusagen der Aufschwung des Wirtschaftswunder.

00:15:42: Der Staat lieferte steigende Löhne und Rechtssicherheit

00:15:47: usw.,

00:15:47: also damals lag es in den Fünftigen, Sechzigend, Sechszigend und Achtzigern.

00:15:52: Die vertrauenswerde bei über sechzig Prozent... Dann hatten wir sozusagen der Wiedervereinigungsschock in den neunzigern, wo halt dann tatsächlich auch das Versprechen auf schon was Ost und so weiter nicht so funktioniert hat wie man es vorgestellt hat.

00:16:07: Und dann hatten wir aus meiner Sicht gab's dann irgendwann die zu die zweitausender, zweitausenddreifensfünf.

00:16:14: der Hartz-IV Wendepunkt muss darum gehen eigentlich um Absicherung aber auch bürokratische Kontrolle.

00:16:23: In der Phase fand ich, ging es dann so langsam los, wo die Unsicherheit immer größer wurde von der Bevölkerung.

00:16:32: Gut, dann haben wir im Jahr zwei Tausend Fünfzehn die Migrationskrise gehabt, fast neunhunderttausend zugewanderte Menschen.

00:16:39: also wir hatten das ja nicht dass es immer so war.

00:16:42: aber eigentlich wenn man sich das jetzt mal so historisch betrachtet geht's seit zwanzig Jahren ein bisschen bergab was das Vertrauen in die Politik betrifft.

00:16:52: Na gut, du musst bedenken.

00:16:54: Ein Staat funktioniert nur wenn die Menschen, die darin leben glauben dass der Staat ist grundsätzlich fair mit mir meint.

00:17:04: Genau.

00:17:08: Wenn das aber verloren geht... ...wenn das Vertrauen in den Staat verloren geht was passiert?

00:17:16: Die Bürger einzelne oder auch Gruppen ziehen sich zurück und können sich, weil sie sich zurückgezogen haben und sozusagen ihre eigenen Bubbleleben radikalisieren.

00:17:32: Und dann passiert so eine Situation in der du auf Social Media, TikTok, Insta unter Umständen bei Telegram eben Gruppen findest denen du viel viel mehr glaubst als offiziellen Autoritäten und offizielle Institutionen.

00:18:00: Man fühlt sich diesen Gruppen näher, weil man es ja in der Hand hat sozusagen und die sind wesentlich glaubwürdiger als eben die entsprechende Autorität den man unter Umständen sehr viel mehr Kompetenz zugestehen kann.

00:18:20: Ja, was schätzt du denn?

00:18:21: Wie hoch ist die Gesamtzustimmung derzeit der Bundesbürger zur Regierung.

00:18:29: Also in allen Punkten das sie machen oder was den Kanzler angeht?

00:18:33: Nein,

00:18:33: alle Bundesregierungen, wie hoch ist das Vertrauen in die Bundesregierung?

00:18:38: Ja, für dich so.

00:18:40: Okay, krass, ne, sind es ja.

00:18:43: Ist vielleicht noch gar nicht so schlimm, wie man sich's vorstellt.

00:18:47: Dann gucken wir mal in andere Länder.

00:18:49: Wie hoch würdest du tippen, ist es in Norwegen?

00:18:51: –

00:18:53: Siebzig Prozent.

00:18:54: Ja, die Hauptursachen sind tatsächlich hohe Transparenz, kurze Verwaltungswege, geringe Ungleichheit mit den Kompetenz auch schon ab der Grundschule.

00:19:08: also die führen eben eine ganz andere Art von Regierungsgeschäft und gefühlt viel näher am Bürger.

00:19:16: Gut, vielleicht muss man aber in diesen nordeuropäischen Ländern auch sagen.

00:19:20: Vielleicht haben sie es ein Tick leichter?

00:19:23: Weil sie einfach kleiner sind, vielleicht.

00:19:27: Ja, aber das System bleibt ja ähnlich.

00:19:29: Jetzt könnte man mit Kleiner sagen... Wir werfen einen Blick in die Schweiz.

00:19:33: Die Schweiz hat vier Volksabstimmungen pro Jahr auf Bundesebene.

00:19:38: So, ja können wir dann sagen ist auch wieder ein kleines Land.

00:19:42: Aber man könnte auch sagen, wer regelmäßig gefragt wird fühlt sich weniger übergangen.

00:19:48: Ja gut, das setzt aber voraus, dass wenn du gefragt wirst und du eine Antwort gibst, dass diese Antwort dann auch umgesetzt wird?

00:19:55: Ja natürlich, sonst brauche ich es

00:19:57: nicht machen.

00:19:57: Aber hier wird mir ja noch nicht mal gefragt.

00:20:01: Hier denkt man sich oben was aus ob Bürger nah oder Bürger fremd sei einmal dahingestellt.

00:20:07: Ich fand's ganz interessant neulich, das ging sehr um den Tankkostenzuschuss, den Unternehmerzahlen können mit irgendwie bis zu tausend Euro.

00:20:16: Das ist ja schön.

00:20:18: Aber ich muss ehrlich sagen, bei vielen Mitarbeitern kommt es so im Prinzip an?

00:20:21: der Staat zahlt das?

00:20:23: Nein!

00:20:24: Das Unternehmen muss das Geld erst mal investieren.

00:20:28: Ist zwar sozial abgabefrei aber wenn du ein Unternehmen hast mit fünfhundert Mitarbeittern und du würdest auszahlen musst auch erstmal fünfhundertausend bringen in einer wirtschaftlich angespannten Situation also man trifft eine Entscheidung die aber vielleicht gar nicht wirklich zum Volk oder zur Wirtschaft passt.

00:20:48: Das, was ein großes Problem ist, ist die Kommunikation – das, was du eben auch gesagt hast.

00:20:58: Im Prinzip identifiziert sich ja der Bürger mit der Regierung und mit der Leitung der Regierung.

00:21:07: Die Leitung des Regierungs ist März.

00:21:10: Okay?

00:21:10: Der Kanzler!

00:21:14: Ich kann das nicht belegen.

00:21:15: Das ist jetzt ein Bauchgefühl von mir, aber ich glaube dass wir in all den Jahren keinen Kanzler hatten der in der Außendarstellung und in seinen Umgang mit dem was Zwischenrufe oder Fragen aus Diskussionen angeht so kritisiert worden ist wie März.

00:21:42: Da wundere ich mich einfach, dass jemand, der nun wie wir wissen keine Ämter hatte bevor er Bundeskanzler wurde also keine führenden Ämtern hatte in der Regierung, Regierungsämter so wenig Empathie an den Tag legt.

00:22:02: Wie Friedrich Merz.

00:22:05: und wenn jemand so wenig empatieren den Tag lebt und so wenig auf seine Kritik seine Kritiker eingeht, braucht man sich nicht zu wundern wenn der Bürger auf Distanz geht.

00:22:21: Und es gab in Salzwedel einen Bürgerdialog.

00:22:26: da hat er sich eben was die Umstände einer schwer kranken Frau, die sich da beschwert hatte weil sie sich eine Beerdigung nicht leisten konnte so unsensibel eingegangen, dass das eben medial als Kommunikationskatastrophe bewertet wurde.

00:22:51: Ja gut aber dann... Wundert man sich!

00:22:52: Ja das stimmt, aber dann gibt es ja echt gute Kommunikierungsagenturen.

00:22:57: also da muss man doch mal fragen was macht man am Endeffekt falsch damit man die Kommunikation so versaubeuteln kann?

00:23:07: Und

00:23:07: bei so einem wichtigen Punkt.

00:23:08: Wie es Friedrich Merz momentan tut, also müsste ich mir mal überlegen ob ich nicht meine Kommunikationsberater austausche oder er hört nicht auf sie und haut die Dinge einfach raus?

00:23:19: Ich glaube er ist überfordert!

00:23:21: Ich glaube tatsächlich Friedrich-Merz ist überordert.

00:23:24: im Moment wird ja Henrik Wüst als Kanzler ins B von den einzelnen Medien gehandelt Und im Gegensatz zum März und im Gegendsatz zu allen vor ihm da gewesenen Kanzlern hat er eben keine Regierungserfahrung.

00:23:49: Das zeigt sie, das merkt man einfach.

00:23:53: Also du kannst nicht das wichtigste politische Amt führen in dem Du ins kalte Wasser geschmissen wirst.

00:23:59: dafür ist das Amt einfach zu komplex, zu kompliziert.

00:24:03: Das kann man nicht machen!

00:24:07: Der Sachverständigenrat hat neulich ein sehr schönes Zitat gesagt in einem Gutachten, der Staat den man am meisten ausgeliefert ist auf derjenige dem man am wenigsten vertraut und dem man es trotzdem am wenigstens zeigen kann.

00:24:23: Ja das passt genau.

00:24:25: Das passt genau.

00:24:26: und dieses Gefühl des Ausgelieferts sein.

00:24:32: also hat man da hat er recht.

00:24:36: Aber sagen wir mal so Hast du denn in deiner Zeit, in deinem Leben, gab es also Phasen wo du selber auch sagst, dass deutlich mehr Vertrauen in die Regierung gehabt?

00:24:49: Ja.

00:24:51: Also ich habe... als ich im Studium war, als ich anfing dann langsam ins Berufsleben reinzukommen natürlich auf meiner beruflichen Ebene viel mit Formalismen zu tun gehabt.

00:25:09: Aber ich hatte nie das Gefühl, dass sich dort ausgeliefert bin.

00:25:14: Heute ist es aber tatsächlich so, dass man das Gefühl hat abhängig zu sein vom Gutwill desjenigen der an der anderen Seite sozusagen am Draht hängt und dieses Gefühl etwas, was neu ist oder neuer ist und das gibt einem schon so ein Ummachtsgefühl tatsächlich.

00:25:42: Dass du nie weißt.

00:25:44: oh man hoffentlich hat derjenige mit ihm Du jetzt gerade über irgendein Problem redest überhaupt Ahnung von dem was er sagt.

00:25:54: Und ich glaube das ist eine Schwierigkeit womit wir auf Ämtern generell zu tun haben.

00:26:04: Ich möchte jetzt nicht sagen, dass alle Ämter in Kompetenz sind um Gottes Willen.

00:26:08: Das will ich nicht sagen aber man hat den Eindruck das es sehr sehr abhängig ist von den persönlichen Motivationen desjenigen mit dem man zu tun hat ob da eine Sache gut vorankommt oder eben nicht?

00:26:26: Ja okay Aber weil wir das jetzt ja von Vertrauen haben und ich glaube das Medien ja auch ein relativ großen Einfluss drauf haben.

00:26:34: Haben wir denn mit den Medien ein ähnliches Thema oder mit der Berichterstattung in dem Fall, dass wir sagen, wir vertrauen jetzt weder die Regierung noch vertrauen wir den Medien wo wir unsere Informationen herbekommen weil sie vielleicht sehr einseitig berichten?

00:26:49: Oder ist das auch ein generelles Problem was sich verändert hat?

00:26:55: Also ich glaube es hat sich schon verändert.

00:26:58: Wir hatten früher einige wenige relativ große Medien.

00:27:04: Wir hatten die Tagesschau, wir hatten Zeitungen.

00:27:08: Wir hatten Nachrichtenmagazine und die haben natürlich in der Art und Weise berichtet wie es üblich war und man hat den Eindruck gehabt da sprechen alle mit einer Zunge.

00:27:23: Heute hat jeder ein Smartphone heute hat jeder sein Medienhaus in der Tasche schleppts mit sich rum Und ich glaube das ist ein ganz großes Problem verlässliche Informationen in den Medien verschwimmen.

00:27:41: Also jeder hat eine Meinung, jeder kann seine Meinung kundtun, jeder fühlt sich unter Umständen sogar berufen, sich als Experte zu outen was man ja überhaupt nicht kontrollieren kann und das macht es eben sehr schwierig und interessant ist.

00:28:02: es gibt Apps die vergleichen Medien miteinander und stellen dann zu bestimmten Themen die Medien gegenüber.

00:28:16: Und früher war das für mich nie eine Alternative, ehrlich gesagt weil ich das Gefühl gehabt habe Ich lese verlässliche Informationen.

00:28:30: Aber inzwischen, muss ich sagen ist das durchaus eine Alternative.

00:28:33: Das zu bestimmten Themen man sich eben so eine App holt und dann überlegt ja wie was sagt denn jetzt die Süddeutsche?

00:28:43: oder was sagt die jetzt in Deutschland?

00:28:46: Oder was sagt FHZ dazu oder die Frankfurter Rundschau oder ne andere große Zeitung Und sich dann eben versucht sein eigenes Bild

00:28:56: zu machen.

00:28:58: Ja, das stimmt.

00:28:58: Wir können es ja sagen irgendwie vom Gatekeeper zum Algorithmus.

00:29:02: also wenn du überlegst früher haben Redakteure entschieden was ist relevant und das haben sie dann publiziert.

00:29:09: heute haste ja eher Algorithmen wirklich.

00:29:11: also Sie gingen gerade zu Facebook, TikTok, Google oder wie auch immer.

00:29:16: Das ist nicht die Relevanz sondern sehr oder die Wahrheit.

00:29:20: Die Folge ist ja eigentlich dass Du emotionale polarisierende Inhalte befürzucht ausspielen Und sachliche Berichterstattung eigentlich viel, viel schwerer hat an der Stelle.

00:29:32: Oder Reizüberflutungen finde ich ist ja auch so ein Thema.

00:29:37: Also früher hast du eine Artensnachrichten gehabt und hast morgens vielleicht die Tagesszeitung angeschaut.

00:29:42: heute hast du vierundzwanzig sieben Echtzeit also steigen die Fehler geworden.

00:29:48: Korrekturen kannst du viel zu spät eingreifen, was schon mal ausgespielt ist.

00:29:53: Also finde ja schon hast teilweise ein Vertrauensthema für dem, was du bekommst... Weil du gar nicht mehr weißt, ist das noch richtig oder ist es nicht richtig?

00:30:03: Weil einfach auch die Korreaktur schleifen in diesem Fall fehlen.

00:30:06: Ja guck mal!

00:30:06: Ein ganz schönes Beispiel ist ja Donald Trump, was Du gerade sagst.

00:30:13: also ich möchte nicht in der Haut, der Berater, falls er überhaupt nicht hat von Donald Trump stecken.

00:30:20: Denn der haut ja eine Nachricht nach der anderen raus auf seinem Kanal und da fehlt jede Filtermöglichkeit.

00:30:30: das was du sagst?

00:30:31: Du hast ja keinen einheitlichen Referenzrahmen mehr an der Stelle wo du sagen müsstest wo... Was muss es sozusagen referenziert werden?

00:30:39: Genau.

00:30:40: also es wird gesagt was sie in den Kopf kommt und im Prinzip im Prinzip, gibt es das auf deutscher Ebene auch?

00:30:48: Also zum Beispiel das Außenministerium...

00:30:52: Der Herr Metz stellt sich als Gott dar.

00:30:56: Kommt vielleicht noch!

00:30:57: Aber

00:30:58: z.B.,

00:30:58: das Außenministerium hat ein Instagram-Kanal wo Wade Fuhl regelmäßig postet wenn er unterwegs ist in der Welt, der macht das wie ich finde sehr gut und sehr auch durchaus eine gewisse Konsistenz in dem was er berichtet und in dem, was dann am nächsten Tag oder übermorgen in den Medien kommt.

00:31:26: Aber ich will nur sagen also das gibt es da auch jetzt lasst ihn eben nicht reflektiert sein sondern unreflektiert dass einfach posten takt an ist es draußen

00:31:35: ja hat MIT eine Studie gemacht fand ich total spannend dass sich Falschmeldungen sechsmal so schnell verbreiten wie korrekte Informationen.

00:31:47: Und Falschmaldungen erreichen die ersten tausend fünfhundert Personen zwanzig mal schneller als wahre Nachrichten.

00:31:57: Wahnsinn!

00:31:57: Also es gibt ein Film, das ist sehr interessant.

00:32:00: Es gibt einen Film Wake the Dog.

00:32:02: und Wake The Dog ist ein Film der zeigt wie Medien mit mit den Bildern, die sie produzieren, Meinungen lanzieren können.

00:32:20: Und das ist ein wirklich so interessanter Film, dass sollte man sich tatsächlich angucken gerade in der jetzigen Zeit weil man sich eben von Bildern beeinflussen lässt.

00:32:35: Das ist den Hoffmann.

00:32:38: Robert De Nino spielen da die Haupttrollen Und wenn ich bin nicht irre, ist es so dass Dastin Hoffmann ein Regisseur ist der beauftragt wird eine Kriegssituation zu filmen die es so gar nicht gab.

00:32:56: Damit begründen dann eben die Amerikaner einen militärischen Eingriff haben wir alles gehabt der Darstellung von irgendwelchen Sachen, die überhaupt nicht vorhanden waren.

00:33:15: Die nicht der Realität entsprachen sind und wo danach dann eben angefühlt stattgefunden haben?

00:33:23: also ich will nur sagen das ist ein Thema dass es gar nicht so ohne dass Medien so viel Macht haben dass das eben kommt.

00:33:31: und was du sagst mit der MIT Studie kann ich mir sehr gut vorstellen.

00:33:35: natürlich wenn etwas bedrohliches oder negativ ist, verbreitet es sich

00:33:42: schnell.

00:33:43: Genau und da gibt's sogar einen Novelty Effekt das.

00:33:47: Falschmeldungen sind neuartiger und erzeugen eine stärkere emotionale Bindung sozusagen was in dem zugänglich.

00:33:54: auch interessant ist dass im Prinzip die Falsschmeldung die Menschen erreichen

00:33:58: die

00:33:59: Richtigstellung später nur noch zehn Prozent davon erreicht.

00:34:04: Das heißt neunzig Prozent hat eine Information die völlig falsch ist geht aber mit dem Glauben sozusagen in die Welt hinaus.

00:34:12: Wenn es da ist, ist es da?

00:34:13: Genau

00:34:14: und das lässt sich fast nicht mehr zurückdrehen.

00:34:18: Das ist ja ein großes Problem.

00:34:20: Nutzt dann aber die etablierte Politik auch weil wir es von Kommunikation hatten, die falschen Kommunikationswege.

00:34:28: also wenn ich Fehlinformationen als Partei über Social Media ganz bewusst falsch ausgebe und erreicht damit eine große Wählergruppe von bis zu dreißigjährigen.

00:34:44: Und ich gehe als etablierte Partei nicht diesen Weg, um es richtigzustellen... dann renne ich doch den automatisch hinterher!

00:34:52: Da verliere ich ja ne komplette Zielgruppe.

00:34:55: Das ist ja das große Problem, dass du als jemand der sich an die üblichen Regeln halten möchtest Du dich eigentlich an diese Regeln nicht halten darfst, weil du genauso wie du sagst den hinterherrinst.

00:35:15: Also du musst eigentlich mit den gleichen Mitteln deine Meinung vertreten und deine Meinung publik machen.

00:35:25: Das Problem ist nur dass du diese... Weil du da vorhin von den Algorithmen gesprochen

00:35:31: hast.

00:35:32: ich glaube das die Zeit die du brauchst um eine Nachricht zu verifizieren, zu prüfen, zu gucken ob sie stimmt und dann erst rauszugeben.

00:35:44: Die Zeit hast du heute gar nicht mehr!

00:35:47: Und das ist ein Problem weil Du einfach sehr unter Zeitdruck stehst und wenn Du Deine politische Meinung rausgehauen hast Dann ist sie draußen.

00:36:04: die kannst Du auch natürlich nicht mehr zurückholen.

00:36:08: Aber manchmal hast du gar nicht die Zeit zu verifizieren, das ist glaube ich ein Problem.

00:36:13: Gar nicht so lange Herr der Gas bei Facebook und Whistleblower, der über diesen internen Algorithmus mal gesprochen hat.

00:36:19: Und dieser Algorithmos sagt am Endeffekt dass Angry Reactions also irgendwelche bösen Reaktionen fünfmal stärker gewichtet werden wie Likes Und zwar relativ häufig ist die Mehrempörung für zu mehr Klicks, führt zum Meer Werbeeinnahmen.

00:36:42: Das Geschäftsmodell kollidiert natürlich direkt mit einer demokratischen Informationsauftrag an der Stelle.

00:36:51: Also das heißt man geht bewusst diesen Weg und gewichtet Menschen, die sich über Sachen aufregen und über die mehr diskutiert wird in der Informationsdarstellung wie Likes die dann untergehen.

00:37:03: Ja, aber dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern wenn das eben so ist.

00:37:07: Dann brauchen wir es nicht zu Wundern dass wir was die Mediengestaltung angeht und die Medien Konsistenz angeht Und die Medien Glaubwürdigkeit angeht auf dem falschen Dampfer sind.

00:37:20: ja absoluter.

00:37:21: gab's der Guardian gab's eine Analyse mal Artikel die innerhalb von zwei Stunden Nach dem Ereignis erscheinen, haben wir dreimal so hohe Fehlerquote wie die die vierundzwanzig Stunden später erscheinend unordentlich recherchiert sind.

00:37:34: Ja ist

00:37:34: doch klar!

00:37:36: Das Schlimme ist für uns aber und das ist etwas wo ich stückchenweit auch enttäuscht bin über uns selber dass wir lieber das konsumieren was ungeprüftes aber dramatisch als das Konsumieren, was geprüft ist.

00:37:54: Aber vielleicht weniger dramatisch dafür aber wahr und das spricht nicht unbedingt für uns.

00:38:07: Und da unter dem Begriff fällt ja auch regelmäßig so das Thema Lügenpresse oder dieses Lügen-Presse Phänomen.

00:38:14: Was tatsächlich bis irgendwie fast ins Kaiserreich zurückgeht also das ganze Thema Propaganda gegen die britische Presse im ersten Weltkrieg und so weiter.

00:38:23: Also Lügenpresse ist ja kein neues Phänomen.

00:38:29: Das Problem aber mit der Lügen-Presse, früher war es so das Lügenpresse sich auf die Printmedien bezog und vielleicht auch auf Radio.

00:38:44: Aber in der jetzigen Zeit mit den Möglichkeiten, die wir haben Bilder zu manipulieren, Filme zu manipulationen, Filmen zu kreieren und da komme ich wieder auf Wake The Dog zurück.

00:38:56: Das sind Sachen... Die machen es heute natürlich wesentlich schlimmer!

00:39:00: Und wohlgemerkt, Wake the Dog war von nineteen sieben neunzig.

00:39:03: also das ist jetzt kein Film was jetzt neu gemacht worden ist aber das macht es natürlich in der jetzigen Zeit wesentlich schlimmer.

00:39:12: Ich kann jetzt mein als normaler Smartphone-Nutzer mir die richtige App unterladen, einen Fakefilm machen und diesen Fakefilm rauspusten in der Welt und ich wage mal zu behaupten dass man erst nur durch ganz viel Recherche herauskriegt das es ein Fakefilm ist.

00:39:34: Damals siebenneunzig also dieser Film gemacht wurde brauchtest du noch ein Studio was ein Film macht?

00:39:41: Die Zeiten haben sich geändert, die Situation ist eine andere.

00:39:43: Es ist ein wesentlich dramatischer Rücken geworden.

00:39:46: Ich habe neulich mal einen Zitat gelesen das Lügenpresse Menschen nicht sagen weil sie Fehler in Artikeln finden sondern weil Sie sich selber nicht in der Berichterstattung wiederfinden.

00:39:58: Sie bekommen nicht das was Sie erwarten?

00:40:02: Ja genau!

00:40:02: Sie bekommen halt im Endeffekt nicht die Meinung abgebildet und es ist ja jetzt einmal ein typischer Spiegel zur USA und Trump der ja im Prinzip genau das macht.

00:40:12: Die Presse publiziert was, was nicht seinem Meinungsbild entspricht und in dem Moment sind es ja direkt Fake News ist ja nichts anderes wie Lügenpresse also passt ja sehr gut zu dem exakt wie er's hat und er kommuniziert natürlich deutlicher.

00:40:29: aber der klassische Bürger oder der Bürger eines Landes empfindet wahrscheinlich häufig auch so dass er sagt okay meine Meinung die ich hier kundtue.

00:40:39: Aber dann mal anders drum, wir haben ja tatsächlich in Deutschland mit den öffentlich-rechtlichen schon einen speziellen Fall also finanziert durch Rundfunkbeiträge grundsätzlich unabhängig von Werbeeinnahmen und staatlichem Einfluss Und trotzdem haben wir ja bei denen auch ein massiven Vertrauensverlust.

00:40:58: Also ist ja nicht so dass man sagen würde alle vertrauens egal jetzt auch von links oder rechts wird ja genauso angegriffen im Endeffekt.

00:41:08: Ja, das stimmt!

00:41:09: Wobei interessant ist wenn wir jetzt reden denken wir ja dass es ein aktuelles Thema also ein Thema Lügenpresse und so weiter.

00:41:18: was sie jetzt neu ist.

00:41:21: ich weiß nicht ob du das Buch kennst die verlorene Ehre der Katharina Blum?

00:41:26: Das ist ein Buch das hat Heinrich Böll geschrieben.

00:41:31: Und das beschreibt genau Printmedien durch eine falsche Darstellung einer Situation das Leben eines Menschen, Katharina Blum ins Desaströse getrieben haben.

00:41:52: Weil die Menschen, die lesen das dann ist das da.

00:41:55: und wenn du dann sogar ne richtig Stellung schreibst, druckst Das interessiert kein Menschen weil so wie Du sagst Die negativen Schlagzeilen, die bleiben hängen.

00:42:08: Und das ist das was bei den Menschen eben Eindruck bringt.

00:42:14: und wenn jemand um jetzt bei der Geschichte zu bleiben Wenn jemand eben dann dem Namen Katharina Blum sagt Dann denken die Menschen nicht an die Richtigstellung Sondern sie denken an dass was ursprünglich stand Das ist halt ein Problem.

00:42:31: Ja, absolut.

00:42:32: Und jetzt kommen wir ja auch wieder dazu.

00:42:34: Ich glaube nur knapp dreißig Prozent der jungen Menschen vertrauen noch den ARD-Nachrichten und das ist einfach daran weil man sage ich mal einen Format aus den Fünfzigern nicht mehr in die Sprache rüber bringt wie es junge Menschen heute haben.

00:42:52: also dieses lineare TV um zwanzig Uhr irgendwie wird was gemacht.

00:42:57: da muss sich doch aber eigentlich als öffentlich rechtlicher Center halt auch mal nachdenken, meine Formate zu ändern.

00:43:04: Damit ich die jungen Menschen halt auch besser erreiche, weil ansonsten treibe ich sie ja automatisch in die Kanäle, die einfach schnelle Berichterstattung machen und einfach viel Unwahrheit dann auch bekommen.

00:43:14: Ja man muss um sagen wir mal das Herz bleiben.

00:43:19: in dem Punkt jetzt Schon sagen also ARD und auch ZDF, die haben schon ihre Social-Media Kanäle.

00:43:26: Und auf denen bringen sie aktuelle Nachrichten relativ jugendnah an den Mann.

00:43:36: Das machen die schon!

00:43:40: Ich glaube aber das was du vorhin gesagt hast dass Lügenpresse deswegen genannt wird weil nicht die eigene Meinung reflektiert wird

00:43:50: ist

00:43:50: das größere Problem, weil wir jetzt in einer Situation sind.

00:43:54: Dadurch dass war eben wie ich vorhin gesagt habe jeder hat seinen Mediencenter in der Tasche.

00:43:59: Ich kann mir die Bubble aussuchen in der ich mich bewege und ich kann die Bubble in dieser Bubble leben und mich auch engagieren unter Umständen ohne dass ich Reflexionen zu anderen Bubbles hab.

00:44:17: Ich glaube, das ist das was früher anders war.

00:44:20: Du hast früher wenn du eine Zeitung aufgeschlagen hast vorausgesetzt es war eine objektive Zeitung.

00:44:27: auch damals gab es natürlich Zeitungen die eher rechts oder eher links tendiert waren und wenn du früher ne Zeitung aufgeklagt hast dann hast du verschiedene Meinungen gehabt Ob du sie jetzt nun sehen wolltest?

00:44:44: Das hast du hier nicht.

00:44:45: Du kannst hier sehr gezielt in deinem Bubble gehen und auf dieser kannst du surfen.

00:44:52: Jemand, der auf true social surft sieht vielleicht anderes als derjenige bei X ist oder der auf einer anderen Nachrichtenplattform

00:45:08: unterwegs ist.

00:45:10: Dann müsste man jetzt aber auch mal wieder, weil wir hatten es vorher glaube ich schon mal davon so nordische Länder.

00:45:14: Das war zu Thema Politik.

00:45:16: dann müsste man doch am Endeffekt die jungen Menschen ganz anders heran führen.

00:45:20: also zum Beispiel Finnland.

00:45:21: Schweden haben Medienbildung in den eigenen Fächern und der Schulbildung verankert gibt zwar in Deutschland auch sehr oberflächlich Aber in Finnland beispielsweise ist das ein staatlich geprüftes Lehrfach auf was du geprüfte wirst nachher.

00:45:40: Also wir müssten doch am Endeffekt viel früher anfangen, dass auch Medienmanipulationstechniken den jungen Menschen viel früher jetzt beigebracht wird.

00:45:52: Wir hatten das ja früher gar nicht nötig, weil wir hatten ja gar nicht diesen Informationsfluss und man mussten es ja nicht unterscheiden würde aber wieder dazu führen wie langsam der Staat bei uns reagiert auf eine immer schneller drehende Welt.

00:46:07: Das müssen die Kultusministerien viel, viel schneller einführen um auf solche Sachen zu reagieren.

00:46:12: Weil wenn ich es jetzt nicht einführe dann habe ich ja zehn Jahre schon verloren weil der sechsjährige in der Grundschule in zehn zwölf Jahren aus der Schule ist und das gar nicht mehr mitkriegt.

00:46:24: Ja und überleg mal das bildet dich ja nicht nur fort was jetzt Politik angeht Das bildet sich ja generell fort.

00:46:31: Du lernst kritisch Medien zu konsumieren Und das ist wichtig Und das kannst du in deiner beruflichen Laufbahn genauso verwenden wie auf deiner Freizeit, wenn du dich mit Politik beschäftigst oder was auch immer.

00:46:48: Das ist ein generelles Thema, was dich in deinem gesamten Leben positiv beeinflusst.

00:46:55: Ja

00:46:55: absolut.

00:46:56: und würdest du dann sagen es gibt im Prinzip – und das ist ja eigentlich ein wichtiges Gut bei uns – Medienfreiheit.

00:47:03: aber ist dann auf sozialen Medien die Medienfreiheit einfach zu groß und zu wenig Verantwortung?

00:47:15: Also ich glaube schon, wenn ich ganz ehrlich bin.

00:47:19: Ich glaube schon es gibt auch hier in Deutschland durchaus Zensur.

00:47:23: also nur um das Thema Meinungen zu Israel als Beispiel da gibt es aus meiner Sicht eindeutig Medienzensur in Deutschland.

00:47:35: auf der anderen Seite ist es natürlich so dass du wenn du eben die Möglichkeit hast, deine Gedanken in die Welt zu posaunen und du es dann auch machst.

00:47:50: Das war

00:47:51: früher nicht

00:47:52: möglich, nicht einfach!

00:47:54: Guck doch mal was wir jetzt hier machen?

00:47:56: Wir machen hier ein Podcast, wir sind keine Medientechniker.

00:48:00: Wir haben uns dafür interessiert und haben uns das Equipment besorgt und machen das jetzt und unterhalten uns über verschiedene Themen.

00:48:10: Jetzt stell dir mal vor, wie wäre das vor fünfzehn Jahren gewesen?

00:48:15: Das wär ein echtes Problem gewesen für uns beide.

00:48:18: Dass jetzt irgendwie auf die Beine zu stellen ist nicht mehr so und ich glaube schon dass die Eigenverantwortlichkeit der Leute die Posts machen Die Eigenver Antwortlichkeit müsste mehr gestärkt sein.

00:48:34: Leute müssten wissen was sie damit anrichten oder eben nicht anrichten.

00:48:38: Wie kann es denn sein, dass ein elfjähriger zwölfjähriger, sechzehnjähriger sich im Netz radikalisiert?

00:48:47: Das kann nur dann passieren wenn du eben die Knöpfe drückst wo eben diese jungen Leute die eben noch nicht gelernt haben kritisch zu denken anspringen und an Wiener Rakete abgehen.

00:48:58: buchstäblich.

00:49:00: Ja definitiv aber das heißt am Endeffekt wer verliert in der meisten?

00:49:04: und was braucht eine Demokratie?

00:49:06: also wenn ich das jetzt so für mich zusammen fassen sehe Sag ich mal, wenn der Staat und Medien beide unglaubwürdig werden verlieren insbesondere die Menschen, die doch am Endeffekt darauf angewiesen sind.

00:49:19: Menschen in schwierigen Lebenslagen, die Staaten oder staatliche Unterstützung benötigen und den Staat und die Medien für brauchen, um Entscheidungen zu treffen?

00:49:29: Und ist das dann im Endeffekte, wenn das beides wegbricht nicht schlichtweg der Boden für Populismus

00:49:38: Genau.

00:49:40: Ich finde, ja da hast du das schön zusammengefasst der Populismus wächst finde ich auf dem Nährboden der Unwissenheit und der Bequemlichkeit.

00:49:52: wenn jemand populistisches Gedanken gut hört und Interesse hat an dem Thema und sich in den Medien erkundigt wie wir gehört haben ist es heutzutage einfach zu machen dann wird er kritische Medien finden und dieses Thema aus verschiedenen Ansichten beleuchten können.

00:50:18: Und dann für sich selber eine Wahl treffen, wenn er denken kann und klugdenken kann und kritisch denken kann bin ich ziemlich sicher dass er den Populismus als solchen entlarvt.

00:50:35: Der zweite Grund die Bequemlichkeit.

00:50:38: wer macht das denn?

00:50:39: Du hörst was Die so und so sind an dem und dem Schuld.

00:50:45: Jawoll, so muss es sein!

00:50:47: Und das akzeptierst du?

00:50:49: Du schluckst es runter und verbreitest es.

00:50:51: Ich glaube da sind die zwei Punkte also Unwissenheit und Bequemlichkeit, die führen dazu dass Populismus sich ausbreiten kann.

00:51:00: Ja absolut.

00:51:02: und aber was ich trotzdem auf feststellen muss ist ja nicht dass alles irgendwie schlecht ist oder alles vertrauen sondern Wir haben ja auch, was weiß ich, Nachbarschaft der Vereine.

00:51:14: Wir sind selber in einem Verein Mitglied.

00:51:18: Gespräche wie dieser Podcast finde ich tatsächlich schafft ihr auch vertrauen und vielleicht fängt Zusammenhalt nicht mit Vertrauen in Institutionen an sondern mit Vertrauen in die Person, die einfach nebenan ist.

00:51:34: Ja das finde ich richtig was du sagst und ich glaube, dass das auch ein gutes Schlusswort ist für die heutige Ausstrahlung.

00:51:46: War ein interessantes Thema mit dir und zwar eine gute Diskussion fand ich hat für mich viel Neues gebracht.

00:51:54: vielen Dank dafür

00:51:56: sehr gerne!

00:51:57: Und

00:51:57: wenn ihr Spaß dran habt dann würden wir uns in zwei Wochen wieder hören.

00:52:02: bis dahin bleibt im Gespräch Bleibt kritisch, schafft euch eure eigene klare Lage.

00:52:10: Bis dahin alles Gute wo immer ihr auch seid!

00:52:13: Euer Abdi Afsa

00:52:14: und Marc Berthsch.

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