Folge 003 - Überfordert, erschöpft – warum uns der Alltag so müde macht

Shownotes

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Wir leben in einer Zeit mit unzähligen Möglichkeiten, permanentem Informationsfluss und ständiger Erreichbarkeit. Doch warum fühlen sich trotzdem so viele Menschen erschöpft, gestresst und überfordert? In dieser Folge von Klare Lage sprechen Abdi Afsah und Mike Bertsch über die Ursachen mentaler Überlastung in einer modernen Gesellschaft, die objektiv komfortabler denn je ist.

Ausgehend von eigenen Erfahrungen diskutieren sie den Einfluss von Smartphones, Push-Nachrichten, Social Media und E-Mails auf Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden. Sie sprechen über wissenschaftliche Erkenntnisse zur digitalen Ablenkung, die Bedeutung von Schlaf und Pausen sowie die Frage, warum Multitasking oft mehr schadet als nutzt.

Außerdem geht es um Entscheidungsmüdigkeit, das „Paradox of Choice“ und die Beobachtung, dass eine wachsende Zahl von Optionen nicht zwangsläufig zu mehr Zufriedenheit führt. Dabei entsteht auch die spannende Verbindung zum zweiten Teil des Themas: Wie Überforderung dazu beitragen kann, dass Menschen unverbindlicher werden und sich immer schwerer festlegen.

Eine persönliche, ehrliche und nachdenkliche Folge über die Herausforderungen des digitalen Alltags – und darüber, wie wir wieder mehr Ruhe, Fokus und Verbindlichkeit in unser Leben bringen können.

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00:00:07: Ja, hallo allerseits.

00:00:24: Hier sind wir wieder die zwei Freunde, die ein Thema sich überlegt haben und darüber heute mit euch sprechen möchten.

00:00:35: Heute in unserer dritten Folge von Klare Lage wollen Überforderung und Unverbindlichkeit sprechen, an Thema was uns beiden immer wieder auffällt.

00:00:53: Und wir für interessant halten.

00:00:59: Ich habe manchmal so ein bisschen tatsächlich das Gefühl dass in der Gesellschaft ganz viele Leute müde sind nicht nur körperlich sondern eben einfach mental erschöpft sind, reizüberflutet sind und darüber würde ich gern heute mit dir ein bisschen reden Mike.

00:01:21: Wie siehst du das denn?

00:01:23: Ja erstmal schönen guten Tag auch dir lieber ab die schön dass wir uns wieder sehen zu dieser Episode.

00:01:30: Naja wenn wir das so mal betrachten Wir leben ja in einer Gesellschaft Die objektiv glaube ich die komfortabelste sicherste Aber auch in der reichsten Epoche, glaube ich, der Menschheitsgeschichte ist und trotzdem klagen viele Menschen über Erschöpfung, Reizüberflutung.

00:01:53: Und das Gefühl nicht mehr irgendwo hinterherzukommen.

00:01:59: Ich glaube dass es tatsächlich teilweise gar kein persönliches Versagen ist sondern vielleicht sogar eher ein Strukturproblem.

00:02:07: Ja, das ist schon interessant.

00:02:08: Das stimmt wir leben in einer Generation in der wir alles haben so wie du das eben ja schon gesagt hast und dass es insgesamt irgendwie auch ein Widerspruch.

00:02:21: also wir haben alle Möglichkeiten die wir haben aber weniger weniger Ruhe und vielleicht ist das eben das was uns dann auch überfordert

00:02:36: Ja und was er dazu kommt, auch häufig finde ich wir haben mehr Informationen aber weniger Orientierung gleichzeitig.

00:02:44: So habe ich sogar das Gefühl manchmal.

00:02:47: Ja stimmt ja dann hast du völlig recht.

00:02:54: früher hat man so ein bisschen das Gefühl gehabt dass Stress was vorübergehendes war.

00:03:04: Heute, egal mit wem du redest ob das nun beruflich ist oder auch sogar in der Freizeit wirkt Stress als wäre das ein Dauerzustand.

00:03:16: und dieser Dauertustand der führt natürlich dazu dass man sich irgendwann auch nicht wohl fühlt.

00:03:26: Wenn du schaust du bist ständig erreichbar Du hast überall Social Media Du hast deinen Arbeitsdruck, du hast die Familie.

00:03:39: Du hast eine ununterbrochene Informationsflut, die auf dich einprasselt.

00:03:49: Ja, sorry dass ich unterbreche aber das ist ja zum Beispiel so ein strukturelles Problem weil wir hatten einen Geschäftspartner erzählt der macht viel mit irgendwie den... Kunden bzw.

00:04:01: Dependors in Japan und das sagt, wenn ihr nachts aufgewacht ist oder irgendwie aufs Handy geguckt sich die Uhrzeit anschauen wollen dann hat er schon zig E-Mails gesehen die aus Japan eingetroffen sind.

00:04:12: Dann dachte er die bearbeite ich jetzt schnell damit die Kollegen in Japan weiter arbeiten können aber dass halt nachts um drei.

00:04:20: Ja genau so und das kann ja auch nicht gesund sein.

00:04:22: Nee das kann nicht gesund.

00:04:25: Ich habe in so einem kleinen sozialen Experiment bei mir selber, du weißt davon.

00:04:33: Ich habe einen Artikel gelesen in der FAS, indem ein Journalist seine Erfahrungen mit dem Handy beschrieben hat und beschrieben hatte wie erleichtert er dann war als er sein Handy abgeschaltet hat.

00:04:54: Und da habe ich gesagt das probierst auch Und hab dann... Aber

00:04:57: was heißt Handy abgeschaltet, gar kein Handy mehr genutzt?

00:05:00: Nein, es ging hier in Spezielle um den Nachrichtendienst und auf diesem Nachrichtenportal jedes Mal wenn du eine Nachricht bekommst kriegst du ja natürlich einen Bing.

00:05:12: Das hat er abgeschalltet.

00:05:14: Dann habe ich gesagt komm

00:05:16: das probierst du jetzt

00:05:16: auch!

00:05:17: Und hab eben meine Benachrichtigungen abgeschaltet.

00:05:24: und tatsächlich habe ich sofort und zwar wirklich unmittelbar eine totale Entspannung empfunden, weil ich eben nicht im Unterbewusstsein ständig hinter diesem Geräusch her war.

00:05:43: möchte jemand irgendwas von mir.

00:05:45: Und muss sich das dann erledigen?

00:05:48: Und es ist jetzt tatsächlich so dass ich mein Handy irgendwo hinlege... Ich komme von der Arbeit lege meinen Handy Egal, irgendwo hin.

00:05:57: Und alleine das ist für mich ein Freiheitsgefühl und irgendwann wenn ich es möchte, gucke ich drauf.

00:06:07: Habe ich schon gemerkt?

00:06:08: Weil tatsächlich habe ich dann auf einmal ganz verwundert lange Aufantworten gewartet was man bei dir überhaupt nicht gekannt hat.

00:06:14: Hab aber tatsächlich schon vor Jahren gemacht weil Ich finde Es war wahnsinnig schwer fokussiert zu arbeiten Wenn du das Handy auf dem Schreibtisch liegen hast und ständig kommt irgendwas reingepoppt.

00:06:25: Das ist ja nicht nur WhatsApp, sondern man ist ja auch noch in anderen Apps irgendwo verbunden.

00:06:31: Und das fand ich immer extrem problematisch weil du gefühlt alle zwei Minuten dann aufs Handy geguckt hast... ...und achtzig Prozent oder mehr war ja auch Mist!

00:06:41: Da werden in irgendwelchen Gruppen irgendwelche Witze gepostet wo ich mich mal frage wann haben die Leute überhaupt die Zeit das zu machen?

00:06:49: Und dann guckt man rein, weil es könnte ja was Wichtiges sein und man ist jedes Mal abgelenkt.

00:06:53: Es gibt auch Studien darüber wenn du in einem Projekt arbeitest oder in der Tätigkeit wie lange du wieder brauchst wieder reinzukommen.

00:07:01: Das habe ich noch nie wirklich gemocht um fokussiert zu arbeiten.

00:07:06: Also interessant ist da, weil du Studien gerade sagst... Es haben Neurowissenschaftler untersucht mit Hirnableitungen, inwieweit dein Gehirn im Unbewussten aktiv ist wenn du über dein Handy Bescheid weißt.

00:07:31: Also das heißt die haben Untersuchungen gemacht indem Menschen aufgefordert worden sind mental anspruchsvolle Aufgaben zu tätigen und immer die gleichen Aufgaben, aber einmal liegt das Handy neben dir.

00:07:53: Einmal liegt das Handy im Nebenzimmer und einmal ist das Handy nicht im Gebäude.

00:08:00: Also nicht erreichbar?

00:08:01: Nicht

00:08:01: erreichen!

00:08:03: Und es ist sehr, sehr interessant... ich meine dass das Handy nebendir liegt Und ein Einfluss auf dich hat, das ist ja vorstellbar.

00:08:13: Das kennt man ja von sich selber auch.

00:08:17: Aber dass dein Handy im Nachbarzimmer liegt und du trotzdem mental Auf einer So eine Art Alert-Modus bist, dass du ständig darauf wartest Dass dein Handy dich erreicht oder dass du irgendwie auf dein Handy reagierst Das war schon überraschend und erst als die Probanden wussten, dass das Handy nicht im Gebäude ist.

00:08:46: Also physisch nicht da ist.

00:08:48: Erst dann legte sich diese Anspannung.

00:08:51: ich finde das enorm.

00:08:54: also was das Handy mit uns macht?

00:08:55: Ja das stimmt.

00:08:56: aber es hat ja Steve Jobs noch vor seinem Tod gesagt aber auch Bill Gates, dass sie ihren Kindern ja erst ab vierzehn in Smartphone geben weil witzigerweise ... wussten die ja schon, was es macht.

00:09:09: Und das mit zwei Tech-Voreitern, wo man gedacht hat... da wird es mir der Muttermilch sozusagen aufgesogen.

00:09:15: Also die kannten ja schon die Gefahren und haben das bei ihren eigenen Kindern im Prinzip eingebannt so.

00:09:22: Was wir ja nicht hinbekommen wenn ich jetzt bei mir gucke?

00:09:24: Ich habe neulich meine Kinder gefragt.

00:09:27: Wie viele Kinder in der Grundschule schon ein Smartphone haben?

00:09:31: Das waren von vierundzwanzig wieviele?

00:09:33: Was würdest du tippen?

00:09:34: Grundschulen Maxi mal zehn Jahre alt.

00:09:39: Vielleicht ja bestimmt die Elfte,

00:09:45: neunzehn?

00:09:47: Neunzehnt von vierundzwanzig und unsere Kinder sind natürlich total enttäuscht weil sie noch keins haben.

00:09:53: ich glaube aber auch nicht dass du als neun oder zehnjähriger kleine Persönlichkeit schon ein Smartphone brauchst.

00:10:00: Aber sei mal dahingestellt schweifen wir ja bisschen ab zu unserem Thema was Überforderung in der heutigen Zeit im Endeffekt betrifft und woher kommt.

00:10:11: Wobei interessant Philipp de Perieu, der ist ja ein bekannter, sozusagen bekannster Podcaster und auch Gesellschaftskritiker, der also mit den sozialen Medien sehr verbandelt ist diese auch gut nutzt.

00:10:42: und auch er hat in der FHS ein Artikel veröffentlicht, indem er beschreibt dass er für seine Kinder das Handy tatsächlich erst ab dem achtzehnten Lebensjahr.

00:10:58: Sogar noch später oder noch später?

00:11:00: Also genau also später wie vierzehn sogar mit

00:11:02: achtzehn.

00:11:05: denen hat er den Zugang da erst gegeben.

00:11:08: Also zum Handy oder zu Social Media?

00:11:10: Zu Social

00:11:10: Media!

00:11:11: Also Handy schon ein bisschen früher, aber okay

00:11:13: und das ist schon beeindruckend finde ich also dass jemand der sich gut auskennt in diesem Metier Das macht.

00:11:24: Und wenn ich jetzt zum Beispiel an meine eigenen Kinder denke Als die vielleicht elf zwölf waren haben sie ein normales Handy bekommen, wie man es so sagt.

00:11:40: So einen alten Knochen.

00:11:42: mit dem konnten sie eben telefonieren aber das hat gar nicht so lange gedauert dass dann eben dann kamen Papa Mama in der klasse der Freund der so und so und er freut uns die haben jetzt auch ein Smartphone.

00:11:56: ich möchte auch ein smartphone.

00:11:57: also das fing dann relativ früh an und wir als Eltern hatten damit schon unsere mühe muss ich sagen.

00:12:06: also irgendwann haben wir das dann auch gemacht, aber dass die Gesellschaft und auch so ein bisschen der soziale Druck muss man sagen kann dazu führen, dass du dann einknickst und sagst okay gut dann mache ich da halt mit.

00:12:27: Ja klar!

00:12:28: Aber hat er in seinem Interview denn auch gesagt wie ihr das hinkriegt?

00:12:31: Wie kriegt man die tatsächlich?

00:12:33: die Belastung für die Eltern ja auch nicht ohne ist.

00:12:36: also Du musst ja interessante Beschäftigungsarten dann für deine Kinder finden.

00:12:41: Oder was ja auch ist, was ja viele sagen und was glaube ich auch stimmt Langeweile fördert die Kreativität weil ich merke sie auch bei meinen Kindern Wenn Sie langeweile haben Dann dauert das unterm Strich auch nur zehn Minuten fünfzehn Minuten.

00:12:55: auf einmal fangen die wieder mit etwas coolem an Und wenn sie alle Spielsachen rausholen und die Fantasie aufleben lassen aber es funktioniert.

00:13:04: Es ist halt eine bestimmte Zeit wo sie meckern, wo sie einem Druck machen.

00:13:09: Dass sie dann doch wieder digitale Medien möchten.

00:13:11: aber Kinder haben ja viel Kreativität und man muss glaube ich den Weg einfach überstehen und dann funktioniert das wieder hat so wird er es wahrscheinlich auch nicht gelöst haben.

00:13:20: natürlich

00:13:20: der.

00:13:21: Er hat natürlich Zeit investiert und hat mit seinen Kindern eben Aktivitäten gemacht Und so wie du sagst langeweile Fördert Kreativity.

00:13:34: Ich meine es kennt ja jeder von sich aus

00:13:37: Als ich

00:13:38: klein war und an der Bushaltestelle stand, da hatte ich kein Handy in der Hand.

00:13:43: Und dann kommst du natürlich auf irgendwelche

00:13:48: dummen Gedanken.

00:13:49: vielleicht?

00:13:50: Ich natürlich nicht!

00:13:52: Aber

00:13:54: ja du kommst zumindest fängst du dann an deine Umwelt besser zu beobachten.

00:14:00: Du guckst dir die Leute an, du beobachtest Menschen, du fängts mit Menschen anzureden.

00:14:06: und diese zwischenmenschliche Kommunikation, die ist schon ein großes Problem geworden.

00:14:17: Um so'n Stückchen weit auf unser Thema zurückzukommen es ist ja so dass wenn wir ständig in irgendeiner... also wenn ständig auf uns Informationen einprasselt wir natürlich auch ein Stückchen weit überfordert sind.

00:14:36: und da ist der Schritt zum Burnout nicht weit, muss man sagen.

00:14:44: Und es ist also WHO definiert Burn-Out als einen chronischen Stress den du nicht verarbeiten kannst und dazu zählt eben dann als Symptome dass du erschöpft dich fühlst oder ... dass deine Leistungsfähigkeit ... ... reduziert ist.

00:15:08: Ja, also die letzten Erhebungen waren ja auch das Sieg glaube ich.

00:15:12: in den letzten zehn zwölf Jahre ... ... ist Burnout zur zweithäufigsten Krankheit für Krankenheldung ... ... aufgestiegen und ich glaube wenn ich mich richtig erinnere ... ... knapp um sechzig Prozent gestiegen.

00:15:27: Aber es wird ja auch im Endeffekt dazu passen... Man hat es ja auch, was man sich im Leistungssport und anderen Sachen, dass eben Schlaf ja extrem wichtig ist.

00:15:37: Und ich glaube tatsächlich das Schlaf ist der beste Leistungssteigerer den die Medizin wahrscheinlich kennt und wir behandeln ihn häufig eher als Lästigkeit.

00:15:48: also er mehr mehr leisten und tun und dadurch bringst du gar nicht mehr.

00:15:58: vielleicht also die frage sehr wie lang kann das ein körper nachher auch leisten?

00:16:01: weil ich kenne genügende die sagen ich schlafe halt vier fünf stunden das reicht mir keine dauerhaft nichts funktionieren.

00:16:08: oder

00:16:10: Also, ich weiß dass man sich Den schlaf Sagen wir mal den den schlafbedarf abtrainieren kann langsam über die jahre es geht schon Aber jeder kennt es von sich natürlich, dass man kommt zu einem Punkt wo man auch nicht mehr kann und wo man dann schlafen muss.

00:16:35: Schlafentzug ist ja eine Foltermethode.

00:16:39: also wenn du jemanden brechen willst dann entzieh ihm den Schlaf.

00:16:50: das ist schon Eine sehr, sehr belastende Situation und es war ja so.

00:17:00: Wir haben vorhin darüber gesprochen wie erreichbar man ist.

00:17:08: wenn wir früher – das wirst du auch kennen – Feierabend hatten dann hat mir Feieramt.

00:17:15: Du bist nach Hause gegangen, du hast dann Sport gemacht, du warst in einem Verein oder bei deinen Freunden oder in der Familie Und erst am nächsten Tag bist du zur Schule gegangen oder zur Arbeit gegangen, oder wo auch immer.

00:17:27: Heute ist das anders!

00:17:30: Heute hast Du deine ... ... deine ... Push-Nachrichten die ständig kommen... Du hast wie Du Freunde auch gesagt hast WhatsApp.

00:17:40: Du hast Deine E-Mails.

00:17:42: Du Hast ständig die Erreichbarkeit und man muss ja auch dazu sagen es wird hier auch gemacht.

00:17:51: also man könnte ja auch sagen Man respektiert die Freizeit des anderen und schreibt eben nicht um dreiundzwanzig Uhr dreißig eine WhatsApp.

00:18:03: Aber das wird ja nicht gemacht, denn ich muss ja damit rechnen dass der andere dem ich die Nachricht um halb zwölf schreibe dieses Bing bekommt diesen dieses Geräusch bekommt.

00:18:18: also Ist das ja auch ein Stückchen weit aus meiner Sicht eine Respektlosigkeit irgendwann um Mitternacht Nachrichten zu schreiben, die nicht wichtig sind oder die man auch durchaus am nächsten Tag noch schreiben kann?

00:18:31: Also es ist ja auch einen Punkt.

00:18:33: Was würdest du denn sagen wie viele deiner WhatsApp-Nachrichten erwarten oder ist es ein Muss dass du sofort darauf reagierst?

00:18:44: Also alle aller aller wenigsten!

00:18:47: Genau also es ist auch ne eigene... ... Management-Geschichte sag ich mal, zu sagen... Naja wenn du zum neuen noch eine WhatsApp kommst,... ... kann dich auch locker morgen bearbeiten.

00:18:57: Es ist ja kein Muss, da hängt ja kein Leben hin dran, da... ...hängt ja keinen Tod hinten dran!

00:19:01: Ja der Punkt ist aber

00:19:03: der!...

00:19:05: Wenn Du deine Benachrichtigung anhast und so ticke ich jedenfalls,... ...wenn Deine Benachichtigung an ist und es kommt jetzt vom Mike einer Anfrage.... Um ein zwanzig Uhr.

00:19:19: Ja, die ist wichtig!

00:19:20: Das wissen wir da.

00:19:21: Warte ich ja auch eine Antwort aber wie ist es bei den anderen?

00:19:24: Ja gut, das ist ein schlechtes Beispiel Mike Aber dann möchte ich es sozusagen erledigen.

00:19:34: wenn ich aber meine Benachrichtigung ausgeschaltet habe wie ich's jetzt habe und diese Nachricht erst am nächsten Morgen gewollt mir angucke und zu neunundneinzig Prozent, dass eben eine Nachricht ist die tatsächlich auch am nächsten Morgen erst bearbeitet werden kann.

00:19:51: Passiert gar nichts!

00:19:52: Ich muss es nur machen.

00:19:53: ich muss nur meine sagen mal diesen über diesen inneren Schweinehund springen und sagen ich werde meine Benachrichtigungen abstellen.

00:20:03: das ist wichtig Und ich habe darüber mit meinem Sohn gesprochen.

00:20:07: der ist jetzt achtzehn viel am Handy, wobei ich ehrlicherweise zugeben muss dass er sehr viele Informationsprogramme sich auch anguckt.

00:20:24: Natürlich hat das über die Jahrzehnte auch sich geändert aber er hat gefühlt dieses Handy ständig in der Hand und ich habe mit ihm darüber gesprochen und gesagt sag mal fühlst du dich denn nicht abhängig von dem Handy?

00:20:42: Tatsächlich hat er gesagt, ja doch ich fühle mich schon abhängig und hat auch.

00:20:48: es gibt kleine Gadgets die kann man kaufen.

00:20:51: Damit kannst du deine Handy sozusagen extern abschalten lassen und musst dann erst zu diesem Gadget gehen dein Handy wieder einschalten damit du's wieder benutzen kannst.

00:21:01: das hat der sich besorgt und hat damit sich ein Stück Autonomie wieder zurückgegeben ist schon verrückt.

00:21:08: Es ist wirklich verrückt.

00:21:12: Aber wir müssen darauf hinarbeiten, dass unser Gehirn einfach auch mal wieder zur Ruhe kommen kann.

00:21:19: Aber ist das nicht auch klar?

00:21:22: Das ist im Gesamtumfeld.

00:21:24: aber wenn jetzt nochmal so Thema Burnout betrachtet oder auch Überforderung habe ich immer den Eindruck Menschen die es liegt oftmals nicht am Fleiß sondern eher an der Sinnlosigkeit.

00:21:39: Ich weiß nicht wie es dir in manchen Tagen geht Wenn du sagst, ich habe viel gearbeitet.

00:21:43: Viel Output generiert und alles fein finde ich für mich am Ende des Tages nicht so anstrengend wie wenn ich in den Tag reingehe.

00:21:51: Und es sind Themen auf einmal aufgepoppt die völlig unzufrieden waren Die auch aus meiner Sicht manchmal dann sinnlos waren und das Ergebnis nicht Am ende des Tages befriedigend war.

00:22:05: Also geht das vielleicht so auch in die Richtung.

00:22:07: dass ist Deswegen, dass er ganz am Anfang vielleicht ein strukturelles Thema ist und einfach Menschen auch mit sinnloser Arbeit beschäftigt werden.

00:22:18: Ist das vielleicht dann auch vielleicht ein Führungsproblem?

00:22:22: Also ich habe mich selber schon beobachtet weil du sagst sinnlos und und das frustriert dann einen Ich hab' mich selbst schon beabachtet.

00:22:38: TikTok, Insta was auch immer.

00:22:41: Und auf einmal ist eine Stunde rum!

00:22:42: Eine ganze Stunde habe ich da gesessen

00:22:48: und

00:22:49: totalen Müll angeguckt.

00:22:53: dieser der mich in meiner Arbeit in meine Persönlichkeit in dem was ich denke in keiner Weise voran bringt und wenn ich das dann ausmache ist tatsächlich eine totale Lehre bei mir da.

00:23:09: Also es ist eine Unzufriedenheit da, dass ich zu mir sage Menschen und Kinder.

00:23:16: Musste das jetzt sein?

00:23:18: Und insofern ist das glaube ich schon richtig was du sagst.

00:23:22: wenn Du etwas Erfüllendes machst auch wenn Dich das körperlich vielleicht anstrengt oder auch zeitlich Deine Ressourcen aufbraucht ist es am Ende doch sehr viel befriedigender, als wenn man etwas macht, was sozusagen im Nichts sich auflöst.

00:23:49: Das glaube ich schon!

00:23:50: Ich hatte neulich gelesen gehabt der Psychologe George Miller hat in den letzten Jahren gezeigt dass das menschliche Arbeitsgedächtnis maximal sieben Informationseinheiten gleichzeitig verarbeiten kann Und danach wird es... Auch

00:24:10: die von Männern?

00:24:11: Ich glaube, da hat er geschrieben minus zwei.

00:24:15: Glaub ich noch und hab gelegt!

00:24:19: Aber es ist tatsächlich so dass sie auch neuste Forschungen zeigen.

00:24:21: Das war das was du vorher eben gesagt hast.

00:24:24: Schon das bloße Wissen, das ungelesene Nachrichten oder Benachrichtigungen, da sind reduzierte Denkleistung, das heißt wenn das Handy ... verdeckt auf dem Tisch liegt.

00:24:36: Ganz genau!

00:24:37: Also dieses Wissen... ... ist auch die Frage, wie man sich freimachen kann?

00:24:41: Ich habe über Jahre, das habe ich in den letzten ... ... drei, vier Jahren nicht mehr, weil ich irgendwie zwei Start-ups gegründet habe und da eine höhere ... ... Erreichbarkeit brauchte.

00:24:50: Ich habe aber in ... ... fünfzehn Jahre davor einen ... ... Dauerhaften Abwesenheitsassistent gehabt wo ich geschrieben habe,... ... nur noch um zwölf und um sechzehn Uhr meine E-Mails.

00:25:05: Und habe die auch nur manuell abgerufen, ... ... und inzwischen war einfach Ruhe.

00:25:09: Das hat am Anfang tatsächlich auch ein bisschen Stress verursacht,... ... weil man das Gefühl hatte ja irgendwo schwirrt ja was rum... ...und viele im Umfeld haben auch gesagt, na das kannst du nicht bringen,... ...die Kunden steigen dir aufs Dach und den Geschäftspartner.

00:25:25: Das war aber durchweg positiv.

00:25:26: die Gespräche, also alle haben gesagt es würde ich auch gerne machen.

00:25:29: Ich traue das aber nicht meinem Chef vorzuschlagen und so weiter.

00:25:33: Und jetzt war dann der Punkt dass die Kunden sich irgendwann dran gewöhnt haben, die dann gesagt haben okay der bearbeitet meine E-Mail kurz nach sechzehn Uhr.

00:25:40: Ich muss jetzt aber halt einfach mal drei Stunden warten!

00:25:43: Und ich würde immer tippen nach zwei drei Monaten war auch dieser Druck bei mir raus.

00:25:48: hier sind noch ungelesene Nachrichten.

00:25:50: nein das war einfach ein Fakt Und ich hatte Zeit, mich vier Stunden auf das zu konzentrieren.

00:25:55: Was ich um zwölf bekommen hatte, konnte das abarbeiten und ansonsten war es ja immer so eine neue Nachricht schnell rüberspringen könnte etwas Wichtiges sein oder neuer Nachricht.

00:26:04: der Kunde X Y hat geschrieben.

00:26:06: Das könnte ja wichtig sein was dich ja mental extrem in Stresszustand versetzt.

00:26:11: also für mich persönlich war das wirklich eine Phase die ich absolut toll fand weil nicht dieser Druck hinten dran war immer das neueste lesen zu wollen.

00:26:27: Das geht ja in die Richtung Überforderung.

00:26:30: Wenn wir uns überfordert fühlen, dann sind wir eben gereizt und haben Konzentrationsprobleme und ziehen uns auch ein Stückchen weit zurück.

00:26:40: Ich kann mich erinnern wenn ich Freunden oder Kollegen eine WhatsApp geschrieben habe und nicht innerhalb von einer Stunde maximal eine Antwort bekommen habe, wurde ich nervös.

00:26:59: Weil ich davon ausgegangen bin, dass die das genauso machen wie ich inzwischen.

00:27:05: aber dadurch, dass sich das geändert hat, wie ich vorhin gesagt hab, bin ich tatsächlich entspannter geworden.

00:27:11: also wenn ich dir jetzt ein WhatsApp schreibe und ich habe innerhalb der nächsten zehn Minuten keine Antwort von dir Dann macht mich das nicht mehr nervös.

00:27:20: und dann denke ich, Mensch und Kind.

00:27:21: Warum guckten der Markt nicht auf sein Handy?

00:27:23: Und beantwortet diese wahnsinnig wichtige Anfrage von mir.

00:27:27: aber insofern bringt natürlich so eine Änderung der Gewohnheiten

00:27:35: dich

00:27:36: in einer entspannter Situation Aber unter Umständen natürlich auch deine Freunde bekannte, also deine Umgebung wie du es selber ja auch vorhin gesagt hast.

00:27:47: Du hast dich auch gewundert.

00:27:48: Oh ich schreibe dir mal ab die Nachricht und klick nicht innerhalb von, weiß nicht, zehn Minuten eine Antwort?

00:27:54: Solange er hat's ja nie gedauert!

00:27:57: Ich glaube du hast aus dem OP rausgehalten, die antwortet teilweise... Also da bin ich mir echt ganz sicher was das ein oder andere im Patienten liegen geblieben ist, was du dann vergessen hast.

00:28:09: Aber das ist tatsächlich so, also man durch eigene Arbeit kann man sein Nervenkostüm durchaus entspannen.

00:28:22: Das heißt wir haben das Thema Pausen in dem Sinne dass du nachts auch den Gehirn Erholung geben musst und Schlaf ja extrem wichtig ist.

00:28:33: Ich habe jetzt auch neulich ein Artikel gelesen.

00:28:35: es hat Microsoft Die haben Worklaps oder so heißt das, glaube ich.

00:28:41: Die haben auch festgestellt dass wenn du in zwei Stunden Videometing hast ab dann der Stressfaktor für das Gehirn massiv nach oben geht.

00:28:50: Also ab zwei Stunden?

00:28:51: Ja also zwei Stunden im Prinzip ununterbrochenes Videomitting und man braucht im Prinzip zehn Minuten Gehirnenpause dazwischen damit sich das in gewisser Weise wieder ... erholen kann.

00:29:06: Ich merke das selber, ich habe das jetzt auch... ... über zwei drei Monate gehabt wo ich teilweise wirklich... ... neun Stunden am Stück von einem Videocall im nächsten bin.

00:29:16: Wahnsinn!

00:29:16: So und du merkst extrem wie die Leistungsfähigkeit da irgendwann nachlässt?

00:29:21: Das bin ich gerade auch wieder umbauen weil ich gesagt habe ich möchte jetzt immer fünfzehn Minuten Pause zwischen einem Videokoll zum nächsten.

00:29:29: Ansonsten baust du da massiv ab.

00:29:31: Also das habe ich selber bei mir wieder gemerkt.

00:29:33: Wobei, ich fast sagen würde, fünfzehn Minuten ist fast zu wenig oder?

00:29:38: Meinst Du nicht?

00:29:40: Also das finde ich jetzt nicht schlecht.

00:29:44: Es ist natürlich so wenn wir uns überfordern dann ist es natürlich auch eine Sache die uns gegenüber anderen Weil wir überfordert sind, auch unverbindlich macht.

00:30:04: Das könnte ich mir natürlich vorstellen weil wenn ich überforderd bin möchte ich natürlich oder denke ich vielleicht nicht an das was ich versprochen habe oder wo ich gesagt habe dass kann ich machen oder jenes kann ich mache weil ich einfach mit Reizen überflutet bin mich überfordern fühle und dann eben auch Das, was ich zugesagt habe nicht einhalte.

00:30:31: Nicht einhalten kann vielleicht und das führt dazu dass sich dann im laufe der zeit wenn Ich mich nicht ändere auch meiner umwelt gegenüber unverbindlich werde.

00:30:44: Ja das stimmt.

00:30:47: Wie stehst du zum thema multitasking ist ja auch so einen so ein thema.

00:30:51: man sagt ja frauen nach sie könnten mehr multitasking als männer Wobei ich persönlich glaube, echtes Multitasking existiert generell nicht fürs Gehirn.

00:31:01: Also ich glaube das was wir unter Multitasking verstehen eher eine Art ist schnelle Switchen zwischen den Tasken Was es das Gehirnen auch wieder extrem schwer macht und was vielleicht ja ein oder andere besser kann aber was halt auch wahnsinnig viel mentale Energie kostet.

00:31:18: also ich glaube dass multitasking was wir so kennen im Hirn ist vielleicht ein bisschen zu vergleichen mit dem scharfen Sehen.

00:31:30: Also wenn wir uns einen Punkt angucken und diesen Punkt scharf sehen, dann sehen wir tatsächlich ausschließlich physiologisch diesen einen Punkt schaf.

00:31:43: alles andere drum herum nehmen wir wahr und unser Gehirn verarbeitet es auch.

00:31:51: aber Schafsehen uns konzentrieren, tun wir uns auf einen einzelnen Punkt.

00:31:56: Ich glaube da hast du völlig recht das was wir multitasking nennen.

00:32:01: ich glaube dass das arbeitet auf verschiedenen Ebenen.

00:32:05: also wir haben eine Sache mit der wir jetzt uns beschäftigen.

00:32:12: darauf konzentrieren wir uns jetzt.

00:32:15: aber wir haben in einer übergeordneten oder untergeordneten Ebene Sachen die eben im Hintergrund laufen und auf die wir switchen können, wenn wir wollen.

00:32:27: Das heißt das läuft einfach sozusagen im Hintergedanken mit.

00:32:32: ich glaube so ist es.

00:32:33: Ich glaube du kannst nicht parallel tatsächlich dich auf ganz viele Sachen konzentrieren und alle Aufgaben gleich gut bewältigen.

00:32:43: Das glaube ich nicht.

00:32:45: Ja genau also es heißt ja ein klassisches Multitasking gibt's nicht weil das wäre ja tatsächlich Genau das was ich ja gesagt habe, wenn schnell es hin und her springen.

00:32:53: Ich hab Aufgaben im Hinterkopf auf die wechsle ich ganz schnell hin und Her.

00:32:57: Und es gibt auch inzwischen sehr viele Erhebungen dazu.

00:33:01: Ich glaube dass Menschen die zwischen den Aufgaben hin und herspringen aber nicht fertig erledigen unterm Strich glaube ich vierzig Prozent länger brauchen um alle Aufgaben abzuschließen wie wenn man eine Aufgabe sich nimmt konzentriert arbeitet, abarbeitet und dann zur nächsten wieder geht.

00:33:20: Und ich glaube auch das dass das ein mentales oder zu Überforderung führt weil wenn ich hinten noch im Kopf habe ich spring ständig hin und her und ich sehe den Wald vor lauter Bäume nicht hat es einen höheren Einfluss auf Erschöpfung.

00:33:36: wie wenig einfach sage ich hab jetzt diese Aufgabe zu erledigen die kostet mich drei Stunden und dann gehe ich wieder zum nächsten.

00:33:42: und über die anderen Taschen die anderen Aufgaben denke ich in dem Moment halt gar nicht nach

00:33:47: sehe ich ganz ähnlich.

00:33:50: Man kennt es von sich selber natürlich auch, dass du wenn du Aufgaben erledigst, du natürlich zum einen ein besseres Gefühl hast und wenn du parallel Aufgaben hast dann sind das natürlich Sachen die du versuchst zu machen.

00:34:18: Aber wie du vorhin gesagt hast, du siehst dem Wald vor Bäumen nicht.

00:34:22: Und das gibt einem auch ein ungutes Gefühl und das führt eben auch zur Überforderung.

00:34:27: Deswegen glaube ich schon wichtig eine Aufgabe nach der anderen zu erledigen aber die Aufgaben eben zu Ende zu erlädigen.

00:34:35: Das ist glaube ich tatsächlich wichtig.

00:34:38: Ja das stimmt und es führt ja auch dazu.

00:34:41: Ich glaube, Baumeister der Wirtschaftspsychologe hat irgendwann mal festgestellt dass die Erschöpfung im Prinzip halt auch von zu vielen Entscheidungen kommt.

00:34:50: und dann so mal ein klassischer Alltagsgeschichte.

00:34:53: dazu weiß man vielleicht ist bei dir auch manchmal so.

00:34:55: Dann kommst du abends nach Hause?

00:34:57: Und dann kommen die Frage wo gehen wir essen?

00:35:00: Und du hast eigentlich schon keine Motivation mehr, hier eine Entscheidung zu treffen.

00:35:05: Und schlussendlich wird es eigentlich das erste Restaurant, weil du gar nicht Lust hast dir über fünf Restaurants Gedanken zu machen.

00:35:11: und wo fahren wir jetzt noch hin?

00:35:14: Sondern eigentlich willst du es nur erledigt haben!

00:35:17: Das ist ja schon finde ich auch wenn man sich halt tatsächlich solche Alltagssachen anschaut... ...das beste Spiegelbild dafür an der Stelle dass man dann teilweise wirklich wie vielleicht überfordert oder halt ein Erschöpfungszustand kommt.

00:35:33: Ja, das ist tatsächlich so.

00:35:38: Man möchte sich dann, wenn man überforderd ist, sich natürlich auch nicht festlegen oder kann sich vielleicht auch nicht test legen weil man einfach keine Energie mehr hat.

00:35:53: und auch das ist etwas was um auf Das Thema, was ich vorhin gesagt habe noch mal zurückzukommen.

00:36:01: Auch das ist etwas, was dann im Ende des Tages eine Unverbindlichkeit macht.

00:36:07: Diese Unverbindungkeiten die ihm leben aber wichtig sind.

00:36:13: Aber wir in der Gesellschaft, in der wir leben, in einer Gesellschaft, wo wir uns multitasking bearbeiten lassen Wird es dazu kommen, dass wir weil wir überfordert sind auch eben unverbindlich werden?

00:36:32: Ja absolut.

00:36:34: Ich komme nochmal auf den Restaurantsbuch zurück.

00:36:36: Das fällt mir jetzt gerade tatsächlich ein.

00:36:38: ich habe mal das Buch The Paradox of Choice gelesen und da ist im Endeffekt der Sinn drin zu sagen oder das Ergebnis, dass mehr Optionen nicht unbedingt glücklicher machen.

00:36:50: Sondern dass mehr zur Unzufriedenheit führt.

00:36:52: und das finde ich ja das beste Beispiel.

00:36:54: also hast du mehr Optione

00:36:56: d.h.,

00:36:56: in einer langen Speisekarte die zwanzig Seiten hat und ich am Endeffek nicht weiß was soll ich machen brauche ich ewig lange für eine Entscheidung?

00:37:06: Und dann habe ich eine Entscheidung getroffen was ich bestellen möchte und im gleichen Moment denke ich schon wieder darüber nach hab bereucht, dass ob ich überhaupt die richtige Entscheidung getroffen habe.

00:37:17: Ja also das stimmt da hast du wirklich recht.

00:37:21: wir hatten was was politics of choice angeht Da ist.

00:37:30: Wir haben jetzt wenn du dir überlegst im beruf in der partnerwahl Im wohnort lebensmodelle.

00:37:37: wir haben so viele möglichkeiten die wir wählen können dass das für uns frustrierend ist.

00:37:45: Wir hatten früher weniger Auswahl, aber dadurch natürlich auch mehr Klarheit in unserem Leben und man ist heute natürlich ständig auf der Suche es noch optimaler irgendwie zu machen.

00:38:01: und als Frage oder ja als Gedanken wenn ich früher in den Kaffee gegangen bin und gesagt habe, ja ich hätte gerne einen Kaffee.

00:38:14: Dann wird gefragt mit Milch oder ohne Milch?

00:38:17: Mit Zucker, ohne Zucker.

00:38:19: Punkt!

00:38:20: Und dann hab' ich das gesagt, habe mein Kaffe bekommen.

00:38:22: Wenn ich heute in den Kaffees gehe und sage, ich hätte gern einen Koffee, dann kriegste die Gegenfrage ein Kaffey, Kaffekremer, Cappuccino, Latte Macchiato, Kaffeelatte Espresso

00:38:35: frisch

00:38:36: gebrüht oder gemahlen Mit Milch.

00:38:39: Wie lange

00:38:39: geht das jetzt noch?

00:38:41: Ja, eine Sache noch!

00:38:43: Aber wenn mit Milch... ...mit welcher

00:38:44: Milch?!

00:38:45: Und da geht es ja wieder von vorne los.

00:38:46: Gibt's auch wieder zwanzig zu Auswahl

00:38:48: und also ich bin einfach schlichtweg überfordert.

00:38:53: Ich sag dann häufig geben wir nur einen Schwarzen Kaffee.

00:38:57: Also das sind genau diese Paradox of Choice.

00:39:02: vornehmlich soll es einem eine Besserung bringen aber in Wirklichkeit bringt es eben ... keine Besserung.

00:39:09: Ja, das stimmt!

00:39:11: Jetzt komme ich ja auch tatsächlich so ein bisschen aus der Vertrieb schieben und habe mich auch lange mit Vertrieb beschäftigt... ...und es gab mal so einen Testlauf.

00:39:19: da war in Regal A... ... vierundzwanzig verschiedene Marmeladesorten.

00:39:23: In Regal B waren's nur drei verschiedene.

00:39:27: Regal a hat glaube ich sechzig Prozent des Publikums angezogen,... ...und Regal b mit den wenigen Marmeladen nur vierzig Prozent aber.... Ebenregal B, also mit der wenigen Marmelade wurde zehnmal so viel Marmelate verkauft wie in Regale A.

00:39:44: Das kann ich mir gut

00:39:45: vorstellen!

00:39:45: Der Entscheidungsprozess hat sich einfach wahnsinnig lange gezogen bis hin dass die Leute sich gar nicht mehr entscheiden konnten an dieser Stelle.

00:39:54: So ein bisschen ähnlich wie eine Kaffee-Auswahl was die Leute dann wieder hinbringt.

00:40:00: Gut das ist ja für das normale Leben tatsächlich schwierig.

00:40:07: Wir kennen das ja, dass wir zu viele Entscheidungen gar nicht gerne treffen wollen sondern wir möchten eine Sache.

00:40:18: die gibt uns Klarheit, die gibt unsere Befriedigung und das möchten wir bis zum Schluss dann eben auch durchführen.

00:40:29: und wenn zu viele Entscheidungsmöglichkeiten kommen ist es natürlich schwierig für uns da jetzt in dem Punkt einfach eine Entscheidung zu treffen.

00:40:42: Das ist tatsächlich so.

00:40:44: Jetzt stelle ich dir mal die Frage, es gibt ja sozusagen die Perfektionierer und die Zufriedensteller.

00:40:50: Also man sagt irgendwie der Perfekcionierer sucht immer die beste Lösung, der Optimierer Sucht die gut genug Lösung.

00:40:59: Meistens verdient er Maximierer also der das Beste will, verdient mehr Der andere hat aber ein glücklicher Restleben.

00:41:09: Ja, ich meine das kennen wir auch.

00:41:13: Es gibt ja diesen Spruch Geld macht nicht glücklich.

00:41:20: Das kann ich mir sehr gut vorstellen dass es so ist wie du das jetzt eben beschrieben hast.

00:41:27: Welche bist du denn?

00:41:29: Ich glaube eher der Optimierer würde ich sagen.

00:41:37: Also der Maximierer Weiß nicht.

00:41:41: Wie schätzt du mich denn ein?

00:41:44: Nee,

00:41:45: also ich seh' dich auch eher als der Optimierer.

00:41:48: Ja

00:41:49: und Du?

00:41:50: Ich glaube auch der Optimiere... Also ich hab so ein bisschen Problem damit.

00:41:53: ja das ist so eine deutsche Tugend dass man immer alles hundert Prozent machen möchte aber dadurch Prozesse oder Entscheidungen auch extrem in die Länge zieht.

00:42:05: Und teilweise erreichst du ja, es gibt auch diese Achtzig-Zwanzig-Regel irgendwie.

00:42:09: Achtzig Prozent... Nee andersherum zwanzig Prozent der Zeit für Acht zig Prozent der Lösung und für die restlichen zwanzige Prozent brauchste Acht Zig Prozent deiner Zeit.

00:42:20: Deswegen bin ich eher der Typus wenn die Kriterien erfüllt sind eine Entscheidung zu treffen um mich nicht an den letzten zwanziger Prozent noch aufzuhängen.

00:42:30: unter dem Strich

00:42:31: Ja hört sich auch vernünftig anfindlich

00:42:36: Aber jetzt mal andersrum.

00:42:37: Woran merkst du denn, dass du überfordert bist oder dass du dann an die Grenzen kommst?

00:42:48: Also meine Zündschnur ist dann sehr kurz.

00:42:54: also ich bin dann einfach sehr ungeduldig und ich glaube meine Familie kriegt das dann recht deutlich mit.

00:43:07: zumindest kriege ich von denen immer die Rückmeldung Wenn ich in den Moment empfinde, das selber gar nicht so.

00:43:16: Aber wenn ich dann darüber nachdenke, soll ich ja das Musst daran gelegen habe?

00:43:21: So würde ich sagen meine Zündschnur wird kurz.

00:43:24: Ich bin einfach kein geduldiger Mensch und ich möchte auch nicht diskutieren sondern ich möchte ein Weg gehen.

00:43:35: Okay Und du?

00:43:37: Ja, ist bei mir das glaube ich sehr ähnlich.

00:43:38: Also die Familie merkt auch oft relativ schnell wenn dann irgendwelche patzigen Antworten kommen oder man dann gereizt reagiert oder irgend sowas.

00:43:49: also ich glaube das merkt man dann auch und bei mir merken uns auch Ich bin normalerweise ein Typus der versucht die Arbeit nicht mit nach Hause zu nehmen aber es gibt an Themen die allen beschäftigen nur nicht loslassen und im Idealfall wäre es vielleicht sogar sinnvoller zu sagen ich hänge jetzt noch eine halbe Stunde dran Erledige aber diese Aufgabe noch und dann ist er aus dem Kopf raus, wie wenn es sich im Notfall den ganzen Abend nachher noch beschäftigt.

00:44:12: Wenn du aber das Problem hast natürlich nachher zu sagen ich habe sieben Aufgaben noch zu erledigen... ...und ich bleibe gleich vier Stunden länger in Büro, dann ist es ja auch nicht wieder sinnbefreit.

00:44:21: Also es würde ja dazu zählen zu sagen Ich arbeite meine Task ab und dann hab' ich's Thema durch mit dem anderen beschäftig mich zum nächsten.

00:44:31: Jetzt ist es so ab die diese Folge.

00:44:33: So geht es mir zumindest.

00:44:34: Es geht gerade deutlich länger und die Frage ist, wollen wir die Zuschauer auf die nächste Folge verdrößen?

00:44:43: So zum Thema führt das alles dann eben zu Unverbindlichkeit und Loyalität und will sich niemand mehr festlegen.

00:44:52: Ja würde ich schon sagen.

00:44:53: also ich glaube... Also zum einen sind keine Zuschauer, sie sind zu höher.

00:44:57: Entschuldigung

00:44:58: stimmt!

00:44:58: Das lag daran weil ich dich die ganze Zeit

00:45:02: sehe.

00:45:03: Ja, ich glaube das ist eine ganz gute Idee.

00:45:07: Es ist ein ganz guter Idee wenn wir den Zuhörern jetzt auch mal ne Pause gönnen und wir selber eben das Thema beim nächsten Mal verfolgen.

00:45:22: Und welche Auswirkungen das hat?

00:45:24: Für dem her sage ich Tschüss!

00:45:28: Ich verabschiede mich... Und vielen Dank, dass ihr dabei wart.

00:45:33: Bleibt im Gespräch, bleibt kritisch und schafft eure eigene klare Lage!

00:45:39: Bis dahin alles Gute wo immer ihr auch seid!

00:45:42: Euer Abdi Afsa

00:45:44: und Mike Bärtsch.

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