Folge 012–Zurück aus dem Urlaub: Funktioniert es anderswo inzwischen besser?

Shownotes

Pünktliche Züge, klimatisierte U-Bahnen, flächendeckender Mobilfunk, Kartenzahlung und digitale Verwaltung: Wer heute aus dem Urlaub zurückkehrt, bringt nicht selten den Eindruck mit, andere Länder hätten Deutschland inzwischen überholt.

Aber stimmt dieser Eindruck wirklich? Abdi Afsah und Mike Bertsch fragen sich, ob Deutschland tatsächlich an Leistungsfähigkeit verloren hat – oder ob wir die attraktivsten Seiten eines Urlaubslandes mit unserem eigenen, bisweilen anstrengenden Alltag vergleichen.

Darum geht es in dieser Folge:

  • Wie sich das deutsche Selbstbild seit der Nachkriegszeit verändert hat
  • Warum Auslandsreisen früher auch als Zeichen des sozialen Aufstiegs galten
  • Weshalb Deutschland lange mit Ordnung, Pünktlichkeit und technischer Stärke verbunden wurde
  • Warum heute besonders Bahn, Mobilfunk und Verwaltung für Frust sorgen
  • Was andere europäische Länder bei Digitalisierung und Kartenzahlung besser machen
  • Weshalb digitale Leuchtturmprojekte allein noch keine funktionierende Verwaltung ergeben
  • Wie Bürokratie und langwierige Entscheidungsprozesse Modernisierung erschweren
  • Warum andere Länder aufgeholt haben, während Deutschland von seiner vorhandenen Infrastruktur zehrte
  • Welche Rolle fehlende Investitionen in Schienen, Brücken und digitale Netze spielen
  • Warum der Vergleich mit kleineren Ländern nicht immer fair ist
  • Wie Urlaubsstimmung unsere Wahrnehmung eines Landes beeinflusst
  • Weshalb Touristen nur selten mit den alltäglichen Problemen ihres Reiseziels konfrontiert werden
  • Was Deutschland trotz aller Defizite weiterhin gut kann
  • Warum funktionierende Rettungsdienste, Gerichte und öffentliche Einrichtungen nicht selbstverständlich sind
  • Wo berechtigte Kritik endet und pauschale Niedergangserzählungen beginnen
  • Weshalb Deutschland sich trotzdem dringend modernisieren muss

Das Fazit: Andere Länder haben in vielen Bereichen sichtbar aufgeholt und Deutschland hat notwendige Modernisierungen zu lange aufgeschoben. Dennoch funktioniert hier nicht „gar nichts mehr“. Wer Probleme pauschalisiert, verliert den Blick für das, was weiterhin gut läuft – und erschwert eine realistische Diskussion über notwendige Veränderungen.

Habt ihr nach einem Urlaub ebenfalls das Gefühl, dass anderswo inzwischen vieles besser funktioniert? Was könnte Deutschland von anderen Ländern lernen – und was schätzt ihr nach der Rückkehr wieder besonders?

Transkript anzeigen

00:00:08: Klare

00:00:09: Lage,

00:00:10: zwei Perspektiven ein Gespräch.

00:00:13: Der

00:00:13: Podcast mit den

00:00:14: Freunden Abdiavsa und Mike Pertsch.

00:00:24: Willkommen bei klare Lage!

00:00:27: Heute haben wir ein interessantes Thema.

00:00:32: Funktioniert es irgendwo inzwischen besser wenn wir aus dem Urlaub zurück sind oder nicht?

00:00:40: Mike darüber würde ich gerne heute mal mit dir sprechen über dieses Gefühl, das offenbar immer mehr kennen.

00:00:49: Wenn sie aus dem Urlaub zurückkommen, dass man so das Gefühl hat.

00:00:52: Ja also irgendwo wo ich war läuft alles besser als hier in Good Old Germany und früher fuhr man eben ins Ausland nach Italien Spanien Griechenland tolles Wetter tolles Essen Und kam dann mit so einem beruhigenden Gedanken nach Hause.

00:01:14: Schön war es, aber hier in Deutschland funktioniert doch vieles besser als da wo man war und ich muss zugeben das geht auch mir selber so.

00:01:27: heute erscheint dieser Eindruck teilweise sich umzukehren.

00:01:31: Man erlebt also im Ausland Bahnhöfe und pünktliche Züge und klimatisierte U-Bahnen schnelles Internet und Digitalisierung, die wirklich gut läuft.

00:01:45: Und digitale Behörden

00:01:48: nicht vergessen?

00:01:49: Wobei ich im Ausland wenig mit digitalen Behörde zu tun habe.

00:01:54: Wobei da gleich noch was zu Spanien sagen kann interessanterweise.

00:01:59: Dann kommst du hier nach Deutschland zurück Bahnhof und möchte nach Hause fahren, der ICE kommt nicht.

00:02:10: Und dann willst du nachgucken und es funktioniert nicht.

00:02:14: Also ist irgendwie ein bisschen seltsam.

00:02:17: Ist Deutschland tatsächlich zurückgefallen in diesen Punkten?

00:02:23: Wie siehst Du das?

00:02:25: darüber würde ich gerne mal heute mit Dir quatschen.

00:02:28: Ja also ich fand es ein sehr interessantes Thema als Du das in den Ring geworfen hast weil Ich glaube, da haben wir persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Stimmung und überprüfbare Fakten durcheinander geraten.

00:02:40: Ich glaube man kommt aus dem Urlaub zurück und hat einen echt starken Eindruck aber der Eindruck ist halt noch weiß ich nicht keine Studie.

00:02:48: Wir vergleichen glaube ich im Urlaub häufig die schönsten Orte eines Landes mit unserem völlig Alltag.

00:02:59: Ich finde es immer wieder auch sehr spannend, wenn Menschen auswandern.

00:03:03: Weil sie irgendwo mal zwei Wochen Urlaub gemacht haben und der Alltag ist halt doch ganz anders wie Urlaub.

00:03:09: Man hat eine ganz andere Situationen.

00:03:11: Man nimmt Sachen glaube ich anders wahr weil's sehr sehr punktuell ist von dem her.

00:03:19: Ist das glaube ich gar nicht so einfach tatsächlich zu beantworten?

00:03:24: Ja wobei dieses Gefühl ja nicht so völlig aus der Luft gegriffen ist.

00:03:28: also Die Idee kam ja im Prinzip dieses Thema mal aufzunehmen aus dem Zeitungsausschnitt, den ich im Kurier gelesen habe vom vierten September.

00:03:41: Der hieß Selbstsicherheit weicht der Ernüchterung und dort in dem Artikel beschreibt eben der Historiker und der Tourismusforscher Hasso Spode das Auslandsreisen für westdeutsche früher auch eine Form der Selbstbestätigung gewesen sein.

00:04:03: Man genoss so ein bisschen die Schönheit des Urlaubslandes, blickte zugleich aber auf diesen chaotischen Art dieser Länder herab.

00:04:18: und das Klischee, das wir da so gelebt haben war der Italiener, die können gut leben.

00:04:27: Aber die Deutschen können besser

00:04:29: organisieren.".

00:04:31: Ja das stimmt aber!

00:04:31: Der gute Hasso ging ja noch ein Schritt weiter.

00:04:35: Nein bei dem war es tatsächlich... Die hat ja die West- und Ostdeutsche Tourismusart aufgearbeitet.

00:04:44: Und da war's tatsächlich so dass er gerade den westdeutschen Auslandstourismus in der Nachkriegszeit nicht nur der Erholung gedient hat, sondern es war wirklich eine Erfolgserzählung.

00:04:58: Eine starke D-Mark das eigene Auto der Jahresurlaub im Süden also es war alles ein Symbol des sozialen Aufstiegs.

00:05:08: absolut absolut hast du auch völlig recht.

00:05:12: ich muss hier auch gleich wieder mit einem Film ankommen von.

00:05:23: Kennst du den Film?

00:05:25: Nein.

00:05:25: Solltest

00:05:25: du dir angucken,

00:05:27: ich drehe in jedem Podcast einen Film empfehlen.

00:05:30: Also solltest du die wirklich angucken und da wird tatsächlich also das Bild des unangenehmen und überheblichen deutschen Touristen also wirklich überspitzt dargestellt.

00:05:47: in einer ganz sympathischen netten Art von Gerhard Polz kann man sich eben tatsächlich angucken.

00:05:55: Man reiste damals nicht nur in dein eigenes Land, genau das was du eben gesagt hast.

00:06:02: Man nahm natürlich auch so ein bestimmtes Selbstbild mit.

00:06:07: also in Deutschland galt muss man ja inzwischen leider sagen als ordentlich pünktlich industriell leistungsfähig technisch modern.

00:06:19: Bitte seht es mir nach, wer das jetzt irgendwie sich auf die Füße getreten fühlt.

00:06:23: Aber... Das hat sich ja schon so ein bisschen geändert und man war eben tatsächlich so dass man gesagt hat also bei uns die Verwaltung funktioniert besser Die Straßen sind besser, die Organisation ist besser Und im Süden da war eben das alles so ein bißchen chaotisch.

00:06:42: aber man hat eben so eine deutsche Vita eben gelebt und da ging's einem da einfach besser.

00:06:50: Das hat sich tatsächlich geändert, finde ich.

00:06:53: Ja aber wenn ich mir das jetzt historisch anschaue, fand schon auch nicht dass jeder deutsche Urlauber irgendwie mit stolz zurückkam.

00:07:00: also guckt ihr mal die ganze Haltung an oder die Schamgegenüber lauten.

00:07:04: und überheblichen Landsleute im Ausland war ja auch immer fand ich ein Thema.

00:07:12: und das komplizierte Verhältnis Ja doch, das Verhältnis vieler Deutschen zur eigenen Nation ist ja auch ein Thema.

00:07:22: Also historische Schuld, Skepsis gegenüber Nationalstolz die Suche nach einer eher europäischen Stadtnationalen Identität.

00:07:32: also

00:07:33: es

00:07:36: war auch schon bisschen Problembehafte teilweise.

00:07:43: Ich wollte jetzt nicht sagen dass die Deutschen dann stolz zurückkamen.

00:07:47: So meinte ich das nicht!

00:07:48: Das ist eher so ein Bauchgefühl gewesen, dass du ...

00:07:55: Ich glaube schon, dass es auch so war.

00:07:57: Dass du sagst ne Ah, wie du hast ja vorher gesagt die Italiener können gut leben aber beim Rest wird's problematisch.

00:08:03: Das hat man den ganzen Südländern vorgeworfen wir Deutsche Wir können gut organisieren wir sind strukturiert wir sind in der Nachkriegszeit extrem erfolgreich gewesen und so schlecht ist es doch gar nicht.

00:08:15: Nee, natürlich ist es nicht schlecht.

00:08:17: Nein damals schon gedacht.

00:08:18: also von dem ja war man doch schon stolz.

00:08:22: Wobei ich erinnere mich sehr gut an die Zeiten wo sogar ich als Jugendlicher wenn ich im Ausland war so gedacht habe naja vielleicht will man gar nicht erkannt werden als deutscher Ausländer oder als deutsch tourist im ausland Keine Ahnung, woher das kommt.

00:08:45: Das sind ja, da glaube ich schon mehr Gefühle die man eben mit sich trägt.

00:08:51: aber es ist ja schon so ein bisschen auffällig dass wenn man im Ausland ist, man fühlt sich natürlich besser.

00:09:05: allerdings muss man auch sagen Man hat ja im Auslands nur eine kurze Zeit in der man an einer wunderschönen Stelle dieses Landes eben Urlaub macht und da verwischt natürlich auch einiges.

00:09:22: Also es ist nicht objektiv, will ich damit sagen.

00:09:30: Ja aber jetzt komme ich wieder zurück.

00:09:33: weil wir das vorher hatten hat jetzt Deutschland tatsächlich eine Leistungsfähigkeit verloren.

00:09:42: also

00:09:43: müsste man sich jetzt mal die Daten anschauen.

00:09:46: Ist das jetzt nur eine Eindrucksgeschichte, weil wir vielleicht ja auch von einem extrem hohen Niveau kommen?

00:09:51: Also es gibt eine Untersuchung der OECD.

00:09:57: Die hat zwanzig-dreinzwanzig dreißig Mitgliedsländer befragt und in Deutschland gaben ein sehr hohes Vertrauen in die Bundesregierung zu haben.

00:10:14: Wir reden von zwanzig, dreinzwanzig.

00:10:17: Und der Durchschnitt der OECD lag bei neununddreißig.

00:10:22: Das ist zwar unterdurchschnittlich aber aus meiner Sicht jetzt nicht dramatisch.

00:10:33: Deutlicher werden die Unterschiede zu den staatlichen Leistungen.

00:10:39: eben vergleicht.

00:10:41: Von den Menschen in Deutschland, die kürzlich eben Verwaltungsleistungen genutzt haben waren einfünfzig Prozent zufrieden.

00:10:48: Im OECD-Durchschnitt waren es sechsundsechzig Prozent.

00:10:53: Zweiunddreifig Prozent der Deutschen erwarteten dass öffentliche Dienstleistungen nach einer Beschwerde tatsächlich verbessert werden.

00:11:03: im OECDI Durchschnitt war es neun und dreißig Prozent.

00:11:06: also da merkt man das schon Was gut war im Gesundheitssystem, da lag Deutschland mit dreinfünfzig Prozent.

00:11:18: Im Durchschnitt mit zweinfünftig Prozent der OECD befragten.

00:11:24: Im Bildungssystem wurde sich relativ kritisch ausgesprochen.

00:11:32: Da waren forty-one Prozent zufrieden und Der OECD-Durchschnitt lag bei immerhin siebenundfünfzig Prozent.

00:11:41: Wie gesagt, das ist zwanzigdreinzwanzig.

00:11:44: Ob das jetzt heute anders ist besonders was die Fragen Was Politik angeht angeht bin ich mehr

00:11:51: da stimmt unsicher aber neunlich auch was gelesen wird.

00:11:55: aber ländevergleich deutschland schweiz österreich.

00:11:59: auf die frage ob die menschen bereit für digital only wären Wirklich die ganze verwaltung alles nur noch digital Sackten in Deutschland gerade mal fünfzehn Prozent, ja.

00:12:11: In Österreich waren es sechsunddreißig und in der Schweiz sechsundvierzig Prozent.

00:12:16: Also die

00:12:17: bereit wären alles digital zu machen.

00:12:22: Fünfzehnt Prozent das hätte ich jetzt nicht erwartet muss

00:12:24: ich sagen?

00:12:24: Das ist wenig!

00:12:25: Das hätte ich nicht erwarten.

00:12:27: Ich hätte deutlich mehr erwartet.

00:12:30: Ich habe jetzt in Spanien was interessantes erlebt.

00:12:33: Ich hatte da verwaltungstechnisch was zu tun bei der Behörde und das lief alles elektronisch ab.

00:12:42: Ich konnte es nur von hier Deutschland nicht machen, weil ich einen bestimmten Zugang nicht hatte den ich dort persönlich abholen musste.

00:12:49: aber als ich das dann gemacht habe war das völlig problemlos.

00:12:53: uns hat auch wirklich geklappt.

00:12:55: also

00:12:55: Ja, ich glaube auch tatsächlich wenn wir jetzt hier in Deutschland und gerade von Digitalisierung hatten.

00:13:00: Vertrauen entsteht halt nicht durch einzelne Leuchtturmprojekte sondern erst wenn digitale Verwaltung in der Breite wirkt und Alltagserfahrungen wirklich verbessert.

00:13:11: Genau!

00:13:12: Das sind wir glaube ich in Deutschland massiv weit noch hinten dran.

00:13:17: Wir

00:13:17: haben so wie du sagst, leuchtturm Projekte die funktionieren dann manchmal jedenfalls manchmal auch nicht.

00:13:25: Aber das ist das, was du in der Bevölkerung dann merkst und wo die Bevölkerung entweder dahintersteht oder eben nicht dahinter steht.

00:13:36: Wenn ein Problem in der Verwaltung nicht klappt... Du musst dich online zwar einwählen aber dann musst du dir das Formular ausdrucken oder du musst es sogar hinfaxen.

00:13:53: Also das sind so Sachen, die kratzen dann an der Glaubwürdigkeit.

00:13:59: Ja da hatte ich auch ein schönes Beispiel in Corona.

00:14:04: Freunde von mir haben die Impflogistik in NRW gemacht und den Impfstoff-Logistik.

00:14:10: und dann ging es um das Bestellen aus dem Impfzentren heraus.

00:14:14: Und dann hat er gesagt ja gut dann stellen wir euch einen PC hin und können darüber bestellen.

00:14:20: Da hat die Behörde tatsächlich gesagt nein Wir müssen das faxen.

00:14:25: Da muss ich jetzt mal ein Faxgerät suchen, also weiß gar nicht ob wir noch einen Fax empfangen können.

00:14:32: Also das ist halt doch nicht wirklich weit entfernt.

00:14:35: wobei auf der anderen Seite muss man auch sagen ist es ja häufig ein einzelner misslungender Börsengang steht plötzlich symbolisch für in Deutschland funktioniert gar nichts.

00:14:46: Das wird aus meiner Sicht auch teilweise zu hoch gekocht oder am Strich

00:14:50: und da gut Es ist aber ein Gefühlsproblem.

00:14:56: Du hast jetzt dieses Gefühl, dass etwas nicht funktioniert.

00:15:01: passiert wenn Probleme die über Jahre bekannt sind nicht gelöst werden also zumindest nach deiner persönlichen Meinung nicht gelösst werden das.

00:15:14: daraus entsteht Alltagsfrust und aus diesem Alltagfrust kann sich politisches Misstrauen erwachsen Generell gesehen.

00:15:25: Du hast jetzt die Landtagswahlen, also ich möchte nicht das Thema wechseln, aber du hast jetzt Wahlen in Sachsen-Anhalt erlebt?

00:15:33: Das ist ein sehr deutliches Zeichen gewesen.

00:15:42: Dieses Zeichen war ja kein Protestwahl gewesen, sondern man überlegt sich dann schon wie kommt so was... Jetzt nicht nur alles auf den Alltagsfrust in der Verwaltung schieben.

00:15:54: Aber das sind kleine Bausteinchen, die alle zusammengenommen irgendwann diesen Frust der Bevölkerung nähern?

00:16:02: Ja

00:16:03: klar.

00:16:03: Sie guckte doch mal... weiß ich nicht.

00:16:05: symbolisch ist ja die Bahn bei uns

00:16:08: also du

00:16:09: hast irgendwie glaube ich den tiefstwert war im oktober fünfundzwanzig mit einundfünfzig Prozent pünktlichkeit.

00:16:18: Im Durchschnitt, glaube ich, waren es bei den Sechzig Prozent.

00:16:22: Wenn du die Schweiz nimmst, erreichten Zweitausendfünfundzwanzig vierneinzig Prozent der Schweizer Züge ihr Ziel zur rechten Zeit und die halten am achtundzwannzigsten oder siebenundzehnten Dezember fünfundzwanzig mit Achtundneunzig, sechs Prozent.

00:16:40: Der pünktlichste Tag der Geschichte in der SPB!

00:16:44: Ich meine, du musst ja das was du eben gesagt hast.

00:16:47: Wenn du die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn vergleichst von einundzwanzig bis sechsund zwanzig dann haben sie um sechzehn und halb Prozent ihre Pünklichkeit eingebüßt wobei man ehrlicherweise sagen muss dass hier die betriebliche Pünkligkeit gemessen wird die bei den deutschen Bahnen weniger als sechs Minuten Verspätung heißt.

00:17:10: Also das heißt nicht pünktlich um die und die Zeit, sondern weniger als sechs Minuten.

00:17:14: Und es ist die betriebliche Pünktlichkeit.

00:17:17: Das sind die Pünklichkeiten der Züge an den einzelnen Halterstellen.

00:17:25: Das heißt ja noch lange nicht dass du wenn du dort in diesem pünkligen Zug in Anführungszeichen sitzt auch wirklich zu deinem Endbahnhof kommst, pünftig wo dann deinen

00:17:36: Anschluss

00:17:38: bekommen musst oder verpasst eben.

00:17:40: Also muss man da ein bisschen diffiziler noch reingucken, aber die Bahn ist natürlich das Paradebeispiel dafür.

00:17:49: Leider muss man sagen.

00:17:51: Aber auf der anderen Seite ist es so wie wenn du jetzt in Urlaub gehst und du bist in Italien dann bist du vielleicht beeindruckt von der Hochwückgeschwindigkeitsstrecke.

00:18:04: Das bedeutet aber auch nicht dass jeder Regionalzug in Süditalien vorbildlich Ankommen.

00:18:10: Ja, das stimmt schon.

00:18:11: Das muss man ja so ein bisschen kritisch sein.

00:18:14: Das definitiv aber es geht einiger selber schon so wenn man irgendwo im Ausland ist und sich dann die Frage stellt warum können die das?

00:18:23: Und warum wollen oder schaffen wir das nicht?

00:18:26: Also das ist ja glaube ich das was auch die Menschen momentan bewegt weil wir sind eine Wirtschaftsnation Wir haben extrem gut ausgebildete Arbeitnehmer Wir haben ein gutes Hochschulsystem und so weiter.

00:18:43: Man stellt sich schon die Frage, warum geht das nicht?

00:18:46: Also auch ich komme jetzt wieder zur Corona zurück.

00:18:50: Dieses ganze Impftema bestellen überblicken wer ist geimpft usw.

00:18:57: Da hast du, weiß ich nicht, Millionen und glaube Hundertfünfzig Millionen an die Telekom noch einen Konsort zum Gezahlt für eine Software, die nicht funktioniert hat wo ganz viele Start-ups gesagt haben, hätte man uns gefragt.

00:19:13: Hätten wir das in einer Woche programmiert?

00:19:15: Und da stellt man sich natürlich schon die Frage warum läuft es dann manchmal so komisch und wer hat nachher am Endeffekt den Hut auf um solche Vergaben zu machen, die halt völlig schwachsinnig sind.

00:19:28: Um zwar ganz ehrlich zu sagen.

00:19:31: Ich glaube, es würde der deutschen Verwaltung gut tun wenn sie viel häufiger kleinere Betriebe, die unter Umständen auf bestimmten Ebenen mehr Erfahrung haben mit ins Boot holen würde.

00:19:51: Wir sind eben doch sehr, sehr bürokratisiert.

00:19:56: Das ist ein Land was sich selber leider Gottes in ganz vielen Punkten im Weg steht weil sie einfach so viele bürokratische Hürden hat die dagegen halten, dass das Land eben in zum Beispiel so wie du sagst in der Entwicklung einer App

00:20:17: zügig

00:20:18: nach vorne geht.

00:20:20: Wir sind einfach sehr ja sehr kopflastig mit solchen Sachen.

00:20:25: Ja?

00:20:27: Auf der anderen Seite muss man natürlich sagen bei diesem Thema ist hier ein unfaires Thema wenn man ehrlich ist.

00:20:34: also wir Wenn wir im Urlaub gehen Wie geht es uns da?

00:20:38: Gut, wir freuen uns.

00:20:40: Wir gehen in den Urlaub.

00:20:42: In der Regel scheint die Sonne, in der Regel ist man entspannt und wir kommen dann zurück und uns holt der Alltag ein, uns holte der Stress ein dem wir sonst eben jetzt zwei oder drei Wochen vielleicht nicht hatten und dann wirkt natürlich alles auch trübe muss man ja hoch sagen

00:21:05: Ja das stimmt schon.

00:21:06: aber Jetzt will ich auch nicht auf die Politik hauen, weil eins was mir immer massiv auffällt und das sind ja die Unternehmer oder die Selbstständigen oder Einzelhändler.

00:21:17: Auch selber Schuld.

00:21:18: also ich verstehe überhaupt nichts warum wir in Deutschland immer noch sehr häufig erschildert haben nur Barzahlung.

00:21:27: Ich verstehe es einfach nicht.

00:21:29: Die Gebühren für eine Kreditkarte ist in Italien Spanien Griechenland die gleiche wie sie in Deutschland.

00:21:35: Oder wenn es heißt, ja Kreditkartensaalung erst ab fünfzig Euro.

00:21:43: Ja?

00:21:43: Dann die eins Komma zwei Prozent Gebühr Die zahlst du auf fünfzig euro genauso wie du sie prozentual auf zehn Euro zahlste macht ja keinen Unterschied an der Sache.

00:21:53: was vielleicht ein Ticken mehr Verwaltungsaufhalt Buch halterisch.

00:21:57: Aber das verstehe ich einfach nicht warum man hier in Deutschland sich so schwer damit tut.

00:22:02: Irgendwie kreditkartenzahlungen überall.

00:22:05: und jetzt beste Beispiele.

00:22:06: Griechenland kam in das Problem, jetzt ist es auch schon ein paar Jahre her mit der Staatsverschuldung und so weiter.

00:22:13: Da hast du keine Peter-Tasche mit Karte zahlen können.

00:22:17: Es war alles nur bar also die inzwischen zahlst du überall mit Kartett.

00:22:22: Das hat sich komplett durchgesetzt.

00:22:24: Die sind nachvollziehbar.

00:22:26: Die können das Geld nicht mehr am Finanzamt vorbeischleusen usw.. Ich verstehe es, also zum einen wie gesagt nicht dass die Unternehmen sich das irgendwie nicht digitalisieren.

00:22:39: Aber auch dass ein Staat dann am Endeffekt nichts sagt.

00:22:41: okay da muss ich halt ein Gesetz rausmachen und jeden verpflichten wobei jetzt glaube ich die Woche gelesen habe dass sie genau das machen wollen.

00:22:49: aber das geht ja so ein bisschen in die Richtung dessen was ich gesagt hab.

00:22:53: wir sind schon sehr kopflastig.

00:22:55: Ja Wir können Wir können auf größerer Ebene nicht ad hoc entscheiden.

00:23:03: Es muss Befragungen geben, es muss Wahlen geben und verschiedene Meinungen geben.

00:23:09: Es gibt das für-und wieder.

00:23:11: Dann wird eine Arbeitsgemeinschaft gebildet dann wird darüber noch mal drei Jahre eine Recherche gemacht und dann wird ein Probelauf gemacht und wenn dann hinterher alle dafür sind, dann wird es umgesetzt.

00:23:27: Meistens sind dann eben nicht alle dafür und das Ganze dauert dann eine lange Zeit.

00:23:34: Das ist ein großes Problem in einem Zeitalter, wo alles schnell geht.

00:23:39: wir sind in einem schnellen Zeitaltern.

00:23:43: Ich wollte noch mal ganz kurz auf das Wohlbefinden zurückkommen was ich eben gesagt habe mit diesem bisschen Unfair was wir hier machen.

00:23:50: also sogar dazu gibt es Forschung übrigens Und zwar gibt es eine Forscherin, Jérône Navine und die untersuchte fifteenhundert Niederländer.

00:24:05: Und neunundachtzig von ihnen beantworteten Fragen dann vor- und nach einer Urlaubsreise.

00:24:13: Die Urlauber wurden bereits vor der Reise befragt und wirkten glücklicher objektiv für glücklicher als die, die eben ohne bevorstehenden Urlaub befragt wurden.

00:24:27: Und man vermutete dass die Vorfreude schon eine Rolle gespielt hat, das sie sehr positiv gestimmt waren und nach der Rückkehr wurden sie natürlich auch wieder befragt und es zeigte sich oh Wunder!

00:24:45: Dass das Glück nicht dauerhaft anhielt.

00:24:49: sehr logisch eigentlich, würde man sagen.

00:24:52: Nur bei ganz besonders erholsamen Reisen führte das zu einer lang anhaltenden positiven Effekt in dem die Reisenden da eben glücklich waren so dass uns der Urlaub eben zwar vorübergehend aus dem Alltag heraushebt aber Wie wir das alle kennen, der Alltag kommt natürlich zurück.

00:25:21: Das ist ja klar!

00:25:24: Das ist leider so... Du musst das doch wissen du warst doch gerade schon wieder weg.

00:25:30: Mir sagt man immer nach dass ich gar nie zu Hause wäre.

00:25:38: Dein Leben möchte ich mal haben Mensch.

00:25:40: Das stimmt.

00:25:41: Lotterleben

00:25:43: Ganz schlimm

00:25:45: Aber es ist in jedem Fall etwas was im Lebensgefühl tatsächlich Bei jedem Vorhanden ist, du kommst aus dem Urlaub wieder und hast das Gefühl, alles ist grau.

00:26:00: Das stimmt.

00:26:02: Aber es ist aber auch ... Mir fällt's gerade wieder ein.

00:26:06: Auch so Internetanbindung, Mobilfunk-Anbindung in Deutschland, da fluchen wir ja auch komischerweise alle drüber.

00:26:13: Wir wohnen seit zehn Jahren hier in Wiesbaden und jetzt nicht irgendwie auf einem Einziedlerhof.

00:26:21: Wir haben bis heute kaum Handyempfang im Haus.

00:26:29: Das kann doch nicht sein!

00:26:32: Ja, das ist in der Tat ungewöhnlich.

00:26:34: Das stimmt, hast du recht?

00:26:35: So und dann heißt es immer wieder ich habe früher in Bonn gelebt Dann fährst du zwischen Köln und Bonn auf der Autobahn Zack Gespräch weg Immer an der gleichen Stelle weil sie für Flix noch mal kein Handy Empfang gibt.

00:26:48: engmaschigen Metropolenregionen sein, dass man dann einem jedes Mal das Gespräch wegbricht.

00:26:55: Naja es ist so.

00:26:56: die anderen Länder haben tatsächlich aufgeholt und ich glaube wir haben uns lange lange Zeit auf unseren Lorbeeren ausgeruht.

00:27:06: also in der Nachkriegszeit hatte Westdeutschland gegenüber vielen europäischen Ländern oder Urlaubsländern einen deutlichen wirtschaftlichen und infrastruktuellen Vorsprung.

00:27:20: Damals waren, also zu einem Spanien oder Portugal in den neunzighundertsiebziger Jahren, waren Diktaturen.

00:27:28: Griechenland war wirtschaftlich deutlich schwächer als heute – das hast du ja eben auch kurz angesprochen.

00:27:36: Teile Süditaliens waren regelrecht arm und ganz viele Regionen verfügten einfach über wenig entwickelte Infrastrukturen.

00:27:49: und diese Länder haben sich natürlich massiv geändert.

00:27:54: Die europäische Union, die gemeinsam Märkte, die es gibt Investitionen auch in den Tourismus Und auch Förderprogramme haben diese Infrastruktur der Länder total modernisiert.

00:28:11: und man muss sagen Ich glaube, in der gleichen Zeit hat Deutschland wahrscheinlich zu wenig für den Erhalt seiner damals guten Strukturen gemacht.

00:28:25: Ja und das ist halt ein Unterschied!

00:28:27: Also Deutschland hat einfach sich ich glaube weniger bewegt im Gegensatz zu den anderen Ländern.

00:28:35: Das wird schon sein, das ist natürlich wenn du so ein Riesenschiff bewegst.

00:28:39: Ich glaube jetzt können ich die Zahlen nicht mehr aber allein das Bahnnetz wie umfassend das ist und wie viel Kilometer das hat dass es schon wahnsinnig im Verhältnis auch zu anderen Ländern.

00:28:49: Ja aber in das Bahn-Netz was du ja vorhin auch angesprochen hast es wurde über Jahrzehnte nicht investiert?

00:28:55: Ne genau!

00:28:55: Aber ich meine einfach weil's so gigantisch groß Du so viel Geld reinstecken musst, weil du einfach soviel mehr Kilometer hast im Verhältnis zu anderen Ländern.

00:29:08: Aber das Gleiche natürlich was Digitalisierung betrifft ist ja immer ein Paradebeispiel Estland.

00:29:14: Ich glaube da brauchst du eine Steuererklärung im Durchschnitt drei Minuten, weil alles digitalisiert ist.

00:29:21: Das sind aber auch nur eins vier Millionen Menschen und die konnten bei Null anfangen.

00:29:25: Wir sind über achtzig Millionen Menschen, haben ganz andere Strukturen.

00:29:29: Und ich glaube das alles umzusetzen und zu digitalisieren natürlich schon auch eine Mammut Aufgabe ist.

00:29:37: wobei jetzt und jetzt kommen wir wieder zur Corona ist eben auch in Behörden in bestimmten Positionen Menschen gibt die halt.

00:29:46: dann sagen na ja Ich habe jetzt noch fünf Jahre sechs Jahre sieben Jahre bis zum Ruhestand Das tue ich mir doch nicht mehr an.

00:29:54: also den Stress Mach ich nicht mehr?

00:29:57: Sollts das nächste machen.

00:29:58: Ja gut, dann hast du aber schon wieder fünf bis sechs Jahre verloren.

00:30:01: Also es ist vielleicht auch gar keine große Motivation da irgendwas nochmal in die Hand zu nehmen und verändern zu wollen was wir aber definitiv halt brauchen weil ich glaube Estland spart zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes pro Jahr ein eben durch die Digitalisierung.

00:30:23: Wir

00:30:23: sparen wahrscheinlich nichts ein, sondern wir legen

00:30:26: noch drauf.

00:30:27: Das kann man sich auch vorstellen.

00:30:28: wenn etwas schnell funktioniert und richtig und korrekt funktioniert dann hast du natürlich wenig Aufhand mit.

00:30:37: Also ich glaube schon dass Deutschland leider lange versäumt hat Strukturen zu modernisieren.

00:30:46: Ich gebe dir da recht Wenn ihr jetzt die Bahn nimmst das sind Investitionen, die sehr groß sind und die auch durchaus bei laufendem Betrieb nicht unkompliziert sind.

00:31:00: Absolut klar!

00:31:02: Dennoch muss es halt gemacht werden.

00:31:06: Wir sehen solche Modernisierungen in anderen Ländern auch.

00:31:13: Ich glaube aber dass dort auch die Situation, das die anderen Länder unter Umständen weniger bürokratisch sind diese Investitionen oder Bauarbeiten, die gemacht werden für die Menschen erträglicher machen.

00:31:32: Wir haben es ja hier innerhalb der Stadt Wiesbaden immer wieder erlebt was Baustellen angeht und aufreißend wieder zuschütten.

00:31:42: Das sind Sachen wo man sich schon zum Teil einen Kopf greift und sagt, hätte man das nicht anders organisieren können?

00:31:52: Das kann aber auch sein.

00:31:53: Weil die eine Behörde halt nicht mit anderen spricht.

00:31:56: Ja genau!

00:31:57: Das ist durchaus möglich.

00:31:58: ja weil vielleicht die eine behörde kein Fax hat.

00:32:06: Und der Bode auf dem Pferd noch kommt.

00:32:13: Auf der anderen Seite muss man natürlich auch eins sagen jetzt Es kann ja durchaus sein, dass wenn jetzt ein Italiener nach Deutschland als Tourist kommt er Deutschland unter Umständen ganz anders erlebt.

00:32:25: Kann ja auch sein also das er als Gast vielleicht das Rheintal oder ein gut erhaltenes Stadtzentrum oder Musee in Weihnachtsmärkte oder was es eben gibt wo man als Touriste hingeht Ganz ganz anders seht!

00:32:41: Er muss sich eben nicht zwingend ... keine Ahnung, versuchen irgendwie einen Termin bei einer Behörde zu bekommen oder... ... irgendeine Baugenehmigung zu bekommen.

00:32:52: Oder sich morgens durch irgendwelche Verkehrquellen.

00:32:56: Ja und das ist aber schon das was du eigentlich gerade gesagt hast.

00:32:59: also ich glaube es ist so ein Selbstbild was wir davon haben.

00:33:02: Also im Endeffekt ist das alte deutsche Selbstbild so stark mit Funktionen verbunden dass dieser Defekt momentan uns besonders trifft.

00:33:12: Ich sag mal Italien durfte klischemäßig chaotisch sein.

00:33:16: Und war trotzdem charmant, wenn wir in Deutschland jetzt chaotische Wirkung fehlt plötzlich ein wesentlicher Bestandteil dieser Selbstbeschreibung und das ist ein Problem mit dem wir glaube ich momentan extrem schwer dann umgehen können.

00:33:30: Ja genau das kann nicht mehr auch gut vorstellen.

00:33:34: Das was ich vorhin gesagt habe mit den italienischen Touristen das könnte aber auch zu einem netten Rollentausch führen dass der dass der ausländische Tourist aus Deutschland zurückkehrt und zu Hause erzählt, wie sensationell es hier ist.

00:33:53: Könnte ja sein!

00:33:55: Ja also deswegen ich glaube so wie wir bestimmte Sachen im Ausland als Tourist nur oberflächlich ankratzen weil du auch nicht im Alltag eingebunden bist.

00:34:06: So wird ein Tourist in Deutschland genauso haben.

00:34:08: Der fährt nach Heidelberg sagt boah was eine geile Stadt Geile Historie, super schön und erzählt es weiter.

00:34:16: Und nächstes Jahr kommen wieder mehr Touristen nach Heidelberg.

00:34:20: also ich glaube einfach Deutschland entspricht nicht mehr seinem eigenen Anspruch wie er eben mal an sich hatte in der Nachkriegszeit.

00:34:28: Ja das stimme ich zu was schade ist muss ich sagen.

00:34:36: aber das ist glaube ich ein zeit das entwickelt sich über die Zeit und über die Generationen.

00:34:44: mal schauen, wohin das führen wird.

00:34:46: Das ist interessant abzuwarten.

00:34:49: Ja, du musst ja auch, wenn wir jetzt einmal aus Schweiz vorher gesagt haben, die pünktliche Bahn aber als Tourist ziehst Du ja nicht automatisch die hohen Mieden oder die Lebenshaltungskosten.

00:35:01: also das ist ja auch in den Ländern jetzt nicht weg zu diskutieren.

00:35:05: und

00:35:07: wobei ich glaube es gibt in Deutschland so einen So ein Kollektivern-Minderwertigkeitskomplex, so nenne ich das jetzt mal.

00:35:18: Ich weiß nicht ob das stimmt aber das könnte ich mir vorstellen.

00:35:23: Vielleicht sind die Deutschen in dem Punkt besonders hart zu sich selber und zu ihrem eigenen Land Was was so Zufriedenheit mit dem Land angeht.

00:35:37: Es gibt einen Forscher Ulrich Schmidt Denter und der zumindest seine Forschung weisen darauf hin, dass eben die nationale Identität in Deutschland besondere Spannungen hat.

00:35:55: Die Geschichte des Nationalsozialismus hat ein Skepsis gegen einen blinden Nationalstolz gestärkt was sicherlich auch zum Teil richtig ist.

00:36:14: Aber ich finde, man kann durchaus auch zu dem was man kann stolz sein.

00:36:20: Also guck dir doch mal deutschen Gerichte an die Polizei in vielen Sachen in der Verwaltung, auch wenn die Verwaltung an sich wie soll ich sagen ein sehr kopflastiges Thema ist, dann läuft sich schon gut.

00:36:45: Ja, aber wann läuft sie?

00:36:47: Also das ist jetzt ein Punkt, dass ich glaube, dass ja eben häufig nicht mehr läuft.

00:36:53: Wir haben in Deutschland in den Verwaltungen einen massiv hohen Krankenstand, den wir versuchen durch neues Personal und neue Beamte wieder aufzufüllen.

00:37:02: Und da würde ich doch erst mal als Unternehmen rangehen und fragen warum ist mein Krankenstand eigentlich so hoch?

00:37:09: Das ist doch mal ein Hauptpunkt.

00:37:11: also Warum sind die Beamten in Verwaltungen deutlich öfters oder einen höheren Krankenstand wie im Unternehmen?

00:37:21: Ich will jetzt keine falschen Zahlen sagen, aber dass den letzten Kenntnisstand ist.

00:37:28: Dass es im Durchschnitt einer Verwaltung deutlich höher ist als in einem Unternehmen.

00:37:32: In einem Unternehmen wäre das gar nicht mehr tragbar.

00:37:36: also Deswegen da würde ich dir tatsächlich ein bisschen widersprechen, dass wenn die Verwaltung mal läuft.

00:37:42: Die

00:37:42: Frage ist halt, läuft sie?

00:37:43: Von Sie!

00:37:47: Ja also... Ich komme das hin nochmal zurück als hervorragend mit der Schweiz und mieten Lebenshaltungskosten gehabt.

00:37:53: Aber Spanien zum Beispiel ja moderner Schnellzug aber wie sieht es denn für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt aus Skandinavien?

00:38:00: überall digitalisiert.

00:38:02: aber guckt man sich bestimmte Preise an wie Alkohol steuern auf Alkohl usw.

00:38:08: wo wir vom Glauben abfallen, wenn wir dort ausgehen oder wenn wir Alkohol kaufen.

00:38:13: Also ich glaube halt einfach das.

00:38:14: am Endeffekt ist Tourismus auf eine positive Wahrnehmung ausgerichtet und die Städte und Unternehmen und Kommunen tun ja im Prinzip alles dafür dass diese positive Wahrnehmung bei den Besuchern hängen bleibt.

00:38:29: also egal ob du einen Flughafen hast Innenstädte Strandpromenaden Hotels usw.

00:38:34: Das ist ja alles wie ein Schaufenster

00:38:37: was

00:38:37: nach außen gerichtet ist und es ja ein bisschen auch wie eine Fassade.

00:38:41: Also, wie gesagt wenn glaube ich jemand mal seinen Alltag in einem Land verbringt, in dem anderen Land und er hat dann mit den Behörden zu tun oder hat dann im Krankenhaus zu tun und mit dem Gesundheitssystem unser weiter, dann mag vielleicht die Digitalisierung vorteilhaft sein und der schnelle Zug und trotzdem haben die Länder auch Probleme aber sie haben definitiv aufgeholt das muss man schon sagen.

00:39:07: Wir haben ein bisschen zu viel den Fuß vom Gas genommen, glaube ich und haben uns auf dem ausgeruht was uns groß und stark gemacht hat.

00:39:17: Und haben dann glaube ich halt auch einfach Fehlentscheidungen getroffen.

00:39:22: wie gesagt momentan haben wir glaube ich über tausend Brücken die so sanierungsbedürftig sind dass demnächst nicht mehr befahrbar sind.

00:39:29: da wurde halt strukturell Geld an der falschen Stelle ausgegeben.

00:39:34: also Nimm mal ein Rentensystem in Deutschland und vergleichs mit Norwegen, die halt schon seit jeher oder jetzt seit sehr, sehr lang die Rentengelder in Aktienfonds investieren.

00:39:45: Das ist der größte Fonds glaube ich oder einer der größten weltweit.

00:39:48: Die haben so hohe Einnahmen oder diese Erwirtschaften daraus, dass sie andere Sachen finanzieren können.

00:39:56: Bei uns ist es gerade umgekehrt.

00:39:58: wir müssen Geld ins Rentensystem stecken weil man Geld rausgezogen hat, weil man halt nichts aufgebaut hat was vernünftig war.

00:40:05: und klar die Renten sind sicher wie Norbert Blüm schon gesagt hat das war damals schon gelogen.

00:40:11: Und da glaube ich sind halt einfach strukturelle Probleme entstanden Weil man dachte ja Wachstum geht immer weiter und irgendwie kriegt man's wieder quer.

00:40:20: finanziert führt uns jetzt zu den Problemen, wo wir halt momentan ein bisschen stehen und warum halt dieses Ungleichgewicht ist.

00:40:26: Wenn wir in Urlaub fahren, dass wir nicht mehr die starke D-Mark haben.

00:40:32: Dass wir sagen hier das es eine starke Wirtschaftswachstum.

00:40:35: Wir können uns das leisten hier für jeder Auto.

00:40:38: machen sie halt jetzt auch.

00:40:39: Wobei ich habe letztes Jahr in Spanien eine Situation erlebt, wo ich gedacht hab Das wäre in Deutschland um ein Vielfaches besser gelaufen.

00:40:55: Und zwar bin ich als Verkehrsteilnehmer zu einem Motorradumfall gekommen auf einer Brücke und bin stehengeblieben ausgestiegen, geguckt ob ich helfen kann und habe dann die verletzte Frau so gut es ging versorgt und standen auch ein paar andere da zum einen sehr überraschend Kaum einer Sprache Englisch, von denen die da waren.

00:41:24: Und es waren bestimmt an die vielleicht zehn Leute wuselten darum dieses Motorrad herum.

00:41:32: Kein einziger konnte englisch sprechen und ich habe dann irgendwie mit Händen und Füßen gefragt ob jemand die Ambulanz gerufen hat?

00:41:40: Ich war ungefähr zwanzig Minuten vor Ort.

00:41:47: Da kam noch nichts!

00:41:50: Das Ende vom Lied dass dann irgendjemand die Frau ins Auto gepackt hat und weggefahren ist.

00:42:02: Ins Krankenhaus hoffentlich?

00:42:03: Ja,

00:42:04: hoffentlich!

00:42:05: Und das war jetzt nicht irgendwo im Gebirge wo man denkt da ist niemand sondern das war in einer belebten Urlaubsstadt.

00:42:22: Da habe ich gedacht es kann doch nicht wahr sein.

00:42:25: Also da war ich wirklich platt, da war Ich wirklich sprachlos muss ich sagen.

00:42:30: und das war etwas wo ich gedacht habe wow also wenn Das hier in deutschland passiert wäre.

00:42:35: Da wär der rettungswagen der wer innerhalb von minuten da gewesen Und die frau hätte eine absolut sufficente versorgung bekommen bin ich hundertprozentig sicher.

00:42:46: also Da muss man wirklich sagen dass war eine erfahrung die ich gehabt habe, die mich sehr überrascht hat und zwar für Deutschland positiv.

00:42:59: Ja definitiv und ich glaube auch dass wir bei einer Gefahr sind der Niedergangserzählung also berechtigtige Tick ja kann Veränderung auslösen und ja wir haben Probleme.

00:43:10: aber mit jedem Satz hier funktioniert gar nichts mehr.

00:43:14: verlieren wird die Fähigkeit zur realistischen Besteilung absolut so und im Momentan wird natürlich vieles extrem schlecht geredet.

00:43:23: Ob das der passende Weg ist, bin ich mir nicht so sicher.

00:43:27: Das schlecht reden wollen wir es ja eigentlich nicht?

00:43:29: Nein, weil wir wollen es auch nicht schlecht reden.

00:43:31: Nichtsdestotrotz und es hat jetzt nichts mit dem Urlaubsland zu tun muss sich in Deutschland natürlich was verändern.

00:43:38: also im ganz vielen Bereichen muss sich etwas verändern.

00:43:42: Sonst sind wir nicht mehr wettbewerbsfähig Und wir werden auch definitiv Lebensqualität einbüsen.

00:43:47: Also dass was passieren muss steht ja außer Frage.

00:43:51: Es ist aber vieles nicht so schlecht, wie man es immer klein redet.

00:43:56: Ich finde das war ein schönes Schlusswort.

00:43:58: Sehr gerne!

00:43:59: Also das muss ich sagen... Aber interessant dass dieses Thema ähnlich gesehen hast.

00:44:08: Ich freue mich trotzdem auf meinen nächsten Urlaub.

00:44:11: Ja klar, ist ja auch schon besser als bei uns.

00:44:18: Ja meine Lieben, also in diesem Sinne bleibt im Gespräch, bleibt kritisch.

00:44:22: Schafft euch eure eigene klare Lage bis dahin alles Gute wo immer ihr auch seid!

00:44:27: Euer Abt Jaffsa und

00:44:28: Mike Bärtsch.

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