Folge 011-Das Wiesbaden-Mainz-Duell – wo lebt es sich besser?

Shownotes

Wiesbaden oder mainz – welche Stadt hat das bessere Lebensgefühl?

Mainz und Wiesbaden liegen direkt nebeneinander und könnten dennoch kaum unterschiedlicher wirken. Während Mainz für eine junge, studentische und lebendige Atmosphäre steht, wird Wiesbaden häufig als mondän, gepflegt und etwas verschlafen wahrgenommen.

Doch war das schon immer so? Abdi Afsah und Mike Bertsch erinnern sich an eine Zeit, in der Wiesbadens Nachtleben Menschen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet anzog. Clubs wie das Parkcafé, Big Apple, Cantina Imperial oder Gestüt Renz stehen bis heute für eine Ära, in der die Stadt deutlich mehr Glamour ausstrahlte.

Darum geht es in dieser Folge:

  • Wie unterschiedlich Mainz und Wiesbaden wahrgenommen werden
  • Ob Wiesbadens Nachtleben früher tatsächlich besser war
  • Welche Rolle Erinnerungsverzerrung und das eigene Lebensalter spielen
  • Wie die amerikanische Präsenz und prominente Gäste Wiesbaden geprägt haben
  • Warum Mainz heute besonders auf junge Menschen lebendig wirkt
  • Welchen Einfluss Studierende auf das Leben einer Stadt haben
  • Weshalb viele Absolventinnen und Absolventen Wiesbaden verlassen
  • Warum kurze Wege zwischen Kneipen, Cafés und Geschäften entscheidend sein können
  • Weshalb Wiesbaden eher durch einzelne Großveranstaltungen als durch ein dauerhaftes Nachtleben funktioniert
  • Wie Vorschriften, Sperrzeiten und Bürokratie neue Konzepte erschweren
  • Was ein Nachtbürgermeister oder Nachtkulturbeauftragter bewirken könnte
  • Wie Konflikte zwischen Gastronomie, Anwohnern und Behörden besser gelöst werden könnten
  • Warum ein zuverlässiger Nachtverkehr zwischen Mainz und Wiesbaden wichtig wäre
  • Ob eine ruhigere und grünere Stadt am Ende die höhere Lebensqualität bietet
  • Warum die bevorzugte Stadt stark von Alter und Lebenssituation abhängt

Das Fazit: Mainz punktet mit räumlicher Nähe, studentischem Leben und einer lebendigen Ausgehkultur. Wiesbaden bietet historische Architektur, grüne Viertel und eine hohe Lebensqualität – wird von seinen Bewohnerinnen und Bewohnern aber offenbar häufig kritischer gesehen, als es seine Voraussetzungen erwarten lassen.

Transkript anzeigen

00:00:07: Klare Lage,

00:00:09: zwei Perspektiven ein Gespräch.

00:00:11: Der Podcast mit den Freunden Abdi Afsa und Mike Bärsch.

00:00:23: Ja herzlich willkommen!

00:00:25: Wir sind wieder abdi afsa

00:00:27: und mike bärsch.

00:00:29: wir sprechen heute bei klare lage über über zwei städte.

00:00:35: mic ich würde heute gerne über zwei ganz besondere Städte sprechen, die nur ein paar Kilometer voneinander entfernt sind und die von einem Fluss getrennt sind.

00:00:48: Die aber wie die meisten wahrscheinlich zustimmen werden einen völlig unterschiedliches Lebensgefühl vermitteln.

00:00:58: Du kannst dir wahrscheinlich vorstellen, über welche Städte ich mit dir sprechen will.

00:01:01: Köln und Düsseldorf?

00:01:03: Ah fast!

00:01:03: Dann ein zweiter Versuch Mainz & Wiesbaden.

00:01:07: Ja

00:01:07: genau, der Kandidat hat zehn Punkte.

00:01:11: Du wirst das sicherlich ähnlich sehen.

00:01:14: aber dieses Gefühl dass Mainz- und Wiesbaden sich unterscheiden... Das hat man glaube ich wenn man hier in die Gegend zieht.

00:01:27: Und ich kann mich noch erinnern, als ich als junger Assistenzarzt hier angefangen habe und Patienten gehabt hab.

00:01:37: Von denen ich geraten hab zum Beispiel in eine Schmerzklinik zu gehen auf der anderen Flussseite.

00:01:46: dann habe ich komische Bemerkungen bekommen die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte.

00:01:54: aber so war das Und die üblichen Zuschreibungen, die kennen wir.

00:02:01: Also Mainz gilt ja so als jung studentisch gesellig ein bisschen schrubbelig unordentlich und Wiesbaden dagegen gilt als elegant und gepflegt und so ein bisschen montänen und wohlhabend aber eben auch als ruhiger und so'n Tickverschlafener.

00:02:26: Siehst du das auch so?

00:02:29: Da ich ja, sag' ich mal noch gar nicht so lange hier bin... ...fünfzehn Jahre jetzt

00:02:35: genau.

00:02:35: Nee, das ist irgendwie nicht so lang!

00:02:39: Ja es ist tatsächlich also den Eindruck hat man zumindest wenn man weggehen möchte.

00:02:45: Wir hatten die Firma von mir drüben in Mainz da Die Azubis, die dann irgendwo in Wiesbaden gelebt haben oder zugezogen sind, die relativ schnell wieder umgezogen sind auf die Mainzer Seite, weil einfach mehr Leben herrscht.

00:03:01: Aber die Aussagen an sich, die du jetzt gerade getroffen hast – das ist glaube ich schon das was man hat.

00:03:06: Wenn man allein schon die einen oder anderen Viertel in Wiesbaden anschaut, ist mir Sicherheit mondäner und ruhiger.

00:03:13: also ich bin mit neunzehn nach Frankfurt gezogen Da konnte ich mit Wiesbaden gar nichts anfangen.

00:03:19: Ich hatte hier eine Freundin in Wiesbaden, aber wir sind immer in Frankfurt gewesen.

00:03:24: War einfach hier extrem ruhig und das ist jetzt auch schon dreißig Jahre her.

00:03:31: also ich glaube es nicht nur was die letzten fünf oder zehn Jahre passiert ist.

00:03:36: Also für zumindest das was man hört... Wir haben ja auch gemeinsame Freunde die ähnlich argumentieren.

00:03:45: Die sagen ja, früher seien die Mainzer nach Wiesbaden gekommen um zu feiern und Wiesbaden hat eben angesagt Klubs gehackt.

00:03:54: Da hatte eine überregionales Nachtleben gehabt und heute ist es eben umgekehrt.

00:04:00: Heute fahren die Wiespadener entweder nach Mainz oder so wie du jetzt eben gesagt hast direkt fahren sie weiter nach Frankfurt und die Frage ist halt stimmt das?

00:04:10: Ist das wirklich so?

00:04:12: oder vergleichen wir einfach Erinnerungen, so ein bisschen nostalgische Erinnerung.

00:04:19: Man darf ja auch nie so ganz vergessen bei diesen Erinnernungen man wird ja selber älter.

00:04:25: Das stimmt also.

00:04:26: es wird mit Sicherheit irgendeine Sachlage geben wo man sagt okay ist gar früher das Paar Kaffee und andere Sachen wo man weggehen konnte.

00:04:35: die Frage ist weiß man selber heutzutage was kann man in Wiesbaden machen weil er gar nicht mehr ständig auf der Rolle ist?

00:04:45: Also ich war jetzt neulich, weil es neulichts auch übersrieben ist.

00:04:47: Sechs-Acht Wochen in der Bar... Wo das nenne ich schon wieder vergessen habe.

00:04:56: Das liegt an deinem

00:04:57: Alter?

00:04:57: Genau!

00:04:59: Hat aber zum Beispiel von den... Keiner von uns im Freundeskreis auf dem Schirm gehabt dass das Ding vor drei vier Jahren eröffnet hat.

00:05:07: So sind wir hingegangen alle so im achtziger Style super witzig im Keller.

00:05:11: So, das ist ja deswegen schon mal die Frage kriegt man gar nicht mehr alles mit was es früher gab.

00:05:17: Und dann gibt's ja noch einen Punkt.

00:05:20: also es gibt auch diesen Begriff der Erinnerungsverzerrung und Menschen bewerten ja vergangene Ereignisse rückblickend immer positiver als sie im Moment erlebt wurden.

00:05:33: Das könnte ja hier auch so sein dass man halt einfach Sich die Wahrnehmung, wie du sagst, man wird älter.

00:05:40: Man verschiebt sich's.

00:05:42: und was ich nicht gefunden habe in der Recherche zu dieser Folge es gibt keine Zahlen über irgendwelche Besucherströme ob früher mehr rüber sind auf diese Seite oder jetzt anders drum oder so da hab' ich wirklich nichts dazu gefunden

00:05:58: ist tatsächlich interessant habe ja auch nicht gefunden Es gibt keine belastbaren Zahlen über Besucherströme das stimmt.

00:06:07: Das heißt, wir können also in diesem Gespräch nicht beweisen dass früher mehr Mainzer nach Wiesbaden gekommen sind und jetzt eben heute Wiesbadener Meer nach Mainz gehen.

00:06:20: aber es gibt historische Erinnerungen Aber es gibt auch natürlich aktuelle Befragungen Und die zeigen schon strukturelle Unterschiede zum Stückchen weit erklären, woher das kommt.

00:06:41: Sind es eben... ist es einfach die Lebendigkeit der Stadt?

00:06:46: Zum Beispiel oder sind's die Clubs und die Kneipen, die es gibt?

00:06:50: Sind vielleicht die potenziellen Kunden dieser Clubs?

00:06:54: also sind eher die Studenten oder die Anzahl der Studenten?

00:06:59: Aber du hast ja früher auch nicht mehr Studenten in Wiesbaden gehabt.

00:07:02: Also daran hat sich ja glaube ich nichts...

00:07:05: Das ist richtig.

00:07:06: Du hattest aber früher mehr Auswahlmöglichkeiten in Wiesbaden, also ... ... im Jahr zwei Tausend zwanzig schrieb der Kurier... ... dass das Nachtleben... ...in Wiesbaden früher legendär gewesen ist und heute, also zwei tausendzwanzig deutlich schwächer.

00:07:28: Und von den Zuhörern wird vielleicht eine oder andere Name jetzt da Erinnerungen wachklingeln, z.B.

00:07:35: Big Apple, Parkcafé, Cantina Imperiale, Gestütrenz, Flagranti, Wartburg, Western Saloon... Das sind so Namen die natürlich Erinnerungen rütteln

00:07:53: und

00:07:55: wenn diese Möglichkeiten da sind dann werden auch diese Möglichkeiten genutzt.

00:08:02: Und eins muss man auch sagen, Wiesbaden hatte ja Einen ganz, ganz besonderen Vorteil aus meiner Sicht.

00:08:10: Das war die starke amerikanische Präsenz wie damals da war jetzt auch wieder aber früher auf jeden Fall und durch die US Streitkäfte gab es natürlich über Jahrzehnte ein ganz internationales Publikum.

00:08:24: Es gab andere musikalische Einflüsse ganz anderen Nachfragen wahrscheinlich, nach Clubs und Bars und Tanzlokalen.

00:08:37: Und ich glaube deswegen war Wiesbaden eben nicht nur so ein lokaler Treffpunkt sondern zog einfach auch verschiedene Leute aus dem Rhein-Main Gebiet

00:08:48: ein.

00:08:50: Ja klar aber vielleicht war es eine generell andere Situation.

00:08:53: Ich hatte mich neulich Anfang des Jahres mit dem Hans Peter Wodatz ... getroffen in Berlin.

00:09:00: Und er hat mir so ein bisschen ja erzählt, wie er die Ende aufgezogen hat und... ...wie das Ganze war.

00:09:07: Was mir nicht bewusst war, der hat ja dieses Restaurant vorher schon in München gehabt,... ...und ist dann von München nach Wiesbaden.

00:09:14: Und die ganze Prominenz ist tatsächlich nur wegen ihm auch nach Wiesbaden mitgekommen.

00:09:20: Das heißt, er hat ja auf einmal Gäste gehabt wie Andy Warhol, Josef Boyz, Klaus Kinski aber auch Politik wie Gorbatschow und so weiter.

00:09:29: das heißt es ist natürlich mit so jemandem auch anderes Publikum eingezogen und man hat natürlich vielleicht dadurch einfach Wiesbaden in ganz anderes Licht gestellt.

00:09:41: Ich habe ja jetzt inzwischen, wenn die Diskussionen stimmen.

00:09:45: Das heißt zum Beispiel ein Weinfest an Baldesweins abwandert, weil die Stadt nicht bereit ist, dreißigtausend Euro Subvention zu geben.

00:09:56: Wenn die Gerüchte stimmen dann ist sowas natürlich aber auch natürlich verheerend.

00:10:00: also vielleicht hat auch die Stadt früher ganz anders agiert Vielleicht auch aus rechtlichem Rahmen, ich weiß es nicht.

00:10:06: Unser gemeinsamer Freund Henning Wossitlo als ehemaliger Kurtdirektor was der für Geschichten erzählt und was man für Konzerte hochgezogen hat.

00:10:15: Was für Persönlichkeiten

00:10:17: da waren?

00:10:17: Genau also er hatte ja auch aufgesagt.

00:10:21: wir haben's halt dann einfach gemacht.

00:10:23: vielleicht haben wir auch extrem viele Regularien und vielleicht will aber auch die Stadt gar nicht mehr so wie sie es damals gemacht haben.

00:10:30: Also kann ja wirklich eine politische Entscheidung auch gegeben sein.

00:10:33: Das ist möglich, dass das politisch sicherlich gefärbt ist.

00:10:39: Wobei man sagen muss früher war natürlich Wiesbaden auch mit Sitz des ZDF eine Stadt in der Prominente kamen und gingen.

00:10:50: Aber gut dafür haben wir ja jetzt klare Lage in Wiesbach.

00:10:56: Das Blatt kann sich wieder wenden.

00:10:57: Das

00:10:57: Blat wird sich wenden, ganz genau so ist es!

00:11:01: Insofern war es früher tatsächlich in Wiesbaden etwas mehr Glamour.

00:11:07: Das was du eben angesprochen hast Baldesweins das sind ja Sachen die auch für mich völlig unklar sind warum die Stadt sowas aus der Hand gibt zumal wir mit dem RMCC eine wunderbare Stelle haben sehr repräsentativ und auch mit allen Raffineszen ausgestattet, dass man sich doch fragt warum ist das so.

00:11:33: Und neben dem RMCC haben wir das Kuhhaus was ja überregional bekannt ist und wunderbare Möglichkeiten bietet.

00:11:42: also die Stadt hat sich da glaube ich etwas aus der Hand nehmen lassen was Wiesbaden als eine Stadt innerhalb Deutschlands in seiner Wärtigkeit nach außen nicht gut getan

00:11:57: hat.

00:12:00: Man bricht es ja immer mit runter und sagt, okay wir haben jetzt nicht so viel Studierende wie Mainz und ich glaube... das weiß ich gar nicht, wie will ich studen?

00:12:09: Doch!

00:12:09: Ich glaube, Mainz hat über dreißigtausend, glaub' ich wenn ich mich nicht täusche, fünf oder dreißigtausend bei deutlich weniger Einwohnern als Wiesbaden.

00:12:20: aber kann man's immer nur da runterbrechen dass die Studierende das Leben nachher ausmachen.

00:12:26: Oder ist es auch vielleicht die Gesamtbevölkerung, wie es Baden vielleicht gar nicht zu dem Bedarf hat?

00:12:32: Naja... Es ist so in Mainz der leben ca.

00:12:39: ... ...zweinert zwanzig tausend Leute ungefähr.

00:12:45: Wiesbaden leben dreinerttausend leute und Mainz hat ca.

00:12:51: dreißigtausend Studenten, so wie du gesagt hast und Wiesbaden hat nur zehn.

00:12:57: Ja aber sind die Studierenden das was nachher das Leben einer Stadt ausmacht?

00:13:03: Das kann ja nicht nur auf Studierende runtergebrochen sein weil ich spreche ja unterschiedlichstes Publikum an.

00:13:09: ein Studierender hat vielleicht nicht die Budgets der hängt vielleicht viel länger am Glas Bier als etwas anderes.

00:13:15: also bin ich.

00:13:17: bei uns steht es des Weinfestforder Tür Das Ding ist ja auch komplett voll.

00:13:24: Ja, aber

00:13:24: Studierende bringen ja nicht nur die Nachfrage nach irgendwelchen Clubs oder so in der Stadt.

00:13:31: Studierenden bringen ja auch tatsächlich Leben in die Stadt.

00:13:33: also ich habe in Gießen studiert.

00:13:35: Ich kann mich erinnern im Semester war Gießen eine lebendige Stadt In den Semesterferien war Giesen da war nichts los.

00:13:46: Das war tatsächlich so.

00:13:47: Hast

00:13:47: du das als Student so wahrgenommen, weil du natürlich aber vielleicht auch in deiner studentischen Bubble gelebt hast?

00:13:53: Ich hab ausschließlich gelernt ich war nie einer Kneipe.

00:13:58: Glaub' ich dir ja nicht!

00:14:01: Nein, natürlich habe ich das als Student so erlebt.

00:14:04: Aber man konnte es... also das ist jetzt... das ist natürlich jetzt gefühlt, aber du konntest es am... Straßenverkehr sehen, du kannst es in den Einkaufsstraßen sehen.

00:14:15: Also in den Semesterfädium war Gießen Lehrer und wenn eine Stadt natürlich einer studentischen Community Angebote macht die dazu führen dass die Studenten auch da bleiben dann ist das natürlich für die Studentin attraktiver.

00:14:33: Dann fahren sie eben ungern wieder nach Hause zum Wochenende.

00:14:36: Sondern Sie bleiben da und bleiben mit ihren Freunden zusammen Und das belebt natürlich ne Stadt.

00:14:43: Also was du gerade gesagt hast, bleiben Studenten.

00:14:48: Wir werden neulich so ein Unternehmer treffen aber auch mit der Stadt zusammen weil man wohl festgestellt hat dass viele Studierende jetzt haben wir in Wiesbaden nur zehn zwölf tausend also deutlich weniger.

00:15:00: Aber das trotzdem viele wenn sie fertig studiert haben gar nicht den Wiesbaden bleiben wollen.

00:15:07: Das heißt es fehlt auch den Unternehmen Dadurch Fachkräfte, die du ja frisch von der Uni oder der Hochschule abwerben könntest und dafür dein Unternehmen begeistern.

00:15:18: Und in dem Abend wurde halt auch viel darüber diskutiert.

00:15:21: woran liegt das denn?

00:15:22: Also scheinbar sind wir tatsächlich als Wiesbaden nicht attraktiv für Mitte-Zwanziger Ende-Zwanziger.

00:15:31: dass sie sagen würden Wir bleiben in einer Stadt Das Thema haben wohl andere Städte nicht so da bleiben viele die ausstudiert oder fertig studiert haben In der Stadt gehen in die Unternehmen, ist ein Problem in Wiesbaden.

00:15:43: Also interessanterweise gab es zu dieser Frage wirklich eine Umfrage und man hat die Studierenden gefragt was wollt ihr nach eurem Studium machen?

00:15:57: Und von den Studenten waren zwanzig Prozent allerdings muss ich dazu sagen der im Wiesbadens Studierende Studenten.

00:16:06: Die wollten nach ihrem Abschluss sicher in der Stadt bleiben, zwanzig Prozent.

00:16:12: Und einundvierzig Prozent haben damals gesagt sie wollen sicher nicht bleiben.

00:16:17: So das sind jetzt noch mal sechszig Prozent der Gesamtstudierenden.

00:16:21: und die anderen vierzig Prozent, die haben eben ihre Antwort daran geknüpft was nach dem Studium ist ob Sie Stellen bekommen, Arbeitsstellen bekommen so.

00:16:33: Aber überleg mal also vierzig Wirklich viel.

00:16:37: Die haben gesagt, nein sie bleiben sicher nicht in Wiesbaden.

00:16:40: Ja genau das zielte ich genau darauf ab, was ich hatte.

00:16:44: Ich habe neulich den Glücksatlas gelesen Kennst du drin?

00:16:51: Ich hab davon schon gehört

00:16:53: und der stuft tatsächlich Wiesbaden als Underperformer ein.

00:16:59: Es wurden vierzig Großstädte Deutschlands untersucht und befragt Und Wiesbaden ist auf Rang neununddreißig

00:17:09: von vierzig.

00:17:14: Lieber Wiesbaden, bitte das muss sich ändern!

00:17:20: Das hätte ich jetzt nicht erwartet.

00:17:22: Und tatsächlich und wer hat noch schlechter abgeschnitten?

00:17:25: Meins...

00:17:28: Das wäre jetzt cool.

00:17:30: Rostock, aber zum Vergleich damit die Zahlen nicht einfach im Raum stehen weil du es gerade gesagt hast wo ist Mainz gelandet?

00:17:41: Auf Rang...sechzehn Mit klarem Aufwärtstrend und Anteil der hochzufriedenen Stieg von sechsundvierzig Prozent auf Vierundfünfzig Prozent

00:17:55: Okay.

00:17:55: So aber im Umkehrschluss, sorry dass ich noch zu Ende bringe ist also wenn man es in Punkten sieht.

00:18:01: wir haben Wiesbaden hatte sechs Komma fünf Punkte meins sieben Komma eins vier Punkte und Frankfurt hat aber auch nur sechs Kommas fünf Eins Also Frankfurt auf gleichem Niveau wie wie Wiesbatten.

00:18:12: also man kann jetzt auch nicht pauschal sagen okay große wirtschaftliche Stärke mehr Nacht leben usw.

00:18:19: Und die Leute sind deswegen so friedener.

00:18:21: Aber Es ist ja so.

00:18:22: Wir Haben vor zwei, drei Wochen uns mit sehr guten Freunden in Mainz in der Altstadt getroffen.

00:18:32: Und es ist natürlich so und das viel mir auch auf als wir geparkt haben und dann eben zu dieser Weinbar gelaufen sind.

00:18:42: die Mainzer Szene ist einfach räumlich dichter.

00:18:46: also die Altstadt, Bleichenviertel Neustadt liegen relativ nah beieinander und du kannst im Prinzip bei einer Kneipe beginnen und dann zur Fuß einfach weiterziehen.

00:19:00: Und auf dem Weg den treffen, den treffen... Das heißt der Weg in Mainz zwischen zwei Kneipen ist schon selber ein Teil des Abends!

00:19:12: Ich glaube das hat Mainz wirklich zu einer sehr sehr Attakt für Studierende oder auch überhaupt für Leute die abends was erleben wollen Stadt gemacht.

00:19:26: Dabei ist jetzt meins nicht die große Clubmetropole oder so, aber diese Eigenschaften sind natürlich gut und diese Eigschaften führen natürlich dazu dass du dann in der Altstadt auch verweilst und einfach dort bleibst und nichts sagst ach Mensch hier ist ja überhaupt nix los.

00:19:48: Dann gehe ich wieder.

00:19:50: Es gibt in Mainz eben, es vermischt sich.

00:19:54: In Mainz das Wohnen die Kaffees, die Kneipen und kleine Geschäfte.

00:19:58: Guck mal wenn du hier durch Wiesbaden läufst hat mir ja schonmal kurz besprochen Die Innenstadt Wiesbadens ist jetzt keine Innenstadt die attraktiv ist Und das führt natürlich nicht dazu dass Du einfach mal da durchschlenderst um man vielleicht hier oder dann

00:20:17: Witzigerweise, weil ich es ja vorher gesagt habe über das Wirtschaftstreffen was wir hatten.

00:20:21: Die haben eigentlich genau das auch das Ergebnis Wenn du zehn Minuten laufen musst, weil du aus der einen Gneibe rausgehst und in die nächste überhaupt Was nächstes findest?

00:20:32: Und das ist ja nicht genau wie man meint dass in den zehn Minuten zig andere Sachen sind wo was passiert sondern du läufst dann teilweise durch eine Ausgestorbene Stadt und da ist nichts.

00:20:42: Ich weiß gar nicht kennst Du die Bademantel Tour?

00:20:46: Ja, davon habe ich gehört.

00:20:51: Ich bin da auch zufällig reingestolgert und nicht im Bademantel, aber es ist tatsächlich eine Tour, die in Wiesbaden mehrmals pro Jahr stattfindet, kommen die Leute im Baden-Mantel und dann gehen sie verschiedene Kneiben durch.

00:21:06: Als ich das letzte Mal drauf gestoßen bin sind alle bei ihm zum Schweig gewesen.

00:21:11: Und die ganze Ecke dahinten ... Das war eigentlich so, wie man sich's in größer Fläche gerne vorstellen würde.

00:21:19: Weil gegenüber haste ich noch Kneippen und viele auf der Straße hat stattgefunden viel vor den Kneipen.

00:21:26: Und es war ein Mikro-Kosmos, wo man sich gedacht hat, ach cool!

00:21:30: Und das jetzt fünfzigmal größer?

00:21:33: Dann wäre Leben in der Bude.

00:21:36: Aber es war halt am Endeffekt auf... Zweihundert Quadratmeter eingekürzt, aber genau das würde man sich eigentlich

00:21:44: wünschen.

00:21:47: Mein jüngerer Sohn der jetzt achtzehn ist, der wird wenn er sich mit seinen Freunden trifft, der ist genau in diesen Gegenden.

00:21:58: also und wenn du ihn fragst es sind immer die gleichen Kneipen und das ist schon schade!

00:22:05: Man kann über Gießen jetzt sagen, was man will.

00:22:07: Aber das hat Gießen tatsächlich gehabt!

00:22:09: Wir hatten ein ganz breites und buntes Kneipenleben... ...und das hat natürlich dazu geführt dass die Stadt abends lebendig war.

00:22:19: Und diese Lebendigkeit, die fehlt eben ja, wenn nach Ladenschluss keine Menschen mehr auf der Straße sind, die sich irgendwie spontan zusammensetzen dann möchte man da natürlich auch nicht sein.

00:22:34: Und vielleicht liegt es daran, dass Wiesbaden – wenn man jetzt den Vergleich und darüber geht's ja im Prinzip in diesem heutigen Gespräch – den Vergleich zum Mainz stellt.

00:22:47: Wiesbaden ist glaube ich eine Stadt die funktioniert eher über einzelne Ereignisse als über zusammenhängende Stellen wo man hingehen kann.

00:22:59: Also wir haben in Wiespaden jetzt die Weinwoche.

00:23:02: da was wir jetzt haben Wir haben das Wilhelmstraßenfest, wir haben das Kranzplatzfest oder eben andere Veranstaltungen und diese einzelnen Veranstaltung die führen ja dazu dass auf einmal Wiesbaden voll ist.

00:23:15: Also plötzlich hast du guck mal Wilhelmstraßenfest.

00:23:18: wie oft haben wir beide selber dort Wein verkauft?

00:23:20: Wiesbaden ist total voll!

00:23:23: Die Leute bleiben bis morgens.

00:23:26: Das heißt also im Prinzip... ...das Publikum ist da Und das Publikums möchte auch Aber eben nicht zu den gegebenen Möglichkeiten, die sie hier in Biesbaden

00:23:39: haben.

00:23:42: Aber jetzt stelle ich mir mal andersherum die Frage warum?

00:23:46: wenn du sagst wir haben das passende Publikum und wir hätten auch sage ich mal Nicht- Studenten, die abends gerne weggehen würden usw.

00:23:54: Warum kriegen wir es dann in der Stadt nicht hin?

00:23:56: Also schön haben wir ja hier hinten.

00:23:59: Da fällt mir die Gasse nicht ein, wo wir die ganzen Weinbares haben.

00:24:06: Mauergasse?

00:24:07: Genau da kommt ja auch schönes Leben rein.

00:24:09: das ist finde ich eine super schöne Atmosphäre aber auch wieder so einen ganz kleinen Mikrokosmos.

00:24:16: Auch da wieder verhindert die Stadt bestimmte Themen.

00:24:19: also ich weiß wir waren neulich in Trier.

00:24:22: Da gab es eine Kölschgneibe, die hat einfach nur keine Sitzplätze drinnen gehabt.

00:24:27: Man hat nur Kölsche nach draußen.

00:24:29: Sie haben Hunderte von Menschen draußen gestanden und habe ich zu einem Freund gesagt das wäre doch cool!

00:24:35: Das machen wir in Wiesbaden.

00:24:36: Er sagt er hat schon mal einer machen wollen, hat aber die Stadt nicht genehmigt weil es Zitat nicht ins Stadtbild passen würde.

00:24:46: Ja gut das ist natürlich dieses Mondäne wieder von dem ich vorhin gesprochen hab also dieses.

00:24:51: Das führt natürlich dazu, dass du so eine Kölschkneipe im Wiesbaden nicht aufmachen kannst.

00:24:58: Aber dann verhindert doch die Stadt auch bestimmte Entwicklungen?

00:25:01: Ja absolut bin ich bei dir und das finde ich auch nicht gut!

00:25:04: Also die Stadt sollte eigentlich aus anderen Städten lernen sowas eben zu machen.

00:25:10: Es kann aber auch noch etwas anderes dazu führen, Mike

00:25:16: Ich

00:25:16: weiß nicht mehr wo das war...ich saß in einer Weinbar.

00:25:21: Vielleicht war das sogar in der Mauergasse, ich weiß es nicht mehr und plötzlich musste zugemacht werden weil eine bestimmte Uhrzeit erreicht war.

00:25:29: Das ist natürlich verständlich auf der einen Seite, weil ja oben drüber Leute wohnen.

00:25:34: Auf der anderen Seite... Ich glaube so ein geselliger Abend lässt sich nicht nach der Uhrzeit regeln Und das ist auch eine Schwierigkeit.

00:25:50: Also wir sind hier sehr, sehr restriktiv.

00:25:52: Erinner dich mal als wir gesegelt sind, wo die in der Apel waren?

00:25:55: Was da los war!

00:25:57: Das war unglaublich und da hat kein Mensch sich beschwert über irgendeine Ruhrstörung oder... Ich meine das könnte nämlich eben auch ein Grund für so etwas sein.

00:26:09: Ja absolut aber bräuchte man dann im Endeffekt vielleicht auch ein bisschen Mitbestimmung Also mit Bestimmungen in die Richtung, was macht Wiesbaden zu einer lebendigen Stadt?

00:26:24: Es wäre natürlich schön.

00:26:28: Das hat ja Mainz mal versucht.

00:26:32: Mainz hatte von den Erdenamtlichen, das nennen sie sich Nachtkulturbeauftragter, also dieser Mann Timo Filzinger der war ein Nachtkulturbau Auftragter Und dann ist der irgendwann ausgeschieden, also das war ein Ehrenamtlicher.

00:26:53: Aber diese Stelle wurde auch nie wieder besetzt und in Wiesbaden gab es das auch mal einen sogenannten Nachtbürgermeister.

00:27:07: Das waren zwei Leute Pascal Rück und Daniel Redin.

00:27:11: die haben im Jahr verwendet dieses Amt auch ehrenamtlich übernommen.

00:27:17: Aber noch im selben Jahr wurde das Ende dieses Amts, was als Pilotstelle eben gegründet war verkündet.

00:27:29: Und es gab auch danach keine hauptamtlichen Lösungen oder andere alternativen Lösungen wobei das eigentlich gewünscht war.

00:27:41: und die hatten im Prinzip den... Die Aufgabe zu vermitteln.

00:27:46: Die hatten jetzt nicht die Aufgabe irgendwie Partys zu organisieren, aber die hatten die Aufgabe und da kommen wir wieder auf diese, sagen wir mal Verbindung zwischen den Bürgern, die dort wohnen und den Betreibern.

00:27:58: Sie hatten also die Aufgabe zu vermittelnden zwischen dem Betreber und zwischen dem Ordnungsamt, dem Kulturamt, den Einwohnern und eben den Betreibenden der Kneipen.

00:28:12: Das wäre sinnvoll so was zu machen aus meiner Sicht.

00:28:16: Dann könnte sich dieser Jemand sich eben in dieses Thema reinfuchsen und in dieses thema reingraben.

00:28:26: Aber das stimmt, da müsste eine Mitbestimmung reinkommen, so wie du sagst.

00:28:30: Wer sinnvoll?

00:28:33: Jetzt mal anders betrachtet.

00:28:35: Nehmen wir mal so eine Wellness-Perspektive rein in die ganze Geschichte.

00:28:39: Eine was?

00:28:43: Können wir jetzt aber auch nicht sagen, dass eine ruhigere grüne Stadt wie Wiesbaden eigentlich die gesündere Wahl ist gegenüber einer lauten Ausgestatt?

00:28:50: Wie meint's?

00:28:54: Ja also in unserem Alter sicherlich.

00:28:56: Wir haben ja heute nicht den Fokus zu sagen wer ist die bessere Clubstadt sondern es geht ja nur im Vergleich.

00:29:05: Also vielleicht die Lebensqualität aber dann sozusagen tatsächlich höher in Wiesbaden.

00:29:12: Es kommt, glaube ich auf die Perspektive an.

00:29:14: Also mein Sohn sieht das anders!

00:29:17: Ich persönlich sehe es jetzt in meinem jetzigen Alter durchaus so.

00:29:24: Wiesbaden ist für mich eine wunderschöne Stadt, in der ich unglaublich gerne lebe und in der auch sehr, sehr gerne Freunde einlade um ihnen die Stadt zu zeigen.

00:29:47: Die Frage ist der Mensch, er hat zu sehr auch ein Gewohnheitstier.

00:29:50: Weil ich glaube bestimmte Sachen nimmt man ja auch nicht mehr wahr.

00:29:53: Also genau das was du auch sagst wenn wir Besuch haben die Wiesbaden zum Beispiel noch nie gesehen haben sind ihr hell aufgegeistert also von den Vierteln von den Willenvierteln Von den Alleen von den alten historischen Gebäuden und so weiter Und die sagen alle es eine super schöne.

00:30:13: Jetzt sprichst du mit Wiesbadenern, die sagen es ist alles schlechter geworden.

00:30:17: Nicht nur das Klubsterben und Bar, sondern auch Kriminalität

00:30:20: usw.,

00:30:21: aber auch wie derlegt ist inzwischen.

00:30:24: Es ist eine völlig falsche Wahrnehmung.

00:30:28: Ist das dann wieder was Typisches?

00:30:30: Wir Deutschen meckern einfach zu viel und nehmen gar nicht wahr, in was für einer schönen Stadt wir leben eigentlich.

00:30:38: Ich glaube, Schon vor Augen führen, wie schön Wiesbaden ist.

00:30:42: Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich nach Wiesbaden kam.

00:30:48: Ich war hell aufbegeistert und kann mich heute noch erinnern.

00:30:51: Ich finde Wiespaden eine wunderschöne Stadt.

00:30:55: Aber es sind die Perspektiven, die man beachten muss hierbei.

00:31:02: Es gibt ja tatsächlich dieses Nachtbürgermeisterkonzept.

00:31:07: Kennst du das?

00:31:08: Ja gut, ich nehme an.

00:31:09: Das ist so ähnlich wie das was wir hier gehabt haben oder?

00:31:12: Ja genau also es auch interessant ist hat zum Beispiel Mainz hat einen Nachtkulturbeauftrag Vollzeit Wiesbaden hat zwei Ehrenamtliche

00:31:21: Aber die gibt's nicht mehr!

00:31:22: Genau die gibt´s nicht mehr.

00:31:24: und dieses Nachtbürgermeisterkonzept hat ja zum Beispiel Amsterdam eingeführt Weiß nicht da gab es den.

00:31:30: Milan heißt der.

00:31:32: Der hatte das von zwei zwölf bis zwei achtzehn.

00:31:35: Da hieß der Night Major und er hat zum Beispiel auch das, also der weiß nicht dafür da zwingend neues Nachtleben zu erschaffen.

00:31:45: Sondern auch Konflikte aus dem Weg zu holen.

00:31:47: Also der war am Endeffekt.

00:31:49: die alkoholbezogenen Schäden sind um fünfundzwanzig Lärmbeschwerten um dreißig Prozent.

00:31:55: gleichzeitig wurden aber die vierundzwanzige Stunden Lizenzen für ausgewählte Clubs eingeführt Und diese Modelle wurden auch von London inzwischen kopiert und so weiter.

00:32:05: In anderen Städten, weil du hast ja auch den Konflikt also hier wie mit dem Weinfest muss dann irgendwann aus meiner Sicht viel zu früh geschlossen werden, weil sich Anwohner normal beschwert haben und jetzt wird ein schönes Weinfest wo du bis nachts sitzen könntest musst dann irgendwie um zehn der Ausschank beenden.

00:32:23: Also vielleicht wäre solche Positionen einfach auch hilfreich um irgendwo zu vermitteln dadurch vielleicht bestimmte Sachen wieder zu stärken.

00:32:34: Ja, ich glaube schon dass so was wichtig ist und das sowas auch gut gemacht werden kann.

00:32:42: die Stadt muss sich aber darauf einlassen.

00:32:44: Also es ist ja am Ende eine städtische Fragestellung soll jemand da sein oder nicht?

00:32:54: Genau!

00:32:54: Und Milan hat ihm einen Zitat gemacht große Städte schlafen nie.

00:32:59: Warum sollte es die Stadtverwaltung tun?

00:33:03: Hallo, Stadt Verwaltung!

00:33:07: Ja vielleicht ist es durchaus möglich dass man das so machen kann.

00:33:11: Also in jedem Fall ist das eine wichtige Sache und es wäre schön wenn die Stadt auf ihre Bevölkerung zukommen würde und sie vielleicht auch einbinden würde was Sie sich wünschen damit eben das dass das Nachtleben innerhalb Wiesbaden ein bisschen aktiver wird.

00:33:31: Aber es trennt ja immer Ihnen noch der Reihen am Ende, die zwei Städte?

00:33:36: Ja,

00:33:38: das stimmt!

00:33:40: Und was wir hier nicht außer Acht lassen dürfen... Wir haben ja auch noch Frankfurt vor der Tür.

00:33:45: Ja gut viele gehen ja nach Frankfurt also ist ja klar.

00:33:48: Also wenn jetzt ein Mainzer sich überlegt wo gehe ich abends hin Wenn ich in Mainz schon alles gesehen habe dann wird er sicherlich nicht hierher kommen, sondern der macht den Sprung nach Frankfurt.

00:34:01: Ich bin

00:34:01: mir ziemlich sicher!

00:34:02: Und wenn das jetzt aber so betrachtet ist... Eigentlich sind wir ja wie gesagt relativ dicht zusammen.

00:34:08: Also ich glaube die Zugverbindung meint es wie es baden neun Minuten also gefühlt auf dem Papier sehr dicht beieinander Aber eigentlich sind wir doch relativ weit wiederum Getrennt oder eine relativ große Distanz dazwischen, mit den Rahmenbedingungen?

00:34:28: Realistisch bist du weit auseinander.

00:34:30: Wenn du realistisch nach Mitternacht von Mainz nach Wiesbaden willst dann bist du ne Weile unterwegs und dann überlegt man sich das natürlich ob man das machen soll was jetzt das nach Hause kommen oder so angeht für einen Studenten völlig klar absolut klar.

00:34:47: Und das heißt also ein verlässlicher Nachtverkehr zum Beispiel wäre eben hier auch ein Teil des Problems beziehungsweise eine Aufgabe, die sich die Kulturpolitik der Stadt mal annehmen sollte.

00:35:02: Wie man so was umsetzen könnte?

00:35:06: Wie man sowas attraktiver machen könnte?

00:35:08: Ich glaube wenn man die Studenten bisschen mehr integrieren würde innerhalb dieser Fragestellungen würden wir davon profitieren, würde die Stadt davon profitiert und glaube ich, mehr Leben in die Stadt bekommen als wenn wir eben in unserer eigenen bürokratischen Suppe kochen.

00:35:28: Jetzt bist du ja das Party-Tier schlechthin?

00:35:30: Ja dafür bin

00:35:32: ich bekannt.

00:35:34: Aber um jetzt mal den Bogen wieder zu schließen an der Stelle... Wenn Du Dich jetzt persönlich entscheiden müsstest, in welcher der beiden Städte Du leben willst Kopf oder Bauch was würde gewinnen?

00:35:47: Wie

00:35:47: ist Baden?

00:35:49: Das heißt aber schnell!

00:35:52: Weil's Nachtleben für dich einfach auch nicht mehr interessant ist.

00:35:54: Lieber Glaswein und...

00:35:56: Ja, ich glaube das ist auch der Grund!

00:35:58: Meine Prioritäten haben sich in den letzten Jahrzehnten einfach geändert.

00:36:03: Bin ich ganz ehrlich bin.

00:36:05: Ich glaube mein Sohn sieht das anders oder meine Söhne sehen das anders.

00:36:10: Und du?

00:36:13: Wie ist das bei dir?

00:36:16: Ich habe auch mal gesagt es kommt tatsächlich auf des Lebensalter an.

00:36:20: Also ich glaube mit zwanzig, das hatte ich ja vorher gesagt.

00:36:22: Da war Frankfurt oder Mainz tatsächlich für mich deutlich attraktiver und das damals schon.

00:36:28: also wo hier mit Sicherheit die Club-Szenen noch besser war fand ich es schon damals im Wiesbaden sehr konservativ und spießig.

00:36:37: jetzt mit Familie ist es wirklich ein komplett anderes.

00:36:41: wir fühlen uns in Wiesbad Pudel.

00:36:42: wohl würde da jetzt tatsächlich gar nicht groß nach Mainz ziehen, weil mir das teilweise auch tatsächlich zu trubelig dann wieder ist an der Stelle.

00:36:54: Und ich komme nochmal von den Glücksatlas zurück, weil da stand eine Passage drin.

00:37:00: Das Wiesbaden hat das größte Zufriedenheitsräzel unter allen deutschen Großstädten.

00:37:07: gute Bedingungen aber eine schlechte Stimmung

00:37:11: und

00:37:13: die Aussage fand ich tatsächlich sehr...

00:37:16: gute Bedingungen, aber eine schlechte Stimmung.

00:37:19: Aber ich finde es passt tatsächlich zu weil im Austausch mit Leuten kommt diese schlechte stimmung echt häufig rüber und das ist für mich auch ein großes Rätsel.

00:37:30: Ja interessant!

00:37:31: Es ist ja wirklich interessant.

00:37:32: Also jetzt ist natürlich schwierig.

00:37:37: wir können ja so allmählich zum Schluss unseres Gesprächs überlegen Ja, ob wir jetzt eigentlich einen Urteil oder so was bilden können.

00:37:46: Können wir ja eigentlich nicht.

00:37:47: Also eine messbare Tatsache haben wir nicht.

00:37:52: Kann man nicht bestätigen?

00:37:54: Nein also für mich ist es tatsächlich glaube ich zum Schluss oder mein Fazit ist ein bisschen... Es kommt auf die Lebenssituation drauf an weil jede Stadt hat Ihren Vorteil und jede Stadt hat im Endeffekt auch ihren Nachteil.

00:38:08: Und da kommt es drauf an, und ist ja jetzt auf meins halt auch schöne Viertel also... Ist jetzt nicht so, dass es nur Nachtleben gibt?

00:38:18: Und das ist so mein Fazit, es kommt glaube ich tatsächlich auf die Lebenssituation

00:38:22: an.

00:38:24: Ich nehme mir jetzt mal diesen Satz als Schlusssatz und würde gerne mal die Frage an euch weitergeben.

00:38:33: Es wird uns schon interessieren, wo verbringt ihr lieber eure Abende?

00:38:37: In Wiesbaden oder in Mainz oder Frankfurt.

00:38:40: Oder was hatte Wiesbaden früher und was euch vielleicht heute fehlt?

00:38:48: Das wäre vielleicht auch eine interessante Frage.

00:38:53: Und was macht für euch eine lebendige Stadt aus?

00:38:56: Wir würden uns wirklich freuen!

00:38:57: Es würde uns sehr interessieren wie ihr das seht.

00:39:00: Ansonsten... Vielen, vielen Dank fürs Zuhören.

00:39:04: Bleibt weiterhin im Gespräch, bleibt kritisch und schafft euch eure eigene klare Lage.

00:39:10: bis dahin alles Gute wo immer ihr auch seid!

00:39:13: Euer Abd Jafsa

00:39:14: und Mike Berge.

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